Mit der eigenen Medizin geschlagen

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Boshaftigkeit Morallosigkeit Lügen Arbeit Gesundheit Helmstedt

Letztes Jahr im Oktober begann ich (m/19, vollintegrierter Halbtürke) meine Ausbildung als Gesundheits- und Krankenpfleger. Dort hatte ich einen ziemlich üblen Kollegen, der im dritten Ausbildungsjahr war. Er war der festen Überzeugung, dass er etwas Besseres und viel Schlaueres sei als wir beziehungsweise ich. Ständig verbesserte er mich, verspottete mich aufgrund meines noch nicht vorhandenen Wissens und gab mir Befehle in einem sehr miesen Umgangston. Er selber fiel aber bereits einmal durch die Abschlussprüfung. Vor einigen Wochen kam er dann zu mir und einigen anderen Erstkursschüler, lachte mich an und sagte mir, dass er Abführmittel in meinen Tee gemacht habe. Ich antwortete nicht, die anderen Schüler schauten schon verwundert. Als der böse Kollege dann in seinen Feierabend ging, bin ich zur Stationsleitung gegangen und habe ihnen vorgejammert, wie sehr mein Bauch doch wehtue. Als dann ein Mitschüler vorbei kam, gab dieser den entscheidenden Hinweis: "Oh, das kommt bestimmt von dem Abführmittel, dass dir der Drittkursschüler in den Tee gemacht hat." Die Stationsleitung rastete aus und rief sofort in der Schule und bei dem Geschäftsführer des Drittkursschülers an. Ich legte dann aber noch eine Schippe drauf und sagte ihnen, dass ich, aufgrund dieses Vorfalls, mein Vertrauen in die Kollegen verloren habe und nicht wisse, ob ich weiterhin dort arbeiten könne. Das war wohl Grund genug für die Geschäftsleitung, den Drittkursschüler zu entlassen. Aber nicht nur das, ich habe - wohl aus Mitleid - auch meine Probezeit bestanden, obwohl meine Noten nicht wirklich gut waren. Der arme Drittkursschüler wurde kurz vor seiner erneuten Abschlussprüfung entlassen und die drei Jahre waren umsonst für ihn. Als er mich dann vor einigen Tagen traf, fragte er mich, wieso ich das getan habe. Er sagte mir, dass es doch nur Spaß gewesen sei. Ich habe auch nur Spaß gemacht, aber ich habe eben einen anderen Humor. Es tut mir inzwischen aber wirklich leid und ich würde es nicht wieder tun. Drei Jahre seines Lebens und alles war umsonst. Andererseits wird er wohl nie wieder jemanden verspotten.

Beichthaus.com Beichte #00030799 vom 18.02.2013 um 01:10:26 Uhr in Helmstedt (Conringstraße) (24 Kommentare).

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Zufallsbeichte

Kommentare der Beichthaus-Bewohner

MatzePeters

Ich glaube das ist schon okay so.

18.02.2013, 11:51 Uhr     melden


azrael01

das ist hart, sehr hart.
obwohl verdient hat er es, weil das mit unter körperverletzung fällt. soll froh sein das du ihn nicht angezeigt hast.

18.02.2013, 12:08 Uhr     melden


Whitie66 aus Deutschland

Seine Lehrjahre waren nicht umsonst. Er musste einfach mal lernen, seinen eigenen Humor zu verstehen. Leider muss man wohl immer erst die Erfahrung machen, die eigene Nase zu begutachten, bevor man andere kritisiert. Es ist seine eigene Schuld!

18.02.2013, 12:09 Uhr     melden


Berber83 aus Hamburg, Deutschland

Dein Kollege mag ja ein A***loch mit absolut verfehltem Humor gewesen sein; aber Dein Maß an Heimzahlung finde ich absolut unverhältnismäßig. Aus einer persönlichen Fehde heraus hast Du ihm den beruflichen Werdegang endgültig verbaut. Und da Du selbst angibst, eher aus zweifelhaften Gründen bestanden zu haben, hatte er letztlich wohl gar nicht so unrecht, dich immer wieder zu belehren. Aber das konntest Du einfach nicht auf Dir sitzen lassen, richtig? Trainier mal lieber Deine Frustrationstoleranz. Wie willst Du sonst später mit unfreundlichen, frustirerten oder sonst wie suboptimal gearteten Patienten umgehen? Ihnen ins Essen spucken? Laborwerte verschleppen?

18.02.2013, 12:17 Uhr     melden


Xin

Ich glaube, die Strafe war wohl zu hart, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass er was draus gelernt hat. Hoffen wir, dass er die richtigen Schlüsse daraus zieht.

18.02.2013, 13:15 Uhr     melden


KeyserSoeze

Was soll die Info "vollintegrierter Halbtürke" uns sagen? Ansonsten hättest auch Deine Eier zusammenpacken können und Dich anders wehren können. Das war einfach nur schwach von Dir. Aber manche Leute lernen es halt auf die harte Tour. Er wird sich in Zukunft 2x überlegen, wen er welchen "Spaß" antut.

18.02.2013, 13:18 Uhr     melden


zeroarsch

Es ist anscheinend kein Einzelfall, dass asoziale Vollspacken in sozialen Berufen unterkommen. Ähnliches Verhalten - und damit meine ich das von beiden Personen hier - hab ich während meiner Zivildienstzeit im Krankenhaus mit angeschlossenem Altenheim auch betrachten dürfen.

18.02.2013, 13:50 Uhr     melden


carassi

das war körperverletzung und mobbing. irgendwer meinte mal dazu "9 von 10 leuten finden mobbing witzig". für mich ist die frage wie du die sache empfunden hast. wenn deine reaktion "nur" ein spaß sein sollte der völlig aus dem ruder lief dann war das schrecklich. wenn das deine art war dich gegen systematisches mobbing zu wehren hast du meine absolution.

18.02.2013, 13:55 Uhr     melden


notlonger

Glaub kaum dass diese Beichte stimmt. Da man in Deutschland nicht einfach entlassen (aus solchen Gründen wie beschrieben) wird und schon gar nicht in der Ausbildung. Da gibst erst-mal eine Abmahnung. Außerdem wo kommen wir denn hin wenn ohne Beweise einfach aufgrund von Aussagen Kollegen gefeuert werden.

18.02.2013, 14:54 Uhr     melden


Zufallsbeichte



29873

Ich bin der Meinung, dass du übertrieben hast. Außerdem: Warum habt ihr vorher nicht einfach miteinander geredet und Einiges Klar gestellt?

18.02.2013, 15:44 Uhr     melden


Axolotl

Ja sicher wird man für sowas entlassen! jemadem medikamente zu verabreichen(Das Abführmittel) ohne sein Zustimmen ist Körperverletzung. Und im dem Fall sogar Doppelt weil der Beichter dadruch ja wirklich schmerzen gehabt hätte.
Der Junge soll froh sein das der Beichter ihn nicht angezeigt hat, denn bei einer verurteilung wegen Körperverletzung darf man nicht mehr als Krankenpfleger arbeiten.
Ich finds nicht übertrieben. Jemand der sowas macht ist in meinen Augen nicht zum KP geeignet. Gibt schon genug Nullen in dem Beruf die echt Mist bauen.

18.02.2013, 17:01 Uhr     melden


Belze-Bub

Hat er Dir die Abführmittel verabreicht oder nur gesagt? Wenn nicht, dann hast Du gelogen!

18.02.2013, 17:04 Uhr     melden


patrikk

Alles schön und gut, aber was hat jetzt dein Migrationshintergrund mit der Beichte zu tun? Jedenfalls geht nichts aus der Beichte hervor.

18.02.2013, 18:01 Uhr     melden


MeinSenfDazu

Auf eine gewisse Art musst du ihn provoziert haben. Möglicherweise hast du auf ihn überheblich gewirkt (dein Schreibstil hat so einen gewissen Unterton). Wahrscheinlich hatte er irgendwo Komplexe, wie so viele Schlaumeier eben, und so entsteht das klassische Mobbing. Vermutlich war es wirklich nur ein sehr übler Scherz, die Sache mit dem Abführmittel im Tee. Denn du hattet doch KEIN Bauchweh, wenn ich richtig verstehe? Der Typ hat sich ein Eigentor geschossen, und du hast ihn daraufhin eiskalt ins Abseits befördert. Ich finde, @Berber hat das gut kommentiert, darüber solltest du ernsthaft nachdenken und daran arbeiten.

18.02.2013, 18:38 Uhr     melden


Peshewa

Warum sollte alles umsonst gewesen sein? Ist es nicht so, dass man, wenn man die Grundausbildungszeit hinter sich gebracht hat (was besagter Kollege ja scheinbar geschafft hatte), die Abschlusspüfung trotzdem machen kann? Gerade wenn er tatsächlich erst wenige Wochen vor der Prüfung gefeuert wurde.
Ich kenne einige Leute, die vor der Abschlussprüfung aus dem Betrieb ausgeschieden sind und die Prüfung trotzdem machen konnten...

18.02.2013, 20:05 Uhr     melden


Isis

Geschieht ihm Recht.... Ich meine, konnte niemand ahnen dass das so ein Ende nimmt... Und du auch nicht... Hätte er dich nicht so geärgert wäre es nie zu dieser Situation gekommen. Von mir Absolution für dich !

18.02.2013, 20:46 Uhr     melden


lord-doofie aus Deutschland

Trägt die türkische Abstammung irgendwie zur Beichte bei? Hab ich was entscheidendes überlesen?

18.02.2013, 23:59 Uhr     melden


Suane

Wenn ich schon wieder Kommentare bestimmter Möchtegern-Gutmenschen lese, einfach nur erschreckend... Man stelle sich vor, was wäre wenn man von seinem Kollegen auf Arbeit mit einem Messer angegriffen oder gar nur bedroht wird. Das wäre eindeutig Körperverletzung/Bedrohung und dafür gehört jeder Angestellte entlassen. Das Verabreichen von Medikamenten ist nichts anderes. Es ist Körperverletzung. Sowas muss man mit einem Kollegen nicht bereden oder klären. Sowas gehört angezeigt, dem Chef gesagt und die Person gehört entlassen. Erst recht wenn diese Person mit wehrlosen kranken oder alten Menschen arbeitet. Der Beichter hat absolut richtig gehandelt indem er die bestehenden Institutionen genutzt und so eine Person gemeldet hat. Als nächstes hätte der Täter sich an dem nächstbesten wehrlosen Patienten vergangen der ihn irgendwie nervt. Vollste Absolution.

19.02.2013, 02:15 Uhr     melden


Melitta_Jacobs-Hag

@Suane: Deine "Sorge" um einige Kommentatoren versteh ich nicht. Du übertreibst. Es steht nirgendwo in der Beichte geschrieben, dass er ihm die Abführmittel tatsächlich verabreicht hatte. Es ist vom Spaß die Rede. Wenn schon Tatsache, dann sollte der Beichter, der in meinen Augen ein wenig hochnäsig ist (Minderwertigkeitskomplex?), dieses auch deutlich machen. Anscheinend hat der Beichter diesen verseuchten Tee gar nicht getrunken. Wo ist das Problem? Dass sich ein Vollintegrierter zur Wehr setzt, ist verständlich. Er hat nicht ein klärendes Direktgespräch gesucht, sondern schwärzte jemanden an. Das war keine gute Lösung.

19.02.2013, 08:02 Uhr     melden


coolguy

Dafür Daumen hoch. Sehr guter "Sinn für Humor" falls du die Pointe verstehst ;)

19.02.2013, 09:26 Uhr     melden


FlowStyler aus Deutschland

Also irgendwo hört der Spaß auch auf, und bei der geschilderten Vorgeschichte finde ich die Handlung des Beichters völlig in Ordnung. Er hat den Bösewicht ja nichtmal direkt angeschwärzt, das ist dann ja anscheinend eher "zufällig" passiert. Alles richtig gemacht!

19.02.2013, 11:54 Uhr     melden


Raiswaffäl aus Schweiz

Es gibt einfach immer wieder so bösartige, miese Leute die es nicht anders lernen, du brauchst dir keine Gedanken zu machen, hätte es nicht sein sollen, hätte das Schicksal deine Aktion scheitern lassen, also mach dir keine Sorgen.

24.02.2013, 20:06 Uhr     melden


Katharina85

Jemand anderen Medikamente unterzumischen ist Körperverletzung. Seine Entlassung daher gerechtfertigt.

25.02.2013, 22:06 Uhr     melden


breschtleng aus Dünnpfiffhausen, Deutschland

Du solltest echt kein schlechtes Gewissen haben, so wie du den beschrieben hast hats der verdient! Absolution erteilt

24.05.2013, 15:06 Uhr     melden


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