Ich verstecke mich seit drei Monaten im Haus

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Falschheit Lügen Zwang Freunde Frankfurt

Ich (w) habe seit genau drei Monaten das Haus nicht mehr verlassen. Einkäufe und Erledigungen erledigt meine Mutter für mich. Ich traue mich einfach nicht rauszugehen, ich kriege totale Panikattacken und habe das Gefühl zu ersticken. Ich leide an einer Sozialphobie und bipolaren Störung. Früher konnte ich mal für eine halbe Stunde raus, wenn es sein musste, seit paar Monaten geht es aber einfach nicht mehr. Wenn meine Freunde fragen, ob wir rausgehen wollen oder Sonstiges, erfinde ich immer irgendwelche Ausreden. Das tut mir total leid. Ich bereue es einfach, nicht ehrlich zu sein. Manchmal habe ich auch voll die Hummeln im Arsch, könnte die ganze Welt bereisen und verabrede mich dann mit Freunden. Doch kurz vor den Treffen sage ich wieder ab. Es tut mir leid, Leute. Danke, dass ich das hier mal loswerden konnte.

Beichthaus.com Beichte #00040032 vom 13.07.2017 um 00:35:05 Uhr in Frankfurt (12 Kommentare).

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Kommentare der Beichthaus-Bewohner

andi126

Tja entweder du übernimmst jetzt sofort etwas, oder du wirst bald ohne Freunde da stehen. Und zwar sehr bald!

13.07.2017, 07:44 Uhr     melden


carassi

Auf diese Weise wird es schwer werden, mal ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Hast du Hilfe?

13.07.2017, 07:53 Uhr     melden


VcS

Das ist ziemlich verfahren, aber möglich ist trotzdem einiges:

1) Wenn du bereits in Therapie bist, dann vereinbar Telefonate mit dem Therapeuten. Zur Not lass deine Mutter das organisieren.

2) Lad deinen Freundeskreis oft zu dir nach Hause ein, und erzähl ihnen die Wahrheit, warum du die Treffen immer absagst. Vielleicht wirst du erfahren, dass du im Freundeskreis nicht die einzige mit psychischen Problemen bist. Mag sein, dass sie etwas überfordert sind - versichere ihnen, dass du daran arbeitest.

3) Benutz das Internet, um Kontakte mit einigem Sicherheitsabstand zu pflegen und aufzubauen.

13.07.2017, 08:56 Uhr     melden


Lumini aus Wolfhalden, Schweiz

Dass du mit den Problemen überhaupt Freunde hast wundert mich, aber zeigt auch dass du es doch kannst. Such dir was professionelle​s und schau mal im Netz was man kurzfristig tun kann.

13.07.2017, 09:59 Uhr     melden



“35.000

“Beichte


Sauhaufen1

Du musst dringend zum Psychiater. So kann's doch nicht weitergehen, oder willst Du Dein Leben im Wohnzimmer verbringen?

13.07.2017, 10:06 Uhr     melden


Plinius

Deinen Freunden würde ich die Wahrheit erzählen, weil A) dürfte selbst der Gutgläubigste unter ihnen mittlerweile seine Zweifel bekommen haben und B) tut es dir sicher sehr weh, wenn du jedes Mal absagen musst. Vielleicht können sie dir sogar helfen, dass du dich wieder nach draußen traust oder spornen dich dazu an - falls noch nicht getan - eine Therapie zu beginnen. Das klingt natürlich leichter als gesagt, aber nur du kannst die ersten Schritte tun, um dich aus diesem Unglück zu befreien. Ich wünsche dir viel Glück.

13.07.2017, 10:27 Uhr     melden


Roflgamer aus Österreich

Ich kann mir das kaum vorstellen, habe aber schon ein paar Sendungen über solche psychische Krankheiten gesehen und muss zugeben, dass mich diese sehr bedrückt haben. Such dir bitte Hilfe und sag deinen Freunden die Wahrheit. Die, die wirklich deine Freunde sind, werden dich besuchen, wenn du dich schon nicht raus traust.

13.07.2017, 10:49 Uhr     melden


Geezus

Ich hab mich mal 3 Wochen hinter einer Mülltonne versteckt,hat es aber irgendwie ach nicht gebracht!

13.07.2017, 12:04 Uhr     melden


RelaXxx aus Wonderland , Deutschland

So oder so musst du irgendwann mal raus. Da hilft alles nichts. Geh zum Psychiater und erzähl deinen Freunden was los ist.

13.07.2017, 13:01 Uhr     melden


Bolle84 aus Berlin, Deutschland

Das Problem ist, dass es nicht besser wird mit der Zeit, sondern eher schlimmer. Du hast also zwei Möglichkeiten, entweder Du machst was dagegen oder Du bleibst den Rest Deines Lebens zu Hause.

13.07.2017, 16:28 Uhr     melden


Magnatio aus ., Deutschland

Du solltest dich lieber in Behandlung begeben als dich im Haus zu verstecken.

13.07.2017, 23:49 Uhr     melden


Niak

Ich leide auch an eine Sozialphobie, wobei ich mittlerweile nicht wirklich darunter "leide". Leider werde ich dir trotzdem keine guten Tipps geben können, da ich für mich auch nur ein paar Wege gefunden haben, die für mich klappen. Als erstes, die Tipps die VcS gegeben hat, klingen zwar toll, aber ich könnte sie nicht befolgen, da ich an schlechten Tagen, an denen ich nicht aus meiner Haustür kann, genauso wenig Leute treffen kann. Ob bei mir zu Hause oder draußen, ist bei mir gleichermaßen beängstigend, sogar telefonieren klappt dann nicht. Trotzdem finde ich es schön, dass sich da jemand Gedanken gemacht hat und Lösungswege gesucht hat, anstatt zu sagen dass sie einfach rausgehen soll. So nun zu meinen Erfahrungen, ich habe einige Monate lang versucht eine Therapie zu machen, ich habe mich dadurch weder besser gefühlt, noch konnte ich eher das Haus verlassen. Danach habe ich versucht diese Angstgefühle zu beeinflussen, indem ich mich zwang in regelmäßigen Abständen draußen Dinge zu tun, in denen ich mich wohl fühle und hoffte so, dass ich irgendwie lerne, dass nach draußen gehen nicht schlimm ist. Ich gehe zb. sehr gerne ins Schwimmbad, unter der Woche ist dort tagsüber kaum etwas los, also ist es nur der Weg der mir sehr zu schaffen macht. Mein Ergebnis war dass meine Angst immer schlimmer wurde. Ich habe dann einige Monate das Haus nicht verlassen und versuchte im Internet Anschluss zu finden. Bei mir ist es so, dass ich meistens eine Person habe, bei der ich die Sozialphobie nicht merke, jedoch bei meiner Familie und Freunde schlägt die Panik aus. Ich habe dann versucht eine Therapie fortzusetzen und ein Arzt redete mir ein, ich solle dringend Antidepressiva nehmen, davon würde die Angst weggehen. Er meinte auch, dass die Schübe anfangs schlimmer werden würden, bevor die Tabletten anschlagen. Ich habe es genau einen Tag geschafft Tabletten zu nehmen und dieser Tag war einer der schlimmsten meines Lebens. Ich bin in der Nacht aufgewacht und hatte richtige Panik in meiner Wohnung und vor dem Menschen vor dem ich sonst nie Angst habe. Mein Kiefer tat weh und ich zitterte am ganzen Körper, mein Mann fragte, was los sei, aber ich konnte keine vernünfigen Sätze mehr raus bringen. Er verstand es und ging aus dem Raum, jedoch nahm ich ihn immer noch wahr und ertrug es nicht, ich habe ihn aller ernstes durch die Tür gefragt, ob er bitte mitten in der Nacht aus der Wohnung gehen kann und er tat es. Trotzdem hatte ich wahnsinnige Angstanfälle und irgendwann muss ich aus Erschöpfung eingeschlafen sein. Seit dem bekomme ich übrigens einen komischen Geschmack oder Gefühl am Kiefer wenn ich einen Anfall habe. Da also meine Versuche nicht klappten, gab ich auf. Mein Mann ist ziemlich liebevoll zu mir und geht einkaufen, wenn ich es nicht kann (er bringt auch den Müll raus).
Ich fühle mich momentan zu gar nichts gezwungen und ich merke, dass ich dadurch wieder Tage habe, an denen ich mich so gut fühle, dass ich freiwillig rausgehe. Die Schwangerschaft war echt schön, da habe ich absolut keine Panik draußen gehabt (alles andere an der Schwangerschaft fand ich nicht so schön). Jetzt wo ich mein Kind habe, merke ich sehr leichte Anfälle, aber ich kann sie meist überwinden, weil ich mich einfach nicht mehr unter Druck setze. Ich gehe immer raus, wenn ich mich dazu in der Lage fühle, auch wenn es nur kleine Wege sind. Sobald Panik aufkommt, direkt zurück und mich deswegen nicht selbst schlecht machen. Mein Mann ist super verständnisvoll und bietet mir immer an, dass er Wege mit dem Kleinen alleine machen kann, was er dann im Grunde nicht muss, weil ich das nicht möchte, schließlich ist es auch mein Kind und ich möchte genauso für ihn da sein. Bei mir ist es also eher so, dass umso weniger ich und mein Umfeld mich dazu verurteilt, dass ich nicht rausgehe umso leichter fällt es mir, den Schritt nach draußen zu wagen. Ich an deiner Stelle würde versuchen gar nicht erst raus zu gehen. Momentan klingst du so, als ob du dich selbst damit zerfressen würdest, dass du immer wieder an dem Punkt scheiterst, dass du dich nicht treffen kannst. Sag deinen Freunden wie es bei dir aussieht und je nachdem wie es bei dir aussieht, nimm dir eine Auszeit von ihnen. Du könntest zum Beispiel sagen, dass du erstmal eine Auszeit brauchst um dich selbst zu ordnen und du dich in dieser Zeit nicht verabreden magst, wegen deinen Phobien. Das klingt zwar hart, aber was nützt es dir, ihnen Sachen zu versprechen (das du dich weiterhin mit ihnen Treffen kannst), die du eh nicht einhalten kannst. Anstatt Pläne mit Leuten zu machen, würde ich eher spontan versuchen vorbei zu gehen, wenn sie dann keine Zeit haben, ist es egal und wenn du den Weg dorthin nicht schaffst, versetzt du niemanden. Das löst den Druck. Wenn du monatelang nicht aus dem Haus kommst, versuch darauf zu scheißen. Wenn du dich deswegen noch weiter runter machst, wird dir das nichts bringen. Also mach das Beste daraus. Wie gesagt, ich kann dir leider nichts raten, was dir sofort Hilfe verspricht, versuche einfach ein paar Dinge für dich selbst auszuprobieren, vielleicht findest du dann einen Weg für dich, der für dich klappt. Ich leide momentan nicht darunter, weil ich für mich einen Weg gefunden habe, damit gut zu leben. Ich wünsche dir viel Glück.

16.07.2017, 05:26 Uhr     melden


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