Ich könnte kotzen, wenn Menschen, die nicht an Gott glauben oder sich zu keiner Religion bekennen, ständig versuchen, anderen ihren Glauben auszureden. Ganz schlimm ist es, wenn sie diese deshalb dumm anmachen, von wegen "Wie kann man nur so blöd sein und an so etwas glauben?", "Ich hasse die Angehörigen jeder Religion", und so weiter. Solchen Menschen stehe ich enorm feindselig gegenüber und es gab in diesem Zusammenhang sogar schon tätliche Auseinandersetzungen. Wer Menschen aufgrund ihres Glaubens verurteilt, kann sie genau so gut wegen ihres Geschlechts oder ihrer Ethnie verurteilen. Ich gestehe, dass ich vor den Anhängern jeder Religion der Welt - mag sie auch noch so verschroben, seltsam oder radikal sein - mehr Respekt habe als vor solchen, die den Gläubigen ständig auf die Nerven gehen oder sie sogar angreifen.
Ich hasse Tage, an denen es um eine bestimmte Person geht, wie den Vatertag oder den Muttertag. Ich habe meine Eltern sehr gern, aber einen besonderen Tag brauche ich dafür nicht. Wenn ich ihnen etwas schenken möchte, tue ich dies unabhängig vom Kalenderdatum. Was mir dabei auf die Nerven geht, ist, dass diese Tage wichtig für meine Eltern sind. Vor zwei Jahren wollte ich den Muttertag mal unter den Tisch fallen lassen, woraufhin meine Mutter eine ziemliche Szene gemacht hat. Ich kaufe meinen Eltern jedes Jahr für diese Tage etwas, aber auch nur weil ich muss.
Ich möchte beichten, dass ich sadistisch zu unserer Putzfrau bin. Als gute, lesbische Atheistin wohne ich im evangelischen Studentenwohnheim und erfreue mich an dem Stadl hier. Natürlich provoziere ich auch ganz gerne und muss dafür nicht mehr tun, als ich eh schon mache (Binge Drinking, lauter Metal, Religionszynismus, lesbische Bettbekanntschaften). Herrlich also! Die Putzfrau hier ist natürlich, wie alle Mitarbeiter, gute Christin und in diesem Falle besonders religiös (russisch-orthodox). Sie kommt zweimal wöchentlich und die Zeit nutze ich eifrig, um der Guten etwas einzuheizen. Alles begann damit, dass ich mit einer Mitbewohnerin gerade in der Küche saß, als sie die Fenster putzte. Wir erzählten frohgemut von unseren Homogeschichten, als die Putzfrau mit ihren Hasstiraden auf Homos loswetterte: "Eklig!", "Gott will das nicht!" und so weiter. Seitdem gebe ich mir besondere Mühe, dass sie meine lesbischen Beziehungen auch direkt zu sehen bekommt. Weiterhin grüße ich sie nie und mache mir den Spaß, über frisch geputzte Böden einfach immer hinwegzugehen oder genau dann zu duschen, wenn sie gerade das Bad putzen möchte. Sie fängt dann öfters an, lauthals auf russisch zu fluchen oder hämmert mit dem Staubsauger mal nebenbei gegen meine Tür. Meine neueste Gemeinheit ist es, russischen Metal, den ich tatsächlich selbst höre, laufen zu lassen, wenn sie da ist. Die Texte dürften ihr den letzten Nerv rauben. Ich sehe ein, dass meine Anti-Nummer durchaus kindisch ist und ich dennoch so viel Spaß daran habe, dass ich bis zu meinem Auszug weitermachen werde!
Dies ist meine erste Beichte. Eigentlich habe ich sehr viel zu berichten. Ich (w/20) wurde christlich erzogen und lebte auch aktiv meinen Glauben. Ich strebte immer nach einer besseren Beziehung [...] Diese Beichte steht unter Jugendschutz und kann nur von registrierten Mitgliedern gelesen werden.
Ich komme öfter an einem öffentlichen Bücherregal vorbei, in das man Bücher stellen kann, die man nicht mehr will und sich auch an vorhandenen Schmökern bedienen darf. Beides habe ich bereits des Öfteren getan. Neben Klassikern, alten Informatikbüchern und Hausfrauenromanen taucht in diesem Regal aber auch immer wieder religiöse Propaganda auf, wobei es sich oft um Material der Zeugen Jehovas oder um irgendwelche esoterischen Engelssekten handelt. Die meisten kennen ja vermutlich diese kleinen Büchlein oder Broschüren, die einen dazu bewegen sollen, sein Leben wegen ein paar halbgaren Argumente total umzukrempeln. Jedenfalls war einmal fast ein halber Meter nur damit vollgestellt, was mir gar nicht passte. Deswegen habe ich mich ordentlich mit diesem Zeug beladen und es einfach in den nächsten Mülleimer geworfen. Seitdem reinige ich das öffentliche Bücherregal regelmäßig von religiöser Propaganda.