Ich liebe die Kolonialzeit

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Manie Politik Gesellschaft

Entgegen allem technischen und politischen Fortschritte des 21. Jahrhunderts muss ich doch beichten, dass ich die gute alte Kolonialzeit sehr mag. Mir gefällt einfach, dass sich auch damals schon vergleichsweise fortgeschrittenere und zivilisiertere Länder und Kulturen auch in den sogenannten Dritte Welt-Ländern niederlassen und etablieren, nicht umgekehrt. In der heutigen, liberalen Gesellschaft darf man sowas natürlich auf den Tod nicht sagen, da kommen die Grünen und Menschenrechtler und Sozialen aus allen Ecken um gegenzusteuern. Eigentlich ironisch, weil in den betroffenen Ländern immerhin auf Menschenrechte geschissen wird. Ich stelle mir sehr gerne lebhaft vor, wie es heute wäre, wenn man bei dem ehemaligen Konzept geblieben wäre, wie so eine Art parallele Zeitlinie mit inhaltlich anderem Verlauf. Ich kann Stunden damit verdaddeln, so etwas immer weiter auszudenken, in allen Details.

Beichthaus.com Beichte #00040683 vom 25.11.2017 um 18:43:13 Uhr (18 Kommentare).

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Kommentare der Beichthaus-Bewohner

MichaelGossen aus Potsdam, Deutschland

Ich muss zugeben, dass ich auch öfters daran denke. Würden wir Deutsche wieder in Nord- und Zentralafrika zugange sein, würde da wenigstens Ordnung herrschen und Leute hätten Arbeit. Die Menschen dort, würden dann nicht im Traum daran denken übers Mittelmeer zu paddeln. Aber gut, die Chinesen betreiben modernen Kolonialismus dort ja schon seit Jahren ohne Rücksicht auf Verluste. Aber eben auf die chinesische Art. Daher wollen Einwohner ja eben nur noch weg.

26.11.2017, 13:03 Uhr     melden


teejay-gc

@MichaelGossen Wieder Ordnung, so ist es. Wie damals, wenn einer aufmuckt, wird er nieder gemäht. Herero sind da ein schönes Beispiel. Und alle hatten Arbeit. Kolonialzeit ist super. Wenn man auf der richtigen Seite steht und keine Empathie hat.

26.11.2017, 15:03 Uhr     melden


carassi

Du meinst die Zeit, in der wir "zivilisierten" Menschen in andere Kulturen eingefallen sind und sie dank überlegener Waffen unterworfen haben? In denen teilweise regelrecht Massenmord begangen wurde, wenn die einheimische Bevölkerung nicht parierte?

Glorreiche Zeiten. Aufgegeben wurde es übrigens, weil die einheimischen frecherweise uns rausgeworfen haben. Die haben das nämlich durch deutlich weniger rosige Brillen gesehen als du.

26.11.2017, 16:04 Uhr     melden


RelaXxx aus Wonderland , Deutschland

Ja, ja. Kolonialmächte, alles klar. Schon geil wenn der große weiße Mann in dein Land einfällt, dich versklavt und dir alles wegnimmt. Da müssen wir unbedingt wieder hin!

26.11.2017, 17:03 Uhr     melden


Schüchtern

Ja, vor allem im Winter denke ich: Hätten die Europäer nach dem Boxeraufstand verstanden, dass sie diesbezüglich zusammenhalten müssen anstatt in zwei furchtbaren Kriegen Europa zu ruinieren, dann hätten wir noch die Kolonien und ich könnte mir einen Job suchen, bei dem ich im Winter in Deutsch-Süd-West sitzen könnte.
Aber dann denke ich: Wenn es noch Kolonien gäbe, dann gäbe es auch laufend (zurecht!) dort Aufstände, da Völker sich nun mal nicht so gerne in unterdrücken lassen (siehe Palästina). Und nein, da friere ich lieber, als nachher als Wehrdienstleistender in der Kalahari-Wüste zu verrecken.

26.11.2017, 18:06 Uhr     melden


Bolle84

Wenn man sich Länder wie Simbabwe anschaut, da kann man schon Zweifel bekommen, ob die Dekolonialisierung den Menschen ein besseres Leben beschert hat.

26.11.2017, 19:44 Uhr     melden


VcS

@Bolle84: Nicht automatisch ein besseres Leben, aber die Chance darauf. Afrika hat tatsächlich Fortschritte gemacht in den letzten Jahrzehnten, zumindest wenn man dem Human Development Index (HDI) glaubt. Die Geschwindigkeit ist deprimierend langsam, aber die positive Tendenz ist da.

Die Medien mögen vor allem Bilder von Hunger, Krankheiten, Krieg und Flüchtlingen zeigen, weil sie die Zuschauer eher mit Emotionen erreichen als mit Fakten, und weil negative Nachrichten eher geglaubt werden - aber das zeichnet kein vollständiges Bild von Afrika.

26.11.2017, 21:58 Uhr     melden


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dasbiertier aus Berlin, Deutschland

Anstatt dich in Tagträumereien zu verlieren, solltest du vielleicht mal die Nase in ein Geschichtsbuch stecken. Unterdrückung, Mord und Ausbeutung, ja, definitiv erstrebenswert. Für Idioten, die sonst nichts auf die Reihe kriegen.

27.11.2017, 02:09 Uhr     melden


Hannibal_I aus Wien, Österreich

Mittlerweile ist ganz Afrika befreit von den bösen, weißen Herrschern, die Menschen dort werden nicht mehr versklavt und unterdrückt. Nein, sie können endlich in Freiheit leben, und das machen sie auch in vollen Zügen. Kaum ein afrikanisches Land, dass nicht von Bürger- und Stammeskriegen heimgesucht wird, teilweise wird schon jahrzehntelang frühlich gemeuchelt, Kindersoldaten herangezogen, auch vergewaltigen und foltern macht einen Riesenspaß. Und jene Länder, die von derartigen Dingen einigermaßen verschont bleiben, die werden meist deswegen verschont weil dort ein Diktator alles unter Kontrolle hält. Mit entsprechendem militärischem Aufwand. Diese Länder versinken weniger in Mord- und Totschlag, dafür halt in Armut und Hunger (bis auf die Kreise des Diktators).
Zum Glück kommt jetzt endlich der Gutmensch zum Zuge, und unterstützt die Freiheitsbewegungen. Es wurde ja auch Zeit, dass grausame Diktatoren wie Gadafi, Assad, bis vor kurzem noch vom Abendland gestützt und unterstützt, endlich gestürzt werden. Wie schön es in diesen freien Ländern nun doch ist. Sicher, tolle Infrastruktur, man merkt, es zeichnen sich schon demokratische Strukturen ab, und endlich werden die Menschenrechte auf Punkt und Komma eingehalten.
Ja, es war wirklich höchst an der Zeit, dass man den Afrikanern ihren Kontinent selbst überlässt, Kolonialzeit und Apartheid vorbei sind.

27.11.2017, 09:38 Uhr     melden


Mr.Goodkat

Hast du Lack gesoffen oder so? Die Kolonialzeit hat maßgeblich dazu geführt, dass es in diesen Ländern heutzutage so aussieht und wir nun diese Probleme haben. Der Weiße ist damals nämlich nicht nach Afrika gegangen, um Kultur, Wohlstand und wissenschaftliche Errungenschaften mit den Afrikanern zu teilen, sondern um diese Länder gnadenlos auszubeuten. Insbesondere die damals willkürlich gezogenen Grenzen führen zu den Bürger- und Stammeskriegen, die bis heute andauern.
@Bolle84: Noch besser würde es diesen Ländern sicher gehen, wenn man sie gar nie kolonalisiert hätte:

27.11.2017, 11:41 Uhr     melden


andi126

Ich stimme dir zu. Das gleiche aber ohne viel Unterdrückung. Und keine Sklaven. Den Profit würden die besetzenden Länder in Form eines Prozentsatzes des GDP des besetzen Landes bekommen. Somit ist ein Aufschwung der Wirtschaft garantiert und den Afrikanern würde es 10 Jahre nach Eroberung sehr viel besser gehen. Aber du hast Recht, obwohl das für alle viel besser wäre, darf man das heutzutage genau so offen sagen wie man Juden 1938 unterstützen durfte.

27.11.2017, 14:16 Uhr     melden


Bolle84

@VcS: Jetzt sind es eben Schwarze, die die einfachen Leute ficken und zwar in einer Weise, die meist schlimmer ist als die der späten Kolonialherrschaft. Der Lebensstandard entwickelt sich zurück.
@ Mr. Goodkat: Es ist eine gern erzählte Geschichte, dass die Schwarzafrikaner im Paradies gelebt haben, bevor der böse weiße Mann kam. Das waren Stammesgesellschaften mit gelegentlichen Königreichen, die der Brutalität der Weißen in nichts nachstanden.

27.11.2017, 14:17 Uhr     melden


VcS

@Bolle84: Natürlich gibts genug Beispiele, wo Schwarze dem eigenen Land schaden. Gibts bei Weißen ja auch, Trump sägt fleißig an dem Ast, auf dem die USA sitzt. Ändert aber nichts daran, dass es meiner Meinung TENDENZIELL besser ist, wenn ein Volk von eigenen Mitgliedern regiert wird, statt von einer fernen Kolonialmacht. Da besteht wenigstens eine höhere Chance, dass Interesse da ist, was für das Land zu tun. Wie gesagt, Chance, nicht Garantie.

Ansonsten: Die Deutschen würden auch keine Fremdherrschaft wollen, ob nun von chinesischen Technokraten (die sind schließlich wirtschaftlich erfolgreicher), dem US-amerikanischen Militär (die könnten uns ernsthaft verteidigen) oder einem norwegischen Fortschrittskomitee (dort gehts der Bevölkerung schließlich besser).

27.11.2017, 18:14 Uhr     melden


carassi

so gesehen vcs.. effektiv waren wir ne Kolonie. Genauer gesagt, vier Kolonien. Ist gar nicht so lange her. Und allzu dolle fanden wir das auch nicht.
Aber wenn das so ein tolles Konzept ist, sollten wir vielleicht Russland, Frankreich, Amerika und Großbritannien fragen, ob die nicht zurückkommen wollen.

27.11.2017, 18:30 Uhr     melden


Bolle84

@VcS: Das würde man sich wünschen, dass es besser wird, wenn eine Regierung aus dem Land stammt und das war auch das, womit die Unabhängigkeitsbewegungen damals mobilisiert haben. Nur leider sieht es nicht wirklich so aus, als ob sich diese Annahme bewahrheitet, die schwarzen Herrscher sind kleptokratischer und tyrannischer als es die Weißen in der Spätzeit der Kolonieren waren. Damit will ich nicht den Kolonialismus als solchen verteidigen, der war immernoch falsch, aber das ändert nichts an der Realität in Schwarzafrika.

27.11.2017, 19:03 Uhr     melden


andi126

@VcS deshalb ja auch mein Vorschlag, die Besetzer nur mit einem Prozentsatz des wirtschaftlichen Aufschwungs zu belohnen. Dann wird im Interesse des Landes gehandelt, und zwar mehr als die Diktatoren das heutzutage machen!

27.11.2017, 19:52 Uhr     melden


Mr.Goodkat

@Bolle84: Vorsicht, ich habe nicht behauptet, dass Afrika vor der Kolonialisierung ein Paradies war. Allerdings hat der böse weiße Mann auch nicht versucht Afrika zu einem Paradies zu machen, wie es offenbar vom Beichter irrigerweise wahrgenommen wird.

28.11.2017, 09:44 Uhr     melden


thinner aus Berlin, Deutschland

Morpheus, war diese Beichte von Dir? Klingt irgendwie so, als hättest Du sie geschrieben.

22.01.2018, 21:52 Uhr     melden


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