Ich (w/20) habe gestern von meinen Eltern erfahren, dass es sein kann, dass mein Opa mich vor circa 16 Jahren sexuell missbraucht hat. Ich kann mich erinnern, dass ich als kleines Kind beim Psychologen war, da ich, obwohl ich eigentlich trocken war, mich nach einiger Zeit wieder eingenässt habe, als ich 4 Jahre alt war. Meine Eltern sind mit mir von Arzt zu Arzt, und halt auch zum Psychologen aber es kam nie raus was der Grund war geschweige denn eine Lösung für mein Problem. Zu dieser Zeit war sexueller Missbrauch auch noch ein riesiges Tabu-Thema, weshalb niemand in diese Richtung gedacht hat. Vor 8 Jahren kam dann raus, dass mein Opa meine Uroma sexuell missbraucht hat, darauf hin sind meine Eltern wieder mit mir zum Psychologen, damit er etwas raus bekommt. Mein Opa hat alles geleugnet und bei mehrfacher Nachfrage wollte er nicht mehr drüber sprechen.
Meine Familie hat ihn dann unter Druck gesetzt und ihm gesagt er solle eine Therapie machen oder man würde ihn anzeigen. Der Psychologe hat jedoch aus mir nichts raus bekommen. Darauf hin haben meine Eltern über Jahre den Kontakt abgebrochen und ab diesem Tag hatte sich das Problem mit dem Einnässen erledigt. Wir haben mittlerweile wieder Kontakt zu meinen Großeltern aber nur sporadisch, wir sehen sie nur an Geburtstagen und das war es. Aber ich habe seit Kindheitstagen eine Ablehnung gegen meinen Opa. Ich kann es nicht haben, wenn er mich umarmt oder neben mir sitzt. Mittlerweile bin ich wegen Depressionen in Behandlung, aber auch dafür gab es bis jetzt keinen schwerwiegenden Grund. Ich lag heute die ganze Nacht wach und habe mich selbst dafür verachtet, dass ich als Kind nichts dazu gesagt habe, weder ja noch nein und mich auch an nichts mehr erinnern kann. Ich musste das gerade einfach los werden.
Ich (w/21) habe eine beste Freundin, die mit 14 Jahren vergewaltigt worden ist. Sie war nie wieder so, wie sie einmal war. Immer misstrauisch, ängstlich und schüchtern. Obwohl ich weiß, dass ich nichts hätte tun können, fühle ich mich schuldig und ich spüre immer wieder den Hass auf die Menschen, die anderen so etwas antun können. Ich wünschte, ich könnte ihr einen Teil ihrer Qual abnehmen, aber das kann ich nicht. Ich fühle mich deshalb ziemlich mies.
Ich beichte hiermit, dass ich voll und ganz an Selbstjustiz glaube. Sollte irgendjemand jemals versuchen, eine mir nahestehende Person anzufassen, dann bringe ich ihn eigenhändig um, wenn ich die Chance dazubekomme. Und wenn ich dafür lebenslänglich in den Bau muss, das ist es mir wert. Niemals werde ich solchen Schweinen vergeben, dass sie so mutwillig andere Leben zerstören.
Ich (m/31) wurde mit acht Jahren von dem Arbeitskollegen meines Stiefvaters mehrmals missbraucht. Meine Eltern wollten ein ruhiges Wochenende verbringen und haben mich dann bei ihm abgeladen. Erst vor einem halben Jahr, in einem Streit mit meinem Stiefvater, habe ich aus der Wut heraus alles rausgelassen. Seine Reaktion darauf, schulterzuckend, war: "Na und? Sicher doch nur eine Lüge!" Ich habe ihn daraufhin aus meiner Wohnung geprügelt. Meine Mutter saß sprachlos in meiner Küche und hat alles regungslos mit angesehen. Als sie es begriffen hat, kam nichts. Keine Umarmung, keine tröstenden Worte. Gar nichts.
Er denkt, weil ich in meiner Kindheit, wie viele Kinder "Notlügen" musste, um gewissen Strafen zu entgehen, würde ich auch heute noch dauerhaft Lügen. Dabei bin ich ein sehr ehrlicher Mensch geworden, aber das merkt er nicht. Mein Stiefvater ist seit je her ein arrogantes Etwas. Es würde viel geben, das ich erzählen könnte, um das zu belegen, aber das gehört nicht zur Beichte. Dieser Missbrauch hat mein Leben komplett verändert. Nach außen hin gebe ich mich stark, lache viel und mache einen auf fröhlich, innen bin ich aber kaputt. Nur meine engsten Freunde haben dies bemerkt. Psychisch habe ich das nie verarbeiten können. Ich bin nicht schwul, aber ich habe dadurch einfach eine Neigung entwickelt, die ich hier nicht näher erläutern kann.
Hiermit beichte ich, dass ich meinen Stiefvater verabscheue und ihn aus tiefster Seele hasse. Wenn ich ihn sehe, laufen in meinen Gedanken ganz böse Filme ab, ich bin auch nicht fähig, dieses Subjekt noch in irgendeiner Weise als Vater anzuerkennen. All das habe ich ihm auch gesagt und ich mache ihn dafür verantwortlich, dass mir das zugestoßen ist. Meine Mutter liebt ihn abgöttisch, was ich einfach nicht verstehen kann. Sie würde an jeder Straßenecke etwas besseres finden als ihn.
Als ich 15 war, habe ich meiner Mutter unter Tränen gestanden, dass ihr neuer Ehegatte mehrmals versucht hat, mich sexuell zu missbrauchen. Sie sagte daraufhin, ich solle meine Klappe halten und mich nicht so wichtig nehmen. Das ist jetzt fast 20 Jahre her und ich werde ihr das nie verzeihen.
Beichte vom 30.05.2013, 22:17:33 Uhr Ort: Schwabacher Straße, Nürnberg
Ich (w/32) lüge meiner Tochter seit vierzehn Jahren vor, dass ihr Vater bei einem Wohnungsbrand ums Leben kam und alles, also auch die ganzen Fotos verbrannten. Gebrannt hatte es damals wirklich, aber es war nur ein Sachschaden. In Wirklichkeit wurde ich, als ich siebzehn war, nach einem Konzert vergewaltigt und dadurch schwanger. Es tut mir unheimlich leid meine Tochter anzulügen, doch ich will einfach nicht, dass sie weiß, dass ihr Erzeuger ein elender Vergewaltiger ist. Ich hoffe, dass sie dies nie herausfindet. Und falls sie es doch herausfinden sollte, dass sie mir irgendwann verzeihen kann. Ich bitte um Absolution.