Es war eine Nacht im Jahr 2003, damals war ich (m/22) 15 Jahre jung, und mein Kumpel war 16. Wir schossen uns wie so oft zu dieser Zeit mit Wodka und Gras ab, und lungerten draußen in der warmen Sommernacht rum, streiften durch die Straßen. Ich weiß auch nicht wieso, aber irgendwie fanden wir es sehr amüsant und spannend Mercedessterne abzubrechen und reihenweise Autos mit dem Schlüssel und auch Messern stark zu verkratzen. Ich schätze wir haben auf diese Art und weise an die 100 Autos in insgesamt drei Nächten beschädigt. In der letzten dieser Nächte wollten wir es auf die Spitze treiben, als wir auf einen großen Parkplatz kamen, auf dem mehrere Autos älteren Baujahres rumstanden, also ohne Alarmanlage. Wir holten aus dem Keller eine Meißel, und schlugen bei insgesamt circa 10 Autos die Scheiben ein. Nicht aber um Radios zu klauen, sondern einfach nur so. Gut wir schauten schon nach Wertsachen, aber in erster Linie wollten wir etwas verbotenes tun und die Autos zum Laufen bringen. Wir bekamen allerdings keins der Autos vollständig zum Laufen, zum Glück.
Eigentlich müsste ich schon tot sein. Ich weiß nicht warum ich so viel Glück hatte. Wir sind vor 2 Jahren, da war ich 18, öfters auf den Zuggleisen rumspatziert und haben uns meistens das Gehirn mit Weed weggeballert. Nunja und so kam es, dass ich dann in einem ziemlich highen Zustand es für eine gute Idee hielt, auf einen der Züge draufzuklettern. Der stand auf den Gleisen und war zu dem Zeitpunkt wohl außer Betrieb. Ihr wisst ja, wodurch Züge ihre Energie bekommen, daran habe ich aber in diesem Moment gar nicht gedacht. So kam es, dass ich zunächst gebückt auf dem Dach des Zuges lief, doch später mit mehr Mut mich gerade hinstellte. Sofort ging ich aber aus Schreck wieder in den gebückten Zustand, denn als ich mich gerade hinstellte, gingen meine Haare sofort hoch. Nach dem ersten Schock fand ich das lustig und wiederholte diese Prozedur, indem ich meinen Kopf langsam hob. Ich lachte mich halb tot, weil mein Kopf mit den Haaren nach oben, dem Sprichwort "da hat jemand wohl in die Steckdose gefasst" völlig neues Leben schenkte. Es hatte in diesem Moment sogar geregnet, aber aus irgendeinem Grund bekam ich keinen Stromschlag, der mir dann innerhalb von einer Sekunde den Rest gegeben hätte. Ich erinnere mich daran, weil heute in der Zeitung stand, dass ein Junge auf einem Zug geklettert war und einen Stromschlag bekam. Ich zitiere: "Dummerweise war dem 18-jährigen Jugendlichen nicht bekannt, dass selbst eine Entfernung von 1,50 Metern zu der Hochstromleitung dazu führen kann, einen Stromschlag zu bekommen." Meine Entfernung lag bei vielleicht 80 Zentimetern. Der Junge hätte ich sein können.
Ich (w/21) fahre im Jahr auf circa 6-8 Festivals. Pro Festival lass ich so 400 Euro durch, inklusive Ticket. Es kann auch schon mal so 100 - 200 Euro mehr sein. Um dieses Geld könnte ich mir auch einen Top All-Inklusive Urlaub raus lassen. Dennoch fahr ich lieber in die Wildnis zum campen, ernähre mich nur von Bier, Schnaps, Dosenfutter und Gras. Bei den Bands (vorzugsweise Hardcore) hau ich voll auf die 13. Danach wird schön geschmeidig bis die Sonne wieder aufgeht durchgefeiert. Ich beichte das für mich diese verlängerten Wochenenden wie Urlaub ist. Auch wenn für viele das nicht nachvollziehbar ist, und in deren Augen so ein promillereiches Wochenende keine Erholung darstellt.
Ich habe, nach 8 Monaten Rauchpause, wieder mit dem rauchen angefangen, damit ich schneller abnehmen kann. Mit Rauchen verbrennt man rund 200 kcal am Tag. Ich weiß, dass das nicht gut ist, aber es wirkt.
Mein Kumpel und ich kannten uns schon von klein auf. Stets haben wir unsere Freizeit gemeinsam verbracht und auch mal die ein oder andere kleine Dummheit begangen. Nach der Schulzeit bemerkte ich plötzlich, wie sich mein Kumpel immer mehr veränderte und ich sprach ihn darauf an. Er sagte mir, dass doch nichts sei und fragte mich, was ich denn habe. Da ich es nicht darauf beruhen lassen wollte, stellte ich meine eigenen Nachforschungen an. Ich fand heraus, dass mein Kumpel in die Drogenszene abgerutscht war. Ich war schockiert und stellte ihn zur Rede. Er versicherte mir zwar, dass er doch nur mal ab und zu einen Joint rauchen würde, aber ich wusste es aufgrund meiner Nachforschungen besser. Er konsumierte das Zeug nicht nur selbst, nein er fing auch an zu dealen. Es tat mir richtig weh, dass ich mit ansehen musste, wie mein Kumpel sein Leben wegschmeißt und dabei andere noch mit in den Sumpf zieht. Also fasste ich den Entschluss ihn "zu retten". Ich rief ihn an und sagte ihm, dass ich eine Aussprache mit ihm wolle. Er stimmte zu und sagte, dass er vorher noch etwas zu erledigen habe. Das war die Gelegenheit, denn erledigen hieß bei ihm dealen. Ich rief also die Polizei zum besagten Treffpunkt. Wie das Ganze dann abgelaufen ist, kann man sich ja vorstellen. Mein Kumpel beschimpfte mich auf das Übelste und warf mir so einige Sachen an den Kopf. Ich fühlte mich wirklich wie ein Verräterschwein, aber ich wollte doch nur das Beste für meinen Kumpel und ihm irgendwie helfen. Es kam zu einem Prozess und aufgrund einer Vorstrafe wurde die Strafe nicht zur Bewährung ausgesetzt. Ich fühlte mich noch mieser. Seit dem Vorfall sind jegliche Kontakte abgebrochen und ich ringe mit mir, ob ich ihn mal besuchen gehe. Ich hoffe einfach, dass er irgendwann versteht, dass ich ihm nichts Böses wollte und er mir sogar verzeihen kann.