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3.2/5 (61 Votes)

Zu blöd zum Verhüten

(00031244)



Ich weiß, dass sowohl meine Mutter, als auch meine Schwester, ihre Kinder von Herzen lieben und sie um nichts auf der Welt eintauschen würden. Aber ich habe trotzdem Angst, dass ich das "Zu-blöd-zum-Verhüten" - Gen geerbt habe. Meine Mutter ist ein gebildeter, intelligenter und verantwortungsbewusster Mensch und wurde trotzdem mit 18 ungewollt mit meiner großen Schwester schwanger, so wie ihre Mutter damals auch mit 19 das erste Kind bekommen hat. Meine Schwester wiederum bekam ihr erstes Kind mit 21, ebenfalls ungeplant. Und ich rede nicht von Kindern, die trotz korrekter hormoneller Verhütung entstanden sind. Allesamt haben in anderen Umständen geheiratet.

Ich bin jetzt 23 und möchte irgendwann einmal nicht heiraten, weil ich schwanger bin, sondern weil mein zukünftiger und ich unser Leben miteinander verbringen wollen. Kinder sollen kein Grund, sondern die Krönung einer Ehe sein. Ich bezweifle nicht, dass das auch so sein kann, wenn man vorher schwanger wird, ich habe nur in meinem Umfeld bisher nichts anderes gesehen. Man fühle sich also bitte nicht angegriffen, wenn man bessere Erfahrungen als ich gemacht hat. Es tut mir sehr leid, dass ich so überheblich bin, vielleicht kommt es daher, dass meine Schwester schon nach zwei Jahren unglücklich in ihrer Ehe ist und meine Eltern sich haben scheiden lassen, sobald meine Schwester und ich ausgezogen waren. Ich frage mich manchmal, wie blöd man sein kann, einen Tag die Pille zu vergessen und bin einmal im Monat trotzdem einem Herzinfarkt nahe, bevor meine Tage kommen. Mein Hochmut und meine Heuchelei tun mir sehr leid, es ist sehr arrogant von mir, andere zu verurteilen oder gar für zu blöd zu halten und ich bemühe mich sehr, das in Zukunft anders zu sehen. Ich glaube, dass so etwas schneller geht, als man denkt und man deswegen nicht vorschnell mit einem Urteil bei der Hand sein sollte. Vor allem, weil ich diesem Verhütungs-Gen meine halbe Familie und mein eigenes Leben verdanke. Ich bitte um Absolution.



Beichte vom 21.05.2013, 19:20:02 Uhr

2.9/5 (85 Votes)

Spitznamen im Fitnessstudio

(00031242)



Drei Mal in der Woche gehe ich ins Fitnessstudio. Nicht, weil es so lustig und toll ist, und unheimlich Spaß macht, nein, sondern weil es gesund ist und mein Verstand sagt, dass ich es deswegen tun muss. Ich mache das schon einige Jahre und muss sagen, dass es mir gut tut, denn ich habe wirklich einen schönen Körperbau. Spaß macht es aber immer noch nicht. Ich trainiere morgens vor der Arbeit, und um die Uhrzeit gehen verständlicherweise wenige Leute zum Trainieren. Die meisten kommen ein paar Wochen und dann sind sie nie wieder zu sehen. Besonders fette Frauen und Männer im Frühjahr. Ich gebe diesen Leuten Spitznamen. Ich schaue sie mir an und überlege mir etwas. So heißt einer Harry, weil er so eine bescheuerte Frisur hat wie Harry Potter. Einer heißt Adam, weil er aussieht wie ein bekannter, gleichnamiger Schauspieler. Eine nenne ich Ma Baker, denn sie ist fett und hat einen richtig grimmigen Blick. Oder Tai-gin-seng, weil er ein Asiat ist. Ein älteres Paar kommt auch regelmäßig, sie heißen Opa und Oma. Einer heißt Schlapper, er kommt immer mit Badeschlappen. Blubber und Schwabbel nenne ich zwei Mädchen, die immer gemeinsam kommen.

In Gedanken rede ich dann mit Ihnen: "Na Opa, noch nicht an Altersschwäche gestorben?", "Schwabbel, so wird das nichts mit deiner Übung.", oder: "Hey, Ma Baker, sag bloß nicht Guten Morgen zu mir, du stinkst mir zu sehr aus dem Mund." Einen Typen nenne ich übrigens Wichser. Er ist jung, sieht super aus, ist immer gut drauf, hat einen perfekten Body, coole Klamotten und in der Dusche habe ich gesehen, dass er dazu noch einen echt schönen, großen Penis hat. Also meinen Neid hat er. Deswegen "Wichser".



Beichte vom 21.05.2013, 16:10:23 Uhr
Ort: Böblinger Straße, 71043 Sindelfingen

4.1/5 (146 Votes)

Mein Problem mit Frauen

(00031237)



Ich (w/20) hasse Frauen. Mit denen kann man nichts anfangen. Sie sind dauerzickig, die meisten sind humorlos oder einfach nur total oberflächlich. In meinem Freundeskreis gibt es nur wenige Frauen, die auch cool sind.
Freitagabends gehe ich am liebsten mit meinem Freund und seinen Freunden weg. Witze über Frauen oder Sexismus? Da haue ich auch mal den einen oder anderen Spruch raus. Ich wirke aber nicht wie eine verbitterte, genervte Frau und würde sagen, mit mir kann man viel Spaß haben.
Ich hasse shoppen, zum Friseur gehen und stundenlang tratschen. Dafür zocke ich gerne, trinke gerne Bier, esse alles und viel, bis ich auch wirklich satt bin, und habe trotzdem eine gute Figur. Frauen können einfach kaum etwas. Sie können nicht Auto fahren und sind bei allen anderen Dingen total aufgeschmissen. Ein Regal aufbauen? Niemals.
Männer setzen sich ins Auto und beherrschen es Prima. Man hat Streit? Dann geht man zusammen einen trinken und alles ist perfekt. Wieso Frauenquoten einführen? Sollen Frauen doch Chef werden, weil sie es drauf haben, und nicht weil es so sein muss!
Tut mir leid, dass ich jetzt alle über einen Kamm geschoren habe. Aber bei der Mehrzahl trifft es halt so zu.



Beichte vom 20.05.2013, 22:49:24 Uhr
Ort: Dortmund




1.7/5 (123 Votes)

Die Schlüpfer-Fahne

(00031207)



Ich habe heute zufällig eine ehemalige Klassenkameradin in der Stadt gesehen. Dabei ist mir wieder eingefallen, wie gemein wir damals zu Schulzeiten zu ihr waren. Sie war damals schon stark übergewichtig und wir haben uns permanent über sie lustig gemacht, sie "Fettie" genannt und solche Dinge. Das war aber noch harmlos, im Vergleich zu dem, was ich und ein paar Klassenkameraden während der Abschlussklassenfahrt gemacht haben. Wir waren in einer Jugendherberge und klauten ihr aus ihrem Zimmer aus dem Schrank einen Schlüpfer. Sie trug riesige Feinripp-Oma-Schlüpfer. Vor der Jugendherberge war ein Fahnenmast mit einer Fahne, die holten wir runter und hissten stattdessen ihren Schlüpfer als Fahne, sodass alle sehen konnten was sie drunter trug. Das war aber erst der Anfang. Im Speisesaal der Jugendherberge hatte jede Klasse fest zugeordnete Tische, und obwohl es keine feste Sitzordnung gab, saß eigentlich jeder immer am selben Platz. Die Stühle waren totale Billigstühle. Einer meiner Kameraden hatte sein Taschenmesser mit in die Jugendherberge geschmuggelt, an dem sich auch ein Schraubenzieher befand. Wir lösten einfach ein paar Schrauben an dem Stuhl, auf dem unsere übergewichtige Klassenkameradin immer saß. Als sie sich dann hinsetzen wollte, brach der Stuhl zusammen, sie fiel auf den Boden, und weil sie ihren Teller noch in der Hand hatte, landeten die Spaghetti mit Tomatensoße auf ihr drauf. Natürlich lachte der ganze Speisesaal sie aus und sie lief weinend aus dem Saal. Damals fanden wir das superlustig, heute tut mir das Ganze total leid. Wie ich erst ein paar Jahre später erfahren habe, hatte sie es damals nicht einfach. Ihre Mutter war einfach abgehauen und ihr Vater war überfordert, daher gab es bei ihr zu Hause fast nur ungesundes, fettiges Fertigessen und aus Frust stopfte sie sich mit dem ungesunden Zeug voll und wurde fresssüchtig. Leider scheint sie bis heute keine Hilfe bekommen zu haben, denn als ich sie heute gesehen habe, war ich erschrocken, wie fett sie inzwischen geworden ist, sie wiegt bestimmt über 200 Kilo. Seitdem habe ich ein schlechtes Gewissen und frage mich, ob sie jetzt nicht so fett wäre, wenn wir sie damals nicht gemobbt, sondern ihr geholfen hätten.



Beichte vom 15.05.2013, 01:10:53 Uhr

3.2/5 (86 Votes)

Der Fettklops auf den Fotos

(00031172)



Eine Bekannte zeigte mir einmal ein paar Privatbilder, also Familienfotos, Urlaubsfotos und Partybilder, von sich auf ihrem PC. Dabei war ein sehr übergewichtiger Mann Anfang 50 relativ oft auf den Bildern zu sehen. Ich fragte sie also beiläufig, wer denn dieser Fettklops da sei, worauf sie antwortete, dass er ihr Vater ist. Mir war das peinlich, ich entschuldigte mich mehrmals und meinte noch, dass mein Vater ja eigentlich auch übergewichtig ist. Zum Glück nahm sie es mir nicht wirklich übel. Ich bitte um Vergebung für mein abwertendes Verhalten Dicken gegenüber.



Beichte vom 11.05.2013, 15:12:42 Uhr
Ort: Hamburg


183 Beichten insgesamt (Kategorie Vorurteile).



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