Forschungsprojekte im öffentlichen Dienst

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Verschwendung Trägheit Arbeit

Ich arbeite als Wissenschaftler im öffentlichen Dienst. Mein Arbeitsplatz wird überwiegend aus Steuergeldern finanziert. Die meisten Forschungsprojekte werden gestartet, ohne dass vorher eine wissenschaftliche Fragestellung formuliert wurde, die einer genaueren Überprüfung standhalten würde. Es geht erst mal nur darum, dass ein Projekt überhaupt zustande kommt. Wenn dann eines kommt, werden Arbeitspakete auf gerade verfügbare Mitarbeiter verteilt, die während der Antragsphase gar nicht eingebunden waren. Zu diesem Zeitpunkt sind dann alle wichtigen Formalitäten schon erledigt und spannen ein mehr oder minder enges Korsett auf, was wie getan werden darf und was nicht.

Unter diesen Voraussetzungen hängt es dann an den Mitarbeitern die vorbestimmten Arbeitsinhalte möglichst reputationswirksam zu verwursten, egal wie ungeeignet diese hierfür sind. Meine Beichte ist, dass ich regelmäßig keinen Plan habe, wie bzw. was sich unter diesen Umständen publizieren soll. Im übrigen bin ich aber ganz zufrieden mit den Arbeitsbedingungen und meiner aktuellen Lebenssituation, weshalb ich bisher keinen Jobwechsel in Erwägung gezogen habe.

Beichthaus.com Beichte #00039399 vom 26.02.2017 um 14:54:39 Uhr (8 Kommentare).

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Kommentare der Beichthaus-Bewohner

breschtleng aus Dünnpfiffhausen, Deutschland

Also kurz gesagt ihr arbeitet alle an Irgendetwas und keiner weiß was oder wieso....

27.02.2017, 11:18 Uhr     melden


Gauloises19

Das ist Praxis. Wenn alles funktioniert und keiner weiß wieso. Drücke euch die Daumen dass es weiterhin funktioniert, wäre ja schade würden Steuergelder für irgendein Unsinn ausgegeben.

27.02.2017, 11:48 Uhr     melden


Sauhaufen1

Das wundert mich aber nun schon. Normlerweise gibt es doch einen Hauptanstragsteller, der die Hyopthese und die genaue Projektplanung vorlegen muss, bevor bewilligt oder abgelehnt wird. Was fuer Wissenschaft ist das denn genau?

27.02.2017, 12:23 Uhr     melden









principat

Mal ehrlich: Wo ist das eine Beichte? Gibt genug Handwerkerfirmen die das genauso machen. Erstmal die Aufträge sichern und dann mal sehen wie man sie fertig macht.

27.02.2017, 12:52 Uhr     melden


Ragno aus Hier, Deutschland

Hätte nicht gedacht, dass man im Wissenschaftsbereich teils so ahnungslos ist.

27.02.2017, 14:51 Uhr     melden


RelaXxx aus Wonderland , Deutschland

Ich hab auch regelmäßig keinen Plan von daher Absolution. Aber wenn du sonst zufrieden bist ist die Welt doch heile.

27.02.2017, 16:31 Uhr     melden


PupsiKopf

Bissl zuviel auf fefes Blog gelesen was? Naja, ist ja trotzdem nichts neues.

27.02.2017, 20:38 Uhr     melden


VcS

Nuja, ist wie in der freien Wirtschaft: Die ranghohen Leuten geben die Richtung vor und verwirklichen sich zum Teil durch die Projekte selbst, die rangniedrigen führen nur aus. Dafür haben sie auch weniger Verantwortung und Arbeit an der Backe.

Das Problem, dass man eigentlich nicht viel zu schreiben hat, aber trotzdem schreiben soll, kenn ich auch von meiner Zeit als Wissenschaftler. Kann man theoretisch dadurch verbessern, indem man mehr arbeitet und das an interessanten Dingen - dann gibts auch mehr sinnvolles zu schreiben. Dazu muss man das Projekt mehr zu seinem eigenen machen, ohne sich daran zu stören, dass letztendlich immer noch andere bestimmen - halte ich für einen schwierigen Spagat.

Im akademischen Bereich gibts jede Mengen Nischenstellen, die zwar keine große Karriere versprechen, aber ein relativ sicheres Auskommen und mehr Selbstbestimmung. Halt die Augen offen und leg dir soviel Fachkompetenz wie möglich zu. Bin z.B. mit meiner Position als technischer Mitarbeiter ziemlich zufrieden - weniger Geld, aber kein akademisches Gedöns. Und nach Projektende sehe ich mal weiter...

27.02.2017, 21:26 Uhr     melden


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