Hilfe, ich bin paranoid!

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Vorurteile Feigheit Misstrauen Manie Bahn & Co.

Ich möchte beichten, dass ich komplett paranoid bin. Ich fühle mich in Zügen, Bussen und anderen Fahrteinrichtungen, in denen man eingeschlossen ist, nicht mehr sicher. Am liebsten fahre ich nur noch per Mitfahrgelegenheit. Paranoid bin ich in dem Sinne, dass ich sehr viel Angst vor Menschen habe - und wenn die Situation dann auch noch passt, drehe ich komplett durch. Letztens, zum Beispiel, bin ich mit dem Zug nach Hause gefahren. Auf einmal legt besagter Zug eine Vollbremsung hin, steht ein paar Minuten und fährt dann weiter. Der Zugführer macht keine Aussage, was passiert ist. Und auf einmal spuken in meinem Kopf Bilder, dass irgendwelche Söldner, Terroristen, oder sonst jemand den Zug unter ihre Kontrolle genommen haben und uns alle abballern wollen. Ich saß auf meinem Platz, habe wie eine Irre andauernd nach hinten über meine Schulter Richtung Zugführer geschaut und drauf gewartet, dass ich die ersten Schüsse höre.

Klar habe ich mir gesagt, dass es total bescheuert wäre, einen Zug zu übernehmen, trotzdem merkte ich die ganze Zeit, wie mein Körper auf instinktive Flucht umprogrammierte. Also Adrenalin pur. Und bleich bin ich geworden, meine Güte. Dieser Umstand geht sogar so weit, dass ich Angst vor Leuten habe, die zu lange in ihren Taschen kramen, eine Uniform anhaben und dabei noch bedrohlich aussehen, sowohl gegen Deutsche als auch Personen von augenscheinlicher anderer Herkunft. Und dabei bin ich auch keinen Ticken rassistisch. Ich schäme mich wirklich für meine Gedanken, denn der Typ, der so lange in seinen Taschen kramte, hat mir letztendlich einen Kaugummi angeboten. Bitte vergebt mir meine Paranoia. Ich bitte um Absolution.

Beichthaus.com Beichte #00037174 vom 07.12.2015 um 02:51:40 Uhr (17 Kommentare).

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Kommentare der Beichthaus-Bewohner

sheshe1

Komm mal wieder klar mit dieser Welt und hör auf Zeitung zu lesen.

08.12.2015, 15:28 Uhr     melden


ozelot

Dass Du paranoid bist, bedeutet nicht, dass sie nicht hinter Dir her sind.

08.12.2015, 15:31 Uhr     melden


pecos

Höchstwahrscheinlich war der Kaugummi vergiftet. Solltest Du ihn also angenommen haben hast Du wohl nicht mehr lange zu leben!

08.12.2015, 15:36 Uhr     melden


Dreshar aus Deutschland

Kann man sehen wie man will. Vermutlich reagierst du über - was meiner Meinung nach nach der ganzen dauerbeschallung der Medien überhaupt kein Wunder ist. Ein gesundes Maß paranoid darf man schon sein finde ich - zu gerade solchen Zeiten.

08.12.2015, 15:40 Uhr     melden


Kurai

Also wenn man sich in Busen nicht mehr sicher fühlt, wo dann?

08.12.2015, 16:05 Uhr     melden


VcS

Das ist keine Paranoia, das sind (ziemlich sicher) Panikattacken. Der Zugführer hätte eine Ansage machen sollen, aber letztendlich kann immer irgendwas solche Attacken bei dir auslösen. Lies dich mal zum Thema Panikattacken schlau (zum Beispiel im Internet), man kann bei den Symptomen durchaus einiges tun. Und mach dir Gedanken, wo die Angst herkommt, die sich immer mal wieder Bahn bricht. Wenn du allein damit nicht klarkommst, such dir eine Verhaltenstherapeutin (keinen Tiefenpsychologen oder Psychiater).

08.12.2015, 16:31 Uhr     melden


Zufallsbeichte



mrmacmau

Verständlich, wo es heutzutage so viele Terror gibt. U-Bahn London, Frankreich mehrfach schon in diesem Jahr (Unteranderem versuchter Terrorakt im TGV) , San Bernadino usw. 2012 sollte in Bonn ja auch eine Bombe hochgehen, die aber zum Glück nicht funktioniert hat.

08.12.2015, 16:48 Uhr     melden


mrbison

Und weißt du auch warum der Typ so lange in den Taschen gekramt hat um dir das Kaugummi zu geben? Weil du furchtbaren Mundgeruch hattest!

08.12.2015, 18:54 Uhr     melden


Freshducks

Ich fühle mich in Busen auch immer sehr sicher und geborgen.

08.12.2015, 19:49 Uhr     melden


Mrs.Pinky aus Deutschland

Ein bißchen Paranoia ist normal und in Ordnung. Wenn es aber ein Problem für dich ist und der Leidensdruck zu hoch wird, solltest du vielleicht mal über professionelle Hilfe nachdenken. Ich bin der Meinung, dass ein Großteil der Bevölkerung von einer Psychotherapie profitieren würde.

08.12.2015, 21:53 Uhr     melden


Wölfchen_Ly

Lass dich von den sarkastischen Kommentaren nicht verunsichern. Panikattacken oder Paranoia ist nichts, was man sich schämen muss - und etwas, was man behandeln kann. Durch Ändern des eigenen Verhaltens mit und ohne Hilfe (für eingefahrene Situationen ist eine Therapie nur empfehlenswert), durch Medikamente, durch Gespräche, etc. - Geh einfach zum Hausarzt und lass dich beraten. Sollten die Wartezeiten für ambulante Therapien zu lang sein und der Druck durch die Attacken zu hoch, kannst du dich für die Akuttherape auch einweisen lassen. Ansonsten gilt: niemals aus der Situation fliehen oder sie vermeiden. So paradox es auch klingen mag: es verschlimmert nur alles (Belohnunsgeffekt: du gehst, es geht dir besser - also beim nächsten Mal wieder genauso nur eher - und dann kannst du nicht mehr aus den Haus. Blöd.) Hältst du die Situation aus, wird deine Angst irgendwann abflachen und du merkst auch, dass es dir besser geht und wichtiger noch: das es ja gar nicht so~ schlimm war. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es funktioniert - und absolut keinen Spaß macht. Aber es funktioniert.

08.12.2015, 23:39 Uhr     melden


stonetrust

Versuche es doch vielleicht mal mit Musik. Setz Kopfhörer auf, lehn dich (wenn möglich) zurück und dreh (in Maßen) auf. Vielleicht beruhigt das. Ansonsten mal beim Hausarzt oder Therapeuten ansprechen.

09.12.2015, 00:38 Uhr     melden


kaugummipapier

Das ist mal wieder ein perfektes Beispiel dafür wie sich die Leute durch die Massenmedien manipulieren und verblöden lassen...

09.12.2015, 10:40 Uhr     melden


darkwoman aus Emmenbrücke, Schweiz

Es hört sich eher an als wärst du schon panisch.
Vielleicht helfen dir 1-2 Sitzungen beim Psychologen/Psychiater.

09.12.2015, 12:21 Uhr     melden


Halligalli1979.2

Warum sollte ein vollbesetzter Zug kein begehrenswertes Anschlagsziel sein?
Vorsicht ist immer gut; nur krankhaft sollte sie nicht sein.

10.12.2015, 10:53 Uhr     melden


Gollomosh aus Wien, Österreich

Ja. Du und nur genau du bist das Anschlagsziel Nummer 1. Hüte dich vor Spatzen, gelben Hosen, dem Sitz Nr. 68 sowie vor dem Gasmann.
Vollhonk.

24.07.2019, 17:52 Uhr     melden


anaba aus Beutelland, Deutschland

Kann dich verstehen, habe seit ich 12 bin, Panikattacken und Paranoia (inklusive Depressionen).Hab schon Therapien gemacht, aber dann angefangen, mein Leben wieder lebenswerter zu machen. Ich betrete keine öffentlichen Gebäude mehr,gehe selten in Läden. Und der Rest der Welt kann mich mal gepflegt am Ar.... lecken.Seitdem geht es mir gut.

04.05.2021, 20:48 Uhr     melden


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