Hausmittel von Oma

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Da mein (m/26) Leben voll von Beichten ist, werde ich heute wieder mal beichten. Im Alter von ungefähr acht Jahren, ich ging damals auf die Grundschule, gingen meine Schwester und ich öfters nach der Schule bei unseren Großeltern essen, da sie praktisch neben der Schule wohnten und sehr großzügig Süßigkeiten verteilen und andere Dinge durchgehen ließen, die wir sonst eigentlich nicht durften - wie Großeltern eben so sind. Der einzige Nachteil an dem Ganzen war, dass meine Oma im Gegenzug zu den ganzen Vergünstigungen erwartete, dass wir ihre alt-schlesische Hausmedizin nehmen mussten, da diese für das Wachstum der Knochen und unsere Gesundheit sehr wichtig wäre. So mussten wir unter anderem Lebertran Pillen, Magnesium und noch anderes widerliches Zeug fressen. Der Gipfel war eine Tablette, gegen was auch immer, welche die Konsistenz und das Aussehen von Ohrenschmalz hatte, einfach widerlich. Im Nachhinein kann alles gar nicht so verkehrt gewesen sein, da meine Schwester und ich kaum krank waren und sind.

Nun zur Beichte! Da man als 8-jähriger Bengel alles besser weiß und die Dinger scheußlich schmeckten, musste unbedingt eine Notlösung her, wie wir an die Süßigkeiten kamen, ohne vorher den Medikamentenschrank Kaiser Wilhelms gefressen zu haben. Eines Tages kam meine Schwester (3 Jahre älter) freudestrahlend auf mich zu, was ich nicht verstand, da wir zuvor wiedermal Schlesiens acht Köstlichkeiten bekommen hatten. Sie zog mich ins Nebenzimmer, das Puzzlezimmer meines Opas, in dem eine drei Meter lange Kommode stand, ich verstand sofort und entledigte mich auch meiner, nach Zyankali schmeckenden, Kapseln. Nun hatten wir einen Weg gefunden, alle Freiheiten zu nutzen, ohne wirkliche Nachteile zu haben. Meine Oma wurde oft misstrauisch, da wir von nun an brav und gern ihre Pillen "schluckten", oft kontrollierte sie den leeren Mund, aber da sie nicht all zu gut sehen konnte, konnten wir unsere Gefahrenladung unter der Zunge verstecken, bis wir dann wieder Opas Puzzle "bestaunen" wollten. Oma vertraute uns jahrelang gutmütig und prahlte immer vor ihren Freundinnen, wie gut doch ihre Hausmedizin helfen würde.

Irgendwann musste allerdings Tag X kommen und meine Großeltern bekamen neue Möbel. Ich, damals schon 15, half beim Tragen. Und ich kann mich noch genau an den bitteren Moment erinnern, in dem die gute alte Kommode, unser jahrelanger Helfer in der Not, von der Wand weggerückt wurde. Das Bild, das sich bot, war grausam, eine gefühlte Tonne Tabletten lag dahinter, die sich alle in den Jahren gestaut hatten. Man dachte schon ein großer Pharma-Konzern hätte hier eine Mülldeponie! Meine Oma war ziemlich geschockt und traurig. Ich bitte hiermit um Absolution dafür, dass ich jahrelang meine Oma betrogen habe und dafür auch noch mit Süßem und allerlei anderem Guten belohnt wurde!

Beichthaus.com Beichte #00036013 vom 23.06.2015 um 23:17:53 Uhr in 31832 Springe (10 Kommentare).

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Kommentare der Beichthaus-Bewohner

sunnigirl aus Deutschland

Och Gottchen, wie niedlich. Und jetzt geh raus erleb was und Beichte was richtiges.

24.06.2015, 11:34 Uhr     melden


Mr.Goodkat

Witzige Geschichte, muss ich schon sagen. Meine Oma hat mich früher immer bis zum Abwinken mit Butterbrot vollgestopft, von daher kostet mich es auch heute noch große Überwindung, ein Butterbrot zu essen. Ich wünschte, ich hätte die Butterbrote damals auch irgendwie verschwinden lassen können...

24.06.2015, 13:11 Uhr     melden


G.Now

Vollstes Verstaendnis! Meine Omma hatte frueher auch allerhand Zeug am Start fuer die Enkel. Da war Lebertran noch das Angenehmste.

24.06.2015, 13:24 Uhr     melden



“35.000

“Beichte


Ragno aus Hier, Deutschland

Irgendwie gefällt mir das ganze mit den Tabletten nicht wirklich. Ihr bekommt Süßes und musstet dafür irgendwelche Tabletten nehmen? Finde ich ehrlichgesagt nicht so gut. Auch wenn die Oma es gut meinte.

24.06.2015, 15:37 Uhr     melden


NerdGirl

Ich hab bei meiner Oma immer Rittersport Rum genascht...und erst vor so zwei Jahren herausgefunden, dass da ja wirklich Rum drin ist.

24.06.2015, 19:38 Uhr     melden


mrshilton

Na wenn ihr die Tabletten nicht geschluckt habt, kann ja die Tatsache, dass ihr kaum krank seid und wart, nicht daran liegen...

24.06.2015, 21:43 Uhr     melden


Die,_die_recht_hat

Also meine schlesische Oma hat uns immer gezwungen, jeweils einen richtig dicken, blumenstraußgroßen Bund Petersilie pur zu essen, das war schon eine richtig traumatische Erfahrung. Aber eure Medikation klingt ja noch schlimmer.

25.06.2015, 07:43 Uhr     melden


Trueffelchen

Ohjemine.. klingt aber lustig die Story. Mach dir nichts draus, Kinder machen oft Unfug und ihr wolltet eurer Oma ja nichts Boeses.

30.06.2015, 10:31 Uhr     melden


Troy2017 aus München, Deutschland

Die schlesische Pillen-Oma ... ahijak ahijak ahijak!

09.07.2018, 13:19 Uhr     melden


Schwengl0r aus Gorzów Wielkopolski, Deutschland

Was soll das denn für ein Scheissdreck sein... Fragwürdige Polenpillen an kleine Kids verteilen???

18.08.2022, 10:22 Uhr     melden


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