Besprechungen in der Freizeit

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Verrat Lügen Arbeit Dortmund

Unser Vorarbeiter in der Firma legt mächtig Wert darauf, dass wir in unserer Freizeit immer erreichbar sind. Mich stört das schon seit Langem, weil ich so absolut nicht zur Ruhe komme. Wenn ich dann rangehe, dauern die Gespräche ewig und alles muss ausdiskutiert werden, obwohl er angeblich gar keine Zeit hat. Mit meiner Freundinn hatte ich deswegen schon mehrfach Stress und Termine konnte ich auch schon absagen, dabei geht es immer nur um Sachen, die eigentlich nicht sofort geklärt werden müssen. Gehe ich nicht ran, ist am nächsten Tag gewaltig was los. Nun habe ich heute etwas getan, was mir durchaus eine Kündigung hätte einbringen können. Ich habe alle Stunden vom vergangenen Monat, in denen ich in meiner Freizeit Firmengespräche geführt habe, im Stundenzettel erfasst. Ich war selbst erstaunt, als ich auf fünfzehn Stunden gekommen bin. Im Jahr wären das hundertachzig Stunden, also fast einen Monat unbezahlte Arbeit, das habe ich ihm auch genauso gesagt.

Er hat aber ganz anders reagiert als ich gedacht habe. Ich habe ein halbes Monatsgehalt an Bargeld erhalten und das Versprechen, in Zukunft keine Anrufe mehr zu bekomnmen. Außerdem wurde mir ein guter Posten von einem Kollegen angeboten, der in einem halben Jahr in Rente geht. Einzige Bedingung: Ich muss vor den anderen Kollegen den Mund halten. Ist klar, das Unternehmen verlegt Besprechungen auf die Freizeit, immer nur ein paar Minuten, es fällt niemandem auf. Ich spiele das Spiel mit und freue mich über die Beförderung.

Beichthaus.com Beichte #00040731 vom 05.12.2017 um 19:52:39 Uhr in Dortmund (10 Kommentare).

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Kommentare der Beichthaus-Bewohner

ZwergZitrone aus Österreich

Er war deshalb so kooperativ, weil du im Recht warst. Wenn man außerhalb der Firma erreichbar sein muss, nennt sich das Bereitschaft und muss bezahlt werden. Mir ist schon klar, dass sich da viele Unternehmen das Gesetz zurechtbiegen wie sie wollen, aber grundsätzlich hast du es auf deiner Seite.

06.12.2017, 14:11 Uhr     melden


KingKurt

Besprechungen oder ähnliches in die unbezahlte "Freizeit" zu legen, iz gängiges Verfahren, um den Lohn zu drücken, denn auch diese Zeit iz Arbeitszeit. Hast Du vollkommen richtig gemacht, denn genau so muss man sich als Arbeitnehmer auch verhalten. Leider lassen aber viel zu viele so mit sich umspringen, regen sich zwar drüber auf, sagen/unternehmen aber nix dagegen und ebnen somit diesem Umgang mit Mitarbeitern erst den Weg. Absolution.

06.12.2017, 14:55 Uhr     melden


Kniffhanger

Alles richtig gemacht. Ich finde es super, dass du dich nicht weiter ausbeuten lässt und dich zur Wehr setzt.
Es ist auch nicht deine Aufgabe deine Arbeitskollegen auf ihre Rechte hinzuweisen.
Die müssen sie schon selbst kennen.
Also alles gut. Damen hoch.

06.12.2017, 15:03 Uhr     melden



Sauhaufen1

Gut gemacht! Daher macht es auch Sinn, ein Telefon nur fuer die Arbeit zu haben. Das kann man dann eben auch einfach mal AUSmachen.

06.12.2017, 16:04 Uhr     melden


Held im Gummizelt aus Irgendwo in Deutschland, Deutschland

Katastrophale Reaktion darauf. Sind hier alle Blinde mit Krückstock?
Zuerst schreibst Du, es stört Dich eminent, dass er Dich ständig in der Freizeit anruft und Du nicht zur Ruhe kommst. Nun bekommst Du "Schweigegeld" und wirst seine Hure. Spielst das Spiel weiterhin mit, es wird ja nicht mehr auf Deinem Rücken ausgetragen. Und schon wird verharmlost! Zuerst war es eine Ewigkeit mit Belanglosigkeiten, die dsa Telefonat dauerte, am Ende, als Du das Geld genommen hast, sind es ja nur noch ein paar Minuten für die Kollegen. Aber hey, nur weil Dir es nicht gefallen hat, muss es dem Rest der Kollegen ja nicht ebenso gehen. Die werden das schon mögen. Finde, Du bist ein charakterloses Etwas.

06.12.2017, 16:55 Uhr     melden


Magnatio aus ., Deutschland

Da hat mein Vorredner schon recht. Auf der einen Seite passt es dir nicht, auf der anderen Seite knickst du aber ein wenn er mit Bargeld wedelt und dir eine Beförderung verspricht die du noch nicht mal sicher hast.

06.12.2017, 20:42 Uhr     melden


The Dude aus Schweiz

Zuerst dachte ich noch, du hättest Eier, weil du (mit dem Recht auf deiner Seite) in die offensive gg. deinen Arbeitgeber gegangen bist. Aber: Recht haben und Recht bekommen sind zwei paar Schuhe. Feuern deswegen? Wohl kaum, er hätte sich einen andern Grund suchen müssen (zumindest nach Schweizer Recht, wies bei euch in GER und AUS aussieht, keine Ahnung, denke aber ähnlich).
Als du deine Hoden sowie dein Rückgrat dann aber für einen halben Monatslohn verkauft hast ging mir nur noch deine verpasste gelegenheit durch den Kopf. Auf dem Schwarzmarkt hättest du soviel mehr dafür kriegen können.

Ich schreib "Freizeitarbeitszeit" übrigens auch auf. Mein Lappenkollege muss mich regelmässig in der Freizeit wegen Scheiss fragen, den er schon lange wissen sollte. Die Zeit schreib ich kalten Arsches auf. Wenn ich Arbeite, will ich Kohle sehen, basta.

Fazit: Ich hätte meinem Cheffe gesagt, dass er das nun unter den MA's klarstellen kann, oder das ich das mache. Ich hätte die Bombe dermassen platzen lassen, das glaubst du gar nicht.

07.12.2017, 10:00 Uhr     melden


Gauloises19

Geil, dich stört es enorm, doch jetzt ist alles in Butter? Jeder Mensch hat seinen Preis, du wurdest ganz flux gekauft. Absolution verweigert.

07.12.2017, 10:53 Uhr     melden


hs1

Wenn mein Arbeitgeber möchte, dass ich in meiner Freizeit bereitstehe, darf er das gerne bezahlen. Ansonsten gibt's das nicht.

08.12.2017, 08:11 Uhr     melden


Erbsensuppe

Heute würde Braveheard einfach einen Job bei der Umweltbehörde in Londen und eine halbe Million Entschädigung kriegen. Im Falle des Beichters finde ich aber nicht das er irgendwie für seine Kollegen verantwortlich ist, dass berufliche Anrufe in der Freizeit sehr wohl zur Arbeitszeit gehören kann sich wohl jeder denken und das viele kleine Beträge eine große Summe ergeben, weiß jeder Grundschüler. Sich zu wünschen das irgendwer anderes den Whistleblower macht um dann in London auf dem Fischmarkt geköpft zu werden ist sehr bequem, in der Praxis ist aber jeder für sich selber verantwortlich.

08.12.2017, 12:35 Uhr     melden


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