Ich habe hier im Beichthaus einmal eine Beichte gelesen, dass jemand in der U-Bahn immer stehend vor sitzenden Fahrgästen furzt. Das fand ich ziemlich lustig. Als ich im Februar in Berlin war, bin ich mit der U-Bahn gefahren und musste an diese Beichte denken. Die Bahn war vollgestopft mit Leuten, und ich stand neben sitzenden Menschen. Ich wollte es unbedingt auch einmal ausprobieren, also habe ich einen schönen Schleicher rausgepustet. Nach kurzer Zeit sagte jemand in schönem Berlinerisch: "Hier hat eener jeschissen!". Ich blieb unenttarnt. Ich beichte, dass ich aus purer Lust nach Spaß andere Leute belästigt habe.
Im Alter von ungefähr neun Jahren hatten drei Schulkameraden und ich (m/34) Langeweile. Man kannte sich aus der eigenen Klasse oder aus den Parallelklassen und unternahm nachmittags immer mal wieder [...] Diese Beichte steht unter Jugendschutz und kann nur von registrierten Mitgliedern gelesen werden.
Ich (m/23) möchte beichten, dass ich, seit ich etwa dreizehn Jahre alt bin, eine ganz blöde Eigenschaft entwickelt habe. Immer, wenn ich nämlich zum Beispiel auf Kur oder im Urlaub war, habe ich den Leuten, mit denen ich nur während dieser Zeit befreundet war, irgendwelche Lügen über meine Person erzählt. So habe ich zum Beispiel mal behauptet, dass ich schwul wäre oder das ich eine Krankheit hätte.
Der Zweck dieser Wandlung war, dass es mich schon immer interessiert hat, wie die Leute auf mich reagieren würden, wenn ich anders wäre und es hat super funktioniert! So hatte ich, als ich behauptete ich sei schwul, viele weibliche Freunde. Natürlich nur als "Aller-Beste-Freundin" oder so, denn viele Frauen wollen einen schwulen Freund. Ich wollte einfach mal das, was diese ganzen 90 Jahre alten Verhaltens-Forscher-Säcke so erzählen, nachprüfen. Und es war und ist auch heute noch sehr interessant zu beobachten, wie das in der Realität aussieht. Ich mache das außerdem um etwas Abwechslung in mein Leben, dass sonst nur so vor langweiligem Klischee-Alltag strotzt, zu bringen. Leider ist die Kehrseite, dass ich dadurch wahrscheinlich schon viele Leute, die das Potenzial zu echten Freunden hätten, ziehen lassen habe oder andere verletzt habe. Wenn ich darüber nachdenke, tut mir das jedes Mal so leid, dass ich mir denke, ich muss das sein lassen, aber ich kann nicht. Ich will also beichten, dass ich mich bei passender Gelegenheit oft selbst verstelle, nur um nicht so langweilig wie immer zu sein.
Beichte vom 29.04.2013, 19:55:58 Uhr Ort: Mittelstr., 82024 Grünwald
Ich (w/20) möchte hiermit beichten, dass ich einfach nicht von meinem Exfreund loskomme. Wir sind jetzt gut 1,5 Jahre getrennt und waren fast 5 Jahre zusammen. Dann hat er mich für eine andere verlassen, die schon seinen halben Freundeskreis durchhatte. Von jetzt auf gleich, obwohl wir einen Monat vorher noch zusammenziehen wollten. Ich habe im Anschluss 8 Kilo abgenommen, konnte über Wochen nicht schlafen und war auch im Krankenhaus. Ich trage immer noch Schmuck-Geschenke von ihm, weine täglich vor Bildern von ihm etc. Viel schlimmer ist jedoch, dass er sein Facebook-Passwort nicht geändert hat. Mysteriöserweise verschwinden regelmäßig Statusmeldungen, Bilder und seit der gesamten Zeit sieht nur er seinen Beziehungsstatus. Auch seine neue Freundin muss leiden. Viele ehemalige Partner und One-Night-Stands von ihr haben sich mit mir verbündet, sodass regelmäßig die härtesten Rachepläne geschmiedet werden. Noch ist von mir nichts weiter passiert, aber ich wäre mir nicht zu sicher, dass bei mir doch auch mal die Sicherungen durchbrennen. Ich möchte also beichten, dass ich mich zum einen, andauernd im Profil meines Exfreundes einlogge, um Dinge zu löschen und zum anderen, dass ich Männer nur noch für mein Vergnügen nutze. Ich sage immer ehrlich, dass mein Herz jemandem anderen gehört. Wenn die Männerwelt dann meint, sich trotzdem zu verlieben, ist das nicht mein Bier.
Ich habe während meines Studiums einen Job gemacht, für den ich mich mittlerweile furchtbar schäme. Während meine Kommilitonen Nachhilfe gaben, an der Tanke arbeiteten und Ähnliches, habe ich mich als Tänzerin in einer Tabledance Bar in der 70 Kilometer entfernten Großstadt verdingt. Ich hatte oft Kunden, die einen Ehering am Finger hatten und trotzdem habe ich ab und zu bei einem so genannten Private ein Auge zugedrückt und diesen verheirateten Männern für ein Scheinchen mehr erlaubt, mich zu begrapschen. Keine Ahnung, was mich da geritten hat, ich habe nur das Geld gesehen. Heute frage ich mich, wie ich so dumm und naiv sein konnte. Von dem Job weiß und wusste niemand, ich würde mir eher ein Bein abhacken, bevor ich das irgendjemandem erzähle.
Mittlerweile bin ich in einer festen Beziehung und vor ein paar Monaten Mutter geworden. Wir leben ein grundsolides Leben. Hochzeit, Haus und zweites Kind sind in Planung. Trotzdem bin ich unglaublich eifersüchtig, wittere ständig Konkurrenz oder Betrug. Wenn mein Partner weggeht, stelle ich mir vor, wie er mit anderen Frauen rummacht. Ich lese heimlich seine Nachrichten in seinem Handy und bei Facebook, weil ich zu oft erlebt habe, dass Männern eine Beziehung nichts bedeutet und ein Ring am Finger noch längst nicht ewige Treue heißt. Letztens bin ich fündig geworden und es hat sich herausgestellt, dass mein Partner auf einer seiner letzten Geschäftsreisen einen Flirt hatte. Gelaufen ist nicht viel, es gab wohl einen flüchtigen Kuss, nachdem er panisch die Flucht ergriffen hat. Ich mache ihm seitdem die Hölle heiß und könnte rund um die Uhr ausrasten. Dabei ist es im Grunde genommen blanker Hohn, dass ich, die wildfremden Männern ihre Brüste ins Gesicht gestreckt hat und Kohle dafür genommen hat, dass genau diese Männer ihr an den Hintern fassen dürfen, wegen so einer Sache ausrastet. Mit mir haben wahrscheinlich 150 Männer ihre Frauen hintergangen und ich rege mich auf, wenn mein Partner flirtet. Ich beichte hiermit, dass ich mich nicht nur auf eine gewisse Art prostituiert habe, sondern auch die Königin der Doppelmoral bin.
Beichte vom 18.04.2013, 23:59:16 Uhr Ort: Am Mitterfeld, München