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Beichten: 18.958 | User: 135.613 | Kommentare: 275.589 |
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2.4/5 (173 Votes)

Die Respektlosigkeit der Gesellschaft

(00031442)



Ich (m) hasse es, wenn jemand abschätzige Bezeichnungen wie zum Beispiel "Neger" oder "Kanake" verwendet. Ich weiß nicht, was daran so schwer ist, "Farbiger" oder zumindest "Schwarzer" zu sagen. Ich vermisse den Respekt in unserer Gesellschaft. Ich möchte beichten, dass ich jedem, der solche Wörter benutzt, am liebsten die Zunge herausschneiden und ihn so lange quälen würde, bis er kapiert, wie man respektvoll über andere redet. Und nebenbei sollte jeder Rassist verräumt werden.



Beichte vom 16.06.2013, 22:30:10 Uhr
Ort: Tirschenreuth

3.6/5 (127 Votes)

Die schlafende Bettlerin

(00031434)



Ich (m/23) wohne in einer größeren Stadt und dort sind natürlich ständig Bettler unterwegs. In letzter Zeit kommt es mir so vor, als ob es wieder mehr werden. Überall lungern sie mit ihrem Pappkarton herum, auf dem steht, dass sie nichts hätten, außer fünf Kinder. Ich hasse sie. Nachdem mir so ein Bettelkind in einem bekannten Fast-Food-Restaurant ins Essen gespuckt hat, hasse ich sie nur noch mehr. Jedenfalls bin ich gerade mit einer Freundin durch eine stark frequentierte Einkaufsstraße geschlendert, als mir wieder so ein Bettelweib auffiel. Die Olle lehnte einfach gemütlich im Schatten an einer Hausmauer, mit ihrem Körbchen und dem Pappkarton und schlief. Oder hatte zumindest die Augen geschlossen. Das sehe ich überhaupt nicht ein, ich gehe 40 Stunden die Woche arbeiten und was macht die? Sie schläft einfach und wartet auf Geld. Als wir auf Höhe der Bettlerin waren, rief ich in ziemlich aggressivem Ton: "Nicht einschlafen!" Sie hat sich natürlich total erschrocken, und beschimpfte mich auf Albanisch oder so. Ein paar Passanten lachten. Ich fand die Aktion witzig, allerdings habe ich ihr dann noch ein "F*ck dich!" an den Kopf geworfen, nachdem ihre Schimpftirade ein Ende hatte. Das war zu viel, denke ich, und das tut mir leid. Sie hat bestimmt kein einfaches Leben und das bisschen Geld, das sie zugeworfen bekommt, darf sie bestimmt auch nicht behalten. Aber ich hasse Bettler einfach, vergebt mir.



Beichte vom 16.06.2013, 09:01:00 Uhr
Ort: Landstraße, Linz

2.8/5 (215 Votes)

Die Chance auf Leben

(00031418)



Ich beichte, dass ich Leute hasse, die abtreiben. Meine Mutter hat mir offen gesagt, dass sie, als sie mit mir schwanger wurde, diese Option in Erwägung gezogen hat. Es war sogar ein sehr starker innerer Kampf. Sie wurde damals mit 17 Jahren mehr oder weniger auf einer Party vergewaltigt, aber sie nennt es nicht gerne Vergewaltigung. Der Typ war betrunken und hat sie dann auch abgefüllt, um sie widerstandsloser zu machen. Sie selbst kann sich nur noch an schwache Abwehrversuche und dann an nichts mehr erinnern. Sie war auf dem Gymnasium und sollte bald ihr Abi machen. Ihre Eltern waren streng und nicht sehr wohlhabend. Die finanzielle und die schulische Lage, der fehlende Kindsvater, die fehlende Unterstützung der Eltern, ihr Alter - alles sprach gegen ein Kind. Sie hatte einem Kind nichts zu bieten. Jedoch hat sie sich nach langem Zögern für mich entschieden, weil sie einfach ein guter, selbstloser Mensch ist. Ich bin so froh über diese Entscheidung und könnte jedes Mal kotzen, wenn irgendwelche verantwortungslosen, egoistischen und selbstsüchtigen Menschen sagen "Lieber gar nicht erst auf die Welt kommen, als ungewollt und mit einer mittellosen, alleinerziehenden Mutter, die einem nichts bieten kann oder in Pflegefamilien aufwachsen und kein stabiles Umfeld etc. haben".

Ich bin in Pflegefamilien aufgewachsen, hatte keine Bilderbuch-Kindheit und bin dennoch froh und dankbar, nicht tot zu sein. Ich bin meiner Mutter dankbar, dass sie mir die Chance auf das Leben nicht genommen hat. Ich beichte, dass ich jedes Mal kotzen könnte, wenn altkluge Menschen meinen, sie könnten einschätzen, ob ein Kind später froh sein wird, dass es lebt oder es bereuen wird. Diese ganzen Aussagen von wegen "eine Abtreibung ist besser für das Kind, oder man tue dem Kind keinen Gefallen, wenn man es auf die Welt bringt" sind zum Kotzen. Wofür haltet ihr euch? Einfach so über das Leben eines Menschen zu entscheiden und dann auch noch zu behaupten, dass es zu seinem Wohl ist, ist anmaßend. Gebt doch wenigstens zu, dass ihr aus Egoismus, Feigheit, Unreife und Verantwortungslosigkeit handelt. Am Schlimmsten sind die Abtreiber, denen ein Kind gerade nicht in den Karriereplan passt, oder die meinen, sie hätten ein paar Hunderter zu wenig auf dem Konto, oder wären "jetzt gerade nicht bereit dazu". Euch sollte man abtreiben! Es tut mir Leid, dass ich so viel Hass in mir trage.



Beichte vom 13.06.2013, 18:21:09 Uhr




3.2/5 (121 Votes)

Der Selbstmord meiner Mutter

(00031407)



Ich (w/21) möchte beichten, dass ich immer mehr Hassgefühle gegenüber meiner verstorbenen Mutter entwickle. Mir ist bewusst, dass dies sehr hart klingt und ich könnte mich selbst für diesen Gedanken ohrfeigen, aber ich kann nichts daran ändern. Es ist für mich schlichtweg unbegreiflich, wie sie so egoistisch sein konnte, sich damals das Leben zu nehmen. Ich weiß, dass sie psychisch krank war und aufgrund ihrer Depressionen keinen anderen Ausweg mehr sah, als den Freitod. Dass sie aber in dem Moment keinen Gedanken an mich und meinen älteren Bruder - wir waren damals acht und vierzehn Jahre alt - verschwendet hat, ist mir unbegreiflich! Welche Mutter lässt einfach so ihre zwei kleinen Kinder zurück? Wusste sie nicht, was sie uns damit antut und dass sie uns unser Leben versaut? Ich habe für mein Alter schon so viele schreckliche Dinge erlebt, ich hasse mein Leben einfach und mache meine Mutter dafür mitverantwortlich! Wäre sie damals nicht von diesem Parkhaus gesprungen, wäre ich sicher ein ganz anderer Mensch - glücklicher, lebensfroher, unbeschwerter und ausgeglichener. Sicherlich hätte ich auch viel mehr Freunde, aber da ich schon seit meiner Kindheit sehr in mich gekehrt und so verdammt unglücklich bin, kann ich einfach nicht lachend durch die Gegend rennen und auf andere Menschen zugehen. Ich werde meiner Mutter ihren Selbstmord niemals verzeihen können, ich hasse sie dafür und für diesen Gedanken wiederum hasse ich mich selbst noch viel mehr! Man sagt, die Zeit heilt alle Wunden, doch das ist kompletter Schwachsinn! Über einen solchen Verlust, und dann auch noch in so jungen Jahren, kommt man nie hinweg! Vielleicht sollte ich mir noch mal psychologische Hilfe suchen, doch das hat auch damals nichts gebracht und bei meiner Mutter ebenso wenig. Ich bin einfach zu feige und bitte um Absolution!



Beichte vom 11.06.2013, 18:48:11 Uhr

3.7/5 (169 Votes)

Hochwasser-Hilfe verboten

(00031401)



Ich (m/19) bin in einer Hilfsorganisation tätig, die derzeit beim Hochwasser im Einsatz ist. Als ich meinen Chef darauf ansprach und ihn bat, mich für den kommenden Einsatz freizustellen, hat er mich nur ausgelacht und sich über die Menschen lustig gemacht, die derzeit großes Leid ertragen. Er hat mir verboten in den Einsatz zu gehen und dies mit banalen Ausreden untermauert. Des Weiteren meinte er, dass in Deutschland sowieso niemand Leid und Not ertragen müsse und dass unser Einsatz eh überflüssig wäre. Ich war nach dem Gespräch so fertig, dass ich nicht mehr wusste, wo unten und oben ist.

Seit diesem Tag wünsche ich mir, da unser Laden selber an einem sehr großen Fluss in Baden-Württemberg liegt, dass der Laden beim nächsten Hochwasser platt gemacht wird, und wünsche ihm nur Schlimmes, auch wenn ich zum Helfen ausgebildet wurde. Aber auf andere Art bekomme ich meinen Frust nicht runter, ohne meinen Hass auf ihn zu schieben.



Beichte vom 10.06.2013, 23:30:08 Uhr


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