Meine drogensüchtige Mutter

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Hass Zorn Ungerechtigkeit Drogen Familie

Ich habe das neue Leben meiner Erzeugerin zerstört. Ich (m/27) musste unmittelbar nach meiner Geburt zunächst auf "Entzug", da ich durch die Drogenproblematik meiner Mutter als Neugeborener beträchtliche Schäden hatte. Mein Erzeuger, auch drogenabhängig, machte sich dann aus dem Staub. Ich fand jedoch das liebste Zuhause, das man sich vorstellen kann - bei meinen Großeltern. Oma und Opa nahmen mich mit sechs Monaten, und ich erlebte die Nähe und Zuneigung, die mir bei den richtigen Eltern nie zugekommen wäre. Meine Mutter machte dann einen langwierigen Drogenentzug. Im Alter von knapp zehn Jahren wurde ich aus meiner liebevollen Umgebung herausgerissen. Meine Mutter, nunmehr clean, erhielt das Sorgerecht für mich, da sie sich über die Jahre angeblich so bewährt hatte. Ich durfte meine geliebte Oma, die ja meine eigentliche Mama war, nicht mehr sehen. Mein Opa war bereits verstorben, als ich knapp acht war. Meine Mutter erzählte Lügen, die nicht stimmten.


Ich merkte später, woran es ihr gelegen war - am Kindergeld, das für Drogen ausgegeben wurde. Meine Mutter landete schnell wieder im alten Muster. Sie brachte wechselnde Männer mit, die meist alles andere als eine weiße Weste hatten, und ich handelte mir die eine oder andere Misshandlung ein. Meist von den Männern. Mir wurde eingetrichtert, was ich bei den Anfangsbesuchen des Jugendamtes zu sagen habe, sonst würde ich meines Lebens nicht mehr froh. Es war die Hölle. Liebe und Zuneigung gab es nie. Ich musste springen, wenn sie oder ihre Partner einen Wunsch hatten. Nur zwei winzige Male sah ich meine Oma noch. Bei unserem letzten Telefonat - Telefonate kamen auch sehr, sehr selten vor, da ich es heimlich tun musste - wirkte sie sehr verzweifelt, viel verzweifelter, als sie es eh immer schon war. Am nächsten Tag lag sie tot in ihrem Bett. Ich weiß ganz bestimmt, dass sie an gebrochenem Herzen gestorben ist. Der Tag, an dem ich ihr weggenommen wurde, war der Anfang ihres Sterbens. Das Erbe ihrer Mutter nahm meine Mutter gerne an, obwohl sie ihr das Leben so zur Hölle gemacht hatte. Und dabei wuchs sie so liebevoll auf - sie geriet in der Pubertät aber an die falschen Leute, veränderte sich völlig, und meine Oma gab ihr nicht einmal eine Schuld, sondern nur sich selbst, und machte sich immer so viele Vorwürfe.


Meine Mutter zwang mich, ihr bei den Bewerbungen zu helfen. Sie hatte jetzt einen Mann in gehobener Stellung kennengelernt und machte nun einen auf feine Dame. Sie bewarb sich in einem Unternehmen und log im Lebenslauf, dass sich die Balken bogen und fälschte, als sei dies nicht schon schlimm genug, Arbeitszeugnisse. Sie bekam die Stelle. Aber die Suppe habe ich ihr gründlich versalzen. Ich wohnte zu diesem Zeitpunkt nicht mehr bei ihr - ich war da um die 20 - sondern in einer Wohngruppe für Jugendliche und junge Menschen unter 25, in der ich mich sehr wohlfühlte. Ich sorgte dafür, dass Arbeitgeber und neuer Freund vom Vorleben erfuhren. Sie bekam ein Verfahren wegen Urkundenfälschung und kurz darauf noch eines, da sie den Herrn um ein wenig Bares erleichtern wollte. Ihr neues Leben ist gelaufen. Vorbestraft braucht sie keiner mehr, da gibt es genügend andere Interessenten.


Mir geht es mittlerweile echt gut. Ich habe seit vier Jahren eine liebenswerte Freundin und bin in ihrer Familie gut angekommen. Ich denke auch noch oft an meine Großeltern, vor allem meine Oma, die mir so tolle Jahre geschenkt hat. Was meine Mutter angeht, so hoffe ich, dass niemand mehr auf den Gedanken kommt, sich ihrer zu erbarmen, denn sie hat in 41 Lebensjahren nur eins geschafft - Schaden anrichten. Naja, zumindest seit dem Jugendalter. Als Kind soll sie ja noch liebenswert gewesen sein.

Beichthaus.com Beichte #00036056 vom 30.06.2015 um 22:58:41 Uhr (21 Kommentare).

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Kommentare der Beichthaus-Bewohner

jjb aus Deutschland

Deine mutter hat dich mit 14 bekommen?
Wenn das alles so stimmt finde ich deine rache trotzdem irgendwie aermlich

01.07.2015, 11:40 Uhr     melden


>_

Du hast dem Karma geholfen. Früher oder später hätte deine Mutter die Quittung eh bekommen. Absolution!

01.07.2015, 12:05 Uhr     melden


budhet

Wenn die Geschichte stimmt ( mich verwundert auch das Alter deiner Mutter bei deiner Geburt), hast du meine Absolution, zumal Du nur Tatsachen weiter gegeben hast und nichts Erfundenes. Das sie ihren jetzt Exfreund um Geld erleichtert hat, zeugt ja auch eher davon, dass sie nichts dazu gelernt hat.

01.07.2015, 12:07 Uhr     melden


Die,_die_recht_hat

Fast noch schlimmer als die Lügen, die nicht stimmten, ist die Tatsache, dass deine Mutter dich mit 14 bekommen hat und in dem Alter schon so heftig drogenabhängig war.

01.07.2015, 14:48 Uhr     melden


carassi

hm wenn man mit 14 drogenabhängig ist hat man nicht viele möglichkeiten an geld oder an seinen stoff zu kommen. tada, kind. naja das beschriebene verhalten ist typisch abhängige, für einen süchtigen dreht sich alles um den stoff und alles andere, partner, liebe, eltern, kinder, ehrlichkeit, vertrauen, moral steht erst irgendwo weit dahinter. weglaufen und sie damit allein lassen ist wirklich das einzige was man tun kann.. ich wünsch dir alles gute für die zukunft.

01.07.2015, 15:05 Uhr     melden


Luxembourg

Keine Absolution für Rache Aktionen gegen die eigene Mutter. Wie kannst du dich wohl fühlen dabei, deiner Mutter die ein verdammt schweres Leben hatte, bzw hat noch schlechtes zuzufügen?
Die einzige Absolution die ich dir gebe ist, wenn du beichtest, dass du trotz allem was vorgefallen ist, deiner Mutter verzeihst, ihr hilfst und sie dabei unterstützt ein normales Leben zu führen und deinen Hass überwunden hast, obwohl du das eigentlich nicht wolltest.

01.07.2015, 16:26 Uhr     melden


Honigbienchen

Deine Mutter hätte sich das alles auch ohne dein Zutun irgendwann selbst kaputt gemacht. So sind diese Drogenjunkies einfach, außer zerstören kriegen die nichts gebacken, das aber dann gründlich. Du hast alles richtig gemacht und hast den anderen Beteiligten in diesem Fall sicher noch eine Menge Probleme erspart.

01.07.2015, 16:31 Uhr     melden


The Dude aus Schweiz

Du beichtest sozusagen, dass du das richtige getan hast? Ich mein, sie wollte die Leute bestehlen, und ein Auge zudrücken bei jemanden, der genau den gleichen Scheiss wieder vorhat, braucht man auch nicht. Keine Ahnung also, was du hier möchtest.

01.07.2015, 17:52 Uhr     melden









DieBesserwisserin

Ob deine Aktion gut war, darüber kann man sich streiten. Ich denke aber dass du ihren neuen Freund und den Arbeitgeber durchaus vor einer Menge Ärger bewahrt hast. Daher absolution.

01.07.2015, 18:07 Uhr     melden


carassi

luxembourrg, man KANN einem süchtigen nicht helfen. es ist schlicht nicht möglich. ein süchtiger wird erst seine krankheit eingestehen und etwas dagegen tun wenn er/sei am persönlichen tiefpunkt ist. an einem punkt wo klar ist dass es sein/ihr ende ist, in jeder hinsicht, wenn sich nichts ändert. solange sich jemand findet der sich kümmert, termine regelt, zur not rechnungen bezahlt, sich im wzeifel schützend vor sie stellt wenn sie (zum beipsiel) ne urkunde fälscht oder klaut wird sie nie, einfach niemals, versuchen was zu ändern. kein süchtiger der welt wurde je trockengeredet oder trockengeliebt. man kann nur loslassen, sie alleinlassen. man spricht von "in liebe fallenlassen", von "loslassen weil ich dich liebe und nicht helfen die einzige hilfe ist die ich dir geben kann". in diesem fall hab ich das gefühl es hatte eher was von heißer kartoffel weil der typische konflikt von angehörigen, selbsterhaltungstrieb vs gewissen, kaum ausgeprägt gewesen zu sein scheint. vermutlich der oma sei dank. helfen kann man erst wenn der süchtige ernsthaft und aus eigenem antrieb versucht sein leben in den griff zu bekommen. vorher ist jede hilfe kontraproduktiv und führt zu nix außer dass man dem süchtigen ein bequemes nest baut in der er/sie weiter konsumieren kann (was diese sehr praktisch finden) und dass einem selbst seelisch großer schaden zugefügt wird. der enge kontakt mit einem süchtigen macht einen auf dauer kaputt. immer.

01.07.2015, 19:07 Uhr     melden


mfg86

Wenn deine Geschichte stimmt - Absolution,auch wenn es die eigene Mutter ist.

01.07.2015, 21:30 Uhr     melden


CrazyFroggg aus Deutschland

Luxembourg, Was geht ihm das an das die ein ah soo schweres Leben hatte oder immer noch hat? Das geht ihm nichts an. Es ist ihr Leben für den sie sich selbst entschieden hat. Die Oma war aber keine schlechte Mutter also ist die Alte doch selbst schuld. Vielleicht lernt sie endlich mal was daraus. Die Rache hier war angebracht und hat weitere Menschen davon bewahrt verascht zu werden.

01.07.2015, 22:22 Uhr     melden


finalstraw0810

Ich kann das sehr gut nachvollziehen und wünsche dir alles Gute für deine Zukunft!
Volle Absolution

01.07.2015, 22:28 Uhr     melden


Johnny_Pümmel

Oha, Lügen, die nicht stimmen, wo gibt's denn sowas??

01.07.2015, 23:10 Uhr     melden


gackgaga

@carassi du hast VOLLKOMMEN recht!!! kann ich aus eigener erfahrung als süchtige bestätigen. auch bin ich nach abstinenzbeginn noch co-abhängig. zum glück habe ich die rolle der co-abhängigen schnell begriffen und distanziere mich nun von meinen alten süchtigen freunden.

01.07.2015, 23:19 Uhr     melden


guteronkel

Kannst du bitte erläutern, wo die Sünde zu suchen ist? Ich kann beim besten Willen keine Sünde sehen. Deshalb braucht es auch keine Absolution.
Du hast dich an deiner Geburts-Vagina gerächt. Das ist völlig in Ordnung.

01.07.2015, 23:21 Uhr     melden


G.Now

Die Mutter hat schlichtweg mal die Quittung fuer ihr Tun bekommen. Ich kann daran nichts Negatives finden.

02.07.2015, 15:05 Uhr     melden


Lanix

KEINE Absolution: es sieht so aus als hätte deine Mutter nach langer Zeit ihr Leben das erste Mal wieder in geregelte Bahnen gelenkt und das nach so einer langen Drogenkarriere und du hast sie vermutlich wieder voll reingestürzt, also genau das was du kritisierst. Ich bin absolut gegen Drogen und das Drogensüchtige Kinder in Obhut haben sollten, aber irgendwann muss man selbst Verantwortung für sein Leben übernehmen und nicht anderen oder den falschen Umständen die Schuld für alles geben. Du musst ihr nicht verzeihen, dass sie nicht die Mutter war die sie hätte sein sollen, aber Rache an den Eltern geht gar nicht.

21.07.2015, 21:22 Uhr     melden


Mrs.Pinky aus Deutschland

Ich kann verstehen, daß du dich rächen wolltest, aber das war wohl nicht ganz der richtige Weg. Wie soll sie denn nun vorbestraft ihr Leben wieder richtig auf die Reihe kriegen? Das, was du gemacht hast, war echt hart; allerdings hat sie es dir auch nicht gerade leicht gemacht...

12.10.2015, 16:47 Uhr     melden


DerPerky aus Deutschland

Hallo? Rache an den Eltern geht garnicht?? Was soll der scheiß denn? Hat er darum gebeten auf die Welt zu kommen?? Hat er darum gebeten, aus seiner gewohnten Umgebung herausgerissen und als Sklave gehalten zu werden?
Sie hat ihm eine normale Kindheit verwehrt, er verwehrt ihr ein normales Leben. Ihr redet hier doch immer von Karma? Bitte, da habt ihr es. Absolution erteilt!

22.01.2016, 19:34 Uhr     melden


Hentai1987 aus Offenburg, Deutschland

Absolution erteilt. Du hast ihrem neuen "Lover" viel Leid erspart

29.09.2020, 03:24 Uhr     melden


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