Der Alkohol wird mich ins Grab bringen

12

anhören

Trunksucht Maßlosigkeit Sucht Waghalsigkeit Gesundheit

Letztens war ich auf einer Geburtstagsparty und habe mich spät nachts und gut befüllt mit Alkohol mit einem sehr guten Freund unterhalten, dessen Mutter letztes Jahr an Krebs verstorben ist. Ich meinte zu ihm, er könne mit mir über alles reden, und er entgegnete mir, dass er zurzeit zu sehr mit sich selbst beschäftigt sei, und dass er Probleme habe, die sowieso niemand versteht, und er sich daher mit ihnen allein beschäftigen müsse. Da ich ein guter Freund sein wollte und schon ewig lange etwas in mir trage, was ich gerne irgendwem anvertrauen würde und was mich allmählich verzweifeln lässt, sagte ich zu ihm: "Wir alle haben Geheimnisse. Mein Geheimnis ist, dass ich Alkoholiker bin." Sofort nachdem ich das gesagt hatte, liefen plötzlich Tränen über sein Gesicht und ich zerrte ihn sofort in einen anderen Raum, sodass keiner von den anderen Partygästen bemerken konnte, dass er weinte. Im anderen Raum angekommen erzählte er mir, dass seine Mutter ebenfalls 15 Jahre lang Alkoholikerin gewesen sei, und sagte mir wortwörtlich: "Du wirst sterben. Wir müssen zwar alle sterben, aber du wirst nicht nur ziemlich bald, vielleicht in 10 bis 15 Jahren, sondern auf eine Art und Weise sterben, die du dir nicht vorstellen kannst. Glaubst du, du fällst irgendwann einfach tot um? Nein, zuerst versaust du dein Leben, und bevor der Alkohol deine Leber angreift und du Leberzirrhose bekommst, werden sich andere Körperteile von dir verabschieden. Vielleicht kriegst du ein Zungenkarzinom, dass du weder sprechen noch essen können wirst, oder Leberkrebs." Ich sage zu ihm: "Das ist mir durchaus bewusst, dass ich daran nicht nur sterben werde, sondern daran verrecken kann." Und er meinte zu mir, in Anbetracht dessen, was mich erwartet, wenn ich so weitermache, ist Verrecken ein viel zu schwaches Wort.

Ich muss gestehen, die Klarheit seiner Worte hat mich beeindruckt. Bevor die Leber den Geist aufgibt, gibt es Warnzeichen, und wenn man noch rechtzeitig aufhört, dann kann sie sich vielleicht sogar noch regenerieren. Gegen Krebs oder gegen einen Herzinfarkt oder gegen einen Schlaganfall ist man aber in der Regel völlig machtlos, und Alkohol schadet nicht nur der Leber, sondern dem ganzen Körper. Meine Beichte ist: Obwohl die Androhung, dass ich vielleicht nicht an einer Leberzirrhose, sondern einfach nur an Kehlkopf- oder Magenkrebs sterben, oder irgendwann einfach nur an meiner eigenen Kotze ersticken werde, mich durchaus erschüttert hat, bin ich jetzt gerade, während ich dies hier schreibe, wieder besoffen.

Beichthaus.com Beichte #00039671 vom 26.04.2017 um 23:58:38 Uhr (12 Kommentare).

In WhatsApp teilen
Zufallsbeichte

Kommentare der Beichthaus-Bewohner

Boskono

Mit irgendwelchen Alkoholikern oder Junkies habe ich kein Mitleid. Würdet ihr mich nicht nerven, weil ihr dem Gesundheitssystem so auf den Sack geht, wärt ihr mir ziemlich egal. Keiner zwingt dich zu trinken, also lass es, oder geh schnell drauf.

27.04.2017, 13:23 Uhr     melden


RelaXxx aus Wonderland , Deutschland

Du solltest wirklich lieber damit aufhören. Alkohol ist wirklich scheiße. Es ist einfach nicht gut.

27.04.2017, 13:29 Uhr     melden


KingKurt

Das Du Dir selbst dein Suchtproblem eingestehst, iz schon mal eine wichtige Erkenntnis! Aber es heißt ja net umsonst: Sucht...und so kann ich das etwas melancholische Ende deiner Story ganz gut nachvollziehen. Der Mensch ist nun mal dumm. Wir gehen von der eigenen Unverletzbarkeit und dem Glück aus, das gerade uns das net passieren wird...doch es wird doch passieren; wie bei jedem anderen auch! Selbst Wissen schützt da net; wenn man bspw. sieht wieviele Ärzte so in ihren Pausen am KKH-Hintereingang eine Rauchen sind. Aus der Todesspirale ausbrechen kannst Du nur, wenn DU es möchtest...und obwohl die Geschichte Dich schon irgendwie berührt zu haben scheint, war es wohl offensichtlich net genug. Versuch doch mal zu Beginn die Aktion des Trinkens bzw. den erhofften Rausch mit anderen Aktionen zu ersetzten?!? Ob Du nun auf Gras umsteigst oder auf Marathonlaufen, kann eigentlich egal sein - solang es die Situationen vermeidet in denen Du das Gefühl hast Alkohol trinken wäre jetzt deine unbedingte Pflicht..probier´s mal aus!

27.04.2017, 14:03 Uhr     melden


carassi

Joa was soll ich sagen. Das geht noch viel viel gruseliger. Beispielsweise greift Alkohol die Leber an, und da werden die Teile des Blutes gebildet, die für Gerinnung zuständig sind. Anders gesagt, vielleicht brauchst du eines Tages irgendeine kleine OP, alles verläuft gut, du fühlst dich eigentlich ganz gut, und dann stellt sich nach der OP heraus, dass sich deine Wunden nicht schließen. Die Ärzte werden dann eine Weile Blutkonserven geben, in der Hoffnung, dass die Leber sich schnell erholt (was manchmal passiert, meistens nicht) und danach blutest du einfach bei vollem Bewusstsein langsam aus. Dauert ne Weile, weil die OP-Wunde vernäht ist und alles. Aber ganz dicht ist es halt nie. Kannst quasi zusehen, wie dein Leben aus dir herausläuft.
Ne andere Möglichkeit nennt sich korsakov. Das passiert Biertrinkern. Die ernähren sich meist irgendwann nur noch von Bier, da fehlen aber bestimmte Vitamine drin. Das Ergebnis ist ein Hirnschaden, der sehr ähnlich zu Alzheimer ist. Nicht reversibel. Bringt einen nicht um, aber nicht mehr zu wissen, wer und wo ich bin, stelle ich mir gruseliger vor als tot sein.

Ist aber egal. Du bist noch nicht so weit. Du bist noch in der Selbstmitleid-phase, in der dein Schicksal nur ein weiterer Grund zum trinken ist.
Vielleicht bist du irgendwann so weit, dass du wirklich aufhören willst. Für den Fall sind deine Ansprechpartner dein Hausarzt und die Suchtberatung. Keinesfalls kalten Entzug bitte, das kann dich nämlich auch umbringen. Immer unter ärztlicher Aufsicht entgiften.

Edit, Kurt, was du vorschlägst ist effektiv ne Suchtverlagerung. Damit verlagert man auch die Probleme, mehr nicht. Ne andere Sucht bedeutet andere Probleme, aber problematisch sind die alle.

27.04.2017, 14:03 Uhr     melden



kotman

An dieser Stelle:
Schöne Grüße an alle JGV's.
Mainacht steht vor der Tür.

27.04.2017, 14:30 Uhr     melden


xjudgex

warum zerrst du ihn aus dem raum wenn er weint? ist deine "männlichkeit" so verkümmerst dass man nicht weinen darf?

27.04.2017, 15:10 Uhr     melden


breschtleng aus da wo es schön ist, Deutschland

Nein, Herzinfarkt, Schlaganfall oder Krebs können auch oft selber verschuldet sein, bedingt durch einen ungesunden Lebensstil.

27.04.2017, 17:53 Uhr     melden


Vicco aus Deutschland

Solange du dich nicht selbst aus der Sucht befreien willst, sehe ich weder den Nutzen noch einen Grund dazu irgendetwas anderes zu sagen als dass du zumindest dein Problem erkannt hast, dir das aber ohne entsprechende Maßnahmen überhaupt nichts bringt...

27.04.2017, 22:42 Uhr     melden


KingKurt

@carassi...danke für deine Zeilen und die Infos..natürlich iz mein Ansatz eine Suchtverlagerung bzw. Vermeidungsstrategie. Da ich mich selbst aber weder in einem (auch) körperlichen Abhängigkeitsverhältnis befinde, noch mich medizinisch im Expertenkreis bewege, sind meine Zeilen eher als meine Verfahrensweise anzusehen, wenn ich in einer solchen Situation wäre...ob ich das dann auch praktisch so umsetzen könnte, weiß ich aber selbst net..einen Versuch sich von der körperlichen Komponente der Sucht zu lösen, wäre es mir aber allemal wert (besonders, wenn man noch net so weit iz und sich in ärztliche Therapien usw. begeben möchte)...

28.04.2017, 12:59 Uhr     melden


carassi

das funktioniert mit psychischer sucht, man kann auf suchtmittel 1 recht gut verzichten und ist quasi instant fast gleich stark abhängig von suchtmittel 2. bei suchtmitteln, die man nicht wirklich absetzen kann (zb heroin) nutzt man diesen effekt. die umsetzbarkeit ist aus einem anderen grund schwierig: der süchtige will seinen stoff. nicht irgendwas anderes. du musst es dir so vorstellen, dass es DAS mittel für alles ist. es macht gutes besser und schlimmes erträglich, es tröstet, ist der beste freund und manchmal auch der ärgste feind. DAS zentrum im leben. wichtiger als partner oder kinder oder stolz oder ehre oder moral. es aufgeben wollen die wenigsten, selbst dann, wenn sie wissen, dass es die ursache für die meisten probleme im leben ist.
auf physischer ebene klappt das nicht. entsprechend hat man dennoch die körperlichen erscheinungen von kaltem entzug.

die körperliche seite ist tatsächlich der harmlose teil. ne woche unter aufsicht entgiften und das thema ist durch. der körper vergisst seine abhängigkeit vergleichsweise schnell. die geistige abhängigkeit, die ist das eigentliche problem. ohne hilfe schafft das kaum einer, sich dieser zu stellen. die wird man auch nie wieder los. einmal süchtig, immer süchtig. man kann lediglich entscheiden, nicht mehr zu konsumieren.

ich hab ein paar alkoholiker in der familie und bin mit nem trockenen befreundet. man lernt so ein, zwei dinge..

28.04.2017, 17:01 Uhr     melden


pink_maggit

Die Erkenntnis geht immer dem Wunsch voraus, aufzuhören oder aufzugeben. Ich hoffe du entscheidest dich fürs Erstere. Alles Gute

28.04.2017, 20:23 Uhr     melden


xsecret aus Wiesbaden, Deutschland

Ich will das bereits gesagt nur noch um einen entscheidenden Punkt ergänzen, abgestorbene Zellen bilden sich NICHT und das heißt auch nicht vielleicht wieder neu! Das selbige gilt für Gehirnzellen die du bei jedem Suff verlierst. Ein befreundeter Psychiater hat mir einmal gesagt (er hat nur mit Drogenabhängigen zu tun) die schlimmste Droge sei der Alkohol, kurz gefasst: Einmal Matsch, immer Matsch ohne Aussicht auf Besserung im Gegensatz zu beinahe jeder anderen Droge

Überdenke deine Lebensweise wenn du es willst denn ändern kannst nur du selbst
LG

09.07.2017, 14:14 Uhr     melden


Jetzt anmelden, um auch einen Kommentar zu schreiben.

Facebook Kommentare

Ähnliche Beichten

Betrunken an einer Bahn surfen

Als ich mal alleine relativ betrunken zu einer Party gefahren bin, musste ich auf dem U-Bahnhof Alexanderplatz aussteigen. Ich hielt es in diesen Moment …

Komasaufen mit 17

Heute morgen wachte ich in der Intensivstation auf. Ich habe denen alles vollgekotzt, war aggressiv - wurde morgens um sechs Uhr mit 2,7 Promille aufgefunden. …


Aggression   Begehrlichkeit   Betrug   Boshaftigkeit   Diebstahl   Drogen   Dummheit   Ehebruch   Eifersucht   Eitelkeit   Ekel   Engherzigkeit   Falschheit   Faulheit   Feigheit   Fetisch   Fremdgehen   Geiz   Gewalt   Habgier   Hass   Hochmut   Ignoranz   Lügen   Manie   Maßlosigkeit   Masturbation   Missbrauch   Misstrauen   Morallosigkeit   Mord   Neid   Neugier   Peinlichkeit   Prostitution   Rache   Schamlosigkeit   Selbstsucht   Selbstverletzung   Sex   Stolz   Sucht   Trägheit   Trunksucht   Ungerechtigkeit   Unglaube   Unreinlichkeit   Vandalismus   Verrat   Verschwendung   Verzweiflung   Völlerei   Vorurteile   Waghalsigkeit   Wollust   Zorn   Zwang   Zwietracht