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3.3/5 (44 Votes)

Das plärrende Balg der Nachbarn

(Beichthaus.com Beichte 00034225)



Ich kriege die Krise! Eigentlich möchte ich mich neben meinen tief und fest schlafenden Freund kuscheln und schlafen. Aber dieses blöde Kind der Familie über uns plärrt sich die Seele aus dem Leib. Ich muss morgen früh aufstehen und arbeiten, im Gegensatz zu diesem Drecksbalg und seiner Assi-Familie. Dieses weint aber nicht einfach nur, es schreit richtig. Schrill, laut und mit so einem Kratzen, einfach unmöglich. Man möchte meinen, dass man in diesen sehr neuen Mehrparteienhäusern den Nachbarn nicht hören kann, aber dieses Monster belehrt uns alle eines Besseren. Dabei hört man nicht mal die Klingel, wenn man bei angelehnter Balkontür auf dem Balkon sitzt. Nun zu meiner Beichte, die ja nicht nur aus Jammern besteht: Seit geraumer Zeit klingele ich bei besagter Assi-Familie, wenn ich morgens um halb sechs zur Arbeit gehe. Dann plärrt das Kind wieder und die Eltern können sich ihren Schlaf an den Hut stecken. Genau wie ich. Ich glaube sogar, dass das Kind an den Tagen, an denen ich die Familie früh morgens aus dem Schlaf reiße, nicht so viel schreit. Es muss ja dann müde sein, wenn es schon so bald munter wird, oder? Und um euch, liebe Beichthausbewohner, zu beruhigen: Ich möchte selbst keine Kinder. Spätestens seit ich hier eingezogen bin, weiß ich das sicher.



Beichte vom 30.10.2014, 21:20:30 Uhr

3.7/5 (23 Votes)

Mein Vater, der prügelnde Säufer

(Beichthaus.com Beichte 00034222)



Ich möchte beichten, dass ich meinen "Vater" bzw. Erzeuger hasse! Der Grund dafür ist, dass ich mich bezüglich meiner Kindheit - dank ihm - nur an schreckliche Dinge erinnere. Er kam besoffen von der Arbeit nach Hause und pöbelte meine arme Mutter, die ihm jeden Wunsch erfüllt hat, an. Er hat mich und sie oft geschlagen. Sie hat er jedoch häufiger geschlagen als mich. Nun bin ich älter und er kann dasselbe nicht mehr abziehen, weshalb er nur noch herumpöbelt. Er ist ein Heuchler, er ist selbstsüchtig und dumm. Tut so, als würde er an mich denken, aber innerhalb von paar Minuten, ändert sich die Lage schlagartig. Wie das Schicksal so wollte, hatte er einen Unfall und musste seine Arbeit aufgeben. Das heißt, er ist in Rente und ständig zu Hause.

Trotzdem kümmert er sich um rein gar nichts! Er lässt alles meine Mutter und mich machen und meckert nur noch vor sich hin. Er hat meiner Mutter sehr viel Leid angetan und dafür werde ich ihn bestrafen. Nach meinem Studium werde ich ausziehen, meine Mutter mit mir nehmen und ihm einen schönen Brief hinterlassen - mit all den Sachen, die er mir in meiner Kindheit und meiner Jugend angetan hat. Meine Mutter wird sich dagegen wehren, mit mir zukommen, weil sie ihn "liebt", aber ich werde sie schon davon überzeugen, diesen Mistkerl, der unser Leben zerstört und meine Mutter ruiniert hat, zu verlassen! Ich habe kein schlechtes Gewissen, ihn im Stich zu lassen, denn er hat mich ja auch oft genug im Stich gelassen.



Beichte vom 30.10.2014, 19:40:47 Uhr

2.8/5 (171 Votes)

Meine glotzende Nachbarin

(Beichthaus.com Beichte 00034206)



Wir haben seit einiger Zeit neue Nachbarn. Ganz klassisch: Mama, Papa, zwei Grundschulkinder. Am Anfang waren sie auch recht freundlich, aber nun sind diese Nachbarn zu Idioten mutiert. Plötzlich und ohne jeden Grund, reden sie nicht mehr mit uns unde schauen sogar weg, wenn sie einen aus unserer Familie sehen. Das geht schon Monate so. Es gibt wirklich keinen Grund, wir hatten nie Streit oder dergleichen, werden aber permanent mit Missachtung bestraft. Mit anderen Nachbarn wird munter geplaudert, nur wir werden halt ignoriert. Ich grüße sie heute noch im Vorbeigehen und ernte - vor allem von der Dame des Hauses - nur ein müdes Lächeln bzw. eher ein hinterhältiges Grinsen. Allein das bringt mich jedes Mal auf die Palme. Sie sagt kein Wort, grinst mich an und schaut wieder weg. Warum grüße ich sie überhaupt? Ich gebe ungern schnell auf und bin freundlich zu meinen Mitmenschen. Da ich ihnen nichts getan habe, muss ich mich auch für nichts entschuldigen und verhalte mich daher wie bei allen anderen auch. Zur Rede stellen will ich sie jedoch nicht, das würde am Ende nur Ärger geben. Ihr Mann redet zumindest in Einwortsätzen mit mir. Das ist jedoch nicht alles, was mich aufregt. Da sich jemand um die Kinder kümmern muss, geht der Mann arbeiten und die Dame bleibt zu Hause. Das ist erst einmal nichts Schlimmes, aber mir kommt jedes Mal die Galle hoch, wenn ich diese Frau sehe. Ihr Alltag besteht nur aus Kaffee, Zigaretten und aus Faulenzen.

Die Kinder spielen nach der Schule vor sich hin und Mama sitzt auf der Terrasse, teert sich die Lunge und kippt literweise Kaffee in sich rein. Ich weiß nicht, wann die Frau bügelt, kocht, putzt, wäscht. Das ist keine Hartz-IV-Tante, aber sie verhält sich wie eine. Von mir aus kann jemand so viel Kaffee trinken, wie er will - und rauchen, bis die Lunge genug Teer hergibt, um die Schlaglöcher in der Straße zu füllen. Mir ist das so etwas von egal. Wenn sie sich jedoch in ihren Kaffeepausen vom Nichtstun erholt und man macht einen Fuß vor die Tür oder öffnet ein Fenster, glotzt sie wie ein Ölgötze zu uns herüber. Man kann nicht mal den Müll heraustragen, ohne von ihren Blicken verfolgt zu werden. Man kann nicht mal an den Briefkasten, ohne angestarrt zu werden, bis man wieder im Haus ist. Man kann nicht Rasen mähen, ohne dass jeder Schritt von ihr verfolgt wird. Die Frau macht mich wahnsinnig. Selbst wenn man mit dem Auto aus der Einfahrt fährt, guckt sie einem hinterher als wäre mein 13 Jahre alter Audi ein neuer Porsche. Sie glotzt wie so ein Uhu im Tierpark. Der schaut einem auch hinterher, bis man um die Ecke gebogen ist. Ich bin ein friedfertiger Mensch, aber ich hätte gute Lust, die Dame einfach nur anzuschreien. Da ich noch nicht so weit bin, habe ich mich zu einer Vorstufe durchringen können. Wenn sie mal wieder auf ein Fenster starrt, das ich eben geschlossen habe, schneide ich hinter dem Vorhang Grimassen, strecke ihr die Zunge heraus und beschimpfe sie mit den übelsten Wörtern. Sie kann mich definitiv hinter dem Vorhang nicht sehen und auch nicht hören, aber ich bin da! So mache ich es auch im Auto. Ich rede leise, wenn sie mich mit ihren Blicken verfolgt. Sie hört nichts, aber ich schimpfe im Auto wie ein Rohrspatz. Sogar im Rückspiegel lässt sich noch gut sehen, dass sie einfach nur glotzt. Auch beim Rasenmähen entgleiten mir Worte, die sie aber durch den Rasenmäher erst recht nicht hören kann.

Inzwischen grüße ich sie auch nicht mehr, da mir ein hämisches Lächeln als Antwort einfach zu wenig ist, um jemandem einen guten Tag zu wünschen. Ich lasse sie links liegen, aber in mir kocht es. Die ständige Glotzerei geht mir dermaßen auf den Wecker. Lange dauert es nicht mehr und ich spreche das laut aus, was ich sonst leise vor mich hinmurmele, z.B. "Glotz nicht so blöd, du dumme F*tze." Irgendwann kriegt der faulenzende Uhu ein paar deutliche Sätze ans Hirn gepfeffert. Kaffee saufen, rauchen, glotzen, glotzen, glotzen und Nichtstun. Ich hasse es! Ich beichte daher schon einmal im Voraus das, was da noch kommen mag.



Beichte vom 28.10.2014, 19:48:48 Uhr



AIRBNB
3.9/5 (243 Votes)

Geld macht nicht glücklich

(Beichthaus.com Beichte 00034205)



Ich (m/24) muss endlich mal etwas loswerden. Ich hatte als Kind eine schwere Kindheit. Meine Eltern sind ziemlich reich - genau genommen ist es mein Vater und meine Mutter saß den lieben Tag lang zu Hause und langweilte sich, denn der Haushalt wurde von Angestellten geschmissen. Es ging los, als ich etwa sechs Jahre alt war und eingeschult wurde, meine Mutter bekam damals Depressionen, vermutlich, weil sie ihr Leben quasi im goldenen Käfig verbrachte und mein Vater ihr fremdging. Damals wusste ich das alles natürlich nicht und konnte es nicht recht einschätzen. Dadurch wurde ich ziemlich vernachlässigt, hatte von Anfang an Probleme in der Schule und war ein kleiner Raufbold. Meine Mutter war mit der Erziehung überfordert, denke ich mal. Mein Vater war kaum daheim, und wenn er mal da war, dann war er schlecht gelaunt und ließ das an mir und meiner Mutter aus. Es gingen einige Jahre ins Land und es änderte sich nicht wirklich etwas zum Guten, eher sogar zum Schlechten, denn mein Vater wurde zunehmend aggressiver und cholerischer, was dazu führte, dass er sogar mich oder meine Mutter schlug. Ich bekam dann damals "Schweigegeld" im Anschluss und empfand es fast schon als guten Deal.

Jedes Mal, wenn ich wieder etwas einstecken musste, bekam ich im Anschluss ein Nintendo 64, oder eine Playstation oder die neuesten Spiele dafür, einfach alles, was ich wollte, das war für mich damals okay und ich dachte halt, das wäre bei allen so. Als ich etwa elf Jahre alt war, hielt es meine Mutter nicht mehr aus und nach einem gescheiterten Selbstmordversuch hat sie ihre Koffer gepackt und verschwand zu ihrer Schwester. Mich ließ sie bei meinem Vater zurück und viele Jahre hörte ich gar nichts mehr von ihr. Ich lebte einfach weiter vor mich hin und genoss die Zeit, die mein Vater nicht da war. Wenn er dann eben mal zu Hause war, hielt ich mich bedeckt und steckte hier und da ein paar Schläge ein - für eher lächerliche Vergehen wie nicht geputzte Zähne oder Ähnliches. Ich entwickelte einen regelrechten Hass gegenüber meinem Vater. Meine Mutter sah ich erstmals wieder, als ich 14 Jahre alt wurde, ihr tat angeblich alles so leid und sie beteuerte, mich jetzt wieder öfters sehen zu wollen. Wir sahen uns von da an etwa einmal im Monat, zum einen war ich echt froh darüber, zum anderen hatte ich immer noch einen Hass auf sie, dafür, dass sie mich mit meinem Vater alleine gelassen hatte. Auch als ich 15, 16 und 17 Jahre alt wurde, änderte sich nichts, mein Vater war weiterhin gewalttätig mir gegenüber, was allerdings stark nachließ, weil ich inzwischen kein hilfloses kleines Kind mehr war und er auch mal einstecken musste, allerdings war er mir körperlich immer noch überlegen.

Trotz aller Schwierigkeiten in der Schule bestand ich mit 18 Jahren mein Abitur - auf einer Privatschule und natürlich mit vielen finanziellen Spenden meines Vaters. Auch wenn ich ihm als Person egal war, so war es ihm für sein Image wichtig, einen gescheiten Sprössling mit Abitur vorweisen zu können. Im Anschluss bekam ich ein Sparkonto mit 100.000 Euro, ein Ticket mit offenem Rückflugdatum nach Neuseeland und dazu einen Antrag für ein einjähriges Travel and Work-Visa in die Hand gedrückt. Ein klares Signal, dass ich erst einmal ein Jahr verschwinden sollte und natürlich würde es seinem Image guttun, wenn er erzählen könnte, dass sein Sohn nach dem Abitur mit dem Rucksack durch Neuseeland reist. Ich war darüber auch sehr froh, endlich raus aus diesem Loch und endlich mal meine Ruhe, ich konnte es gar nicht abwarten, endlich loszufliegen und mit dem ganzen Geld würde ich dort ja nicht einmal arbeiten müssen. In Neuseeland angekommen, checkte ich in einem Luxushotel ein und ließ es mir richtig gut gehen, tägliche Massagen, Fressorgien dank einem genialen Zimmerservice und jede Nacht ein anderes Callgirl. Nach etwa zwei Wochen waren gut 15.000 Euro verprasst und ich merkte, dass es so nicht ein ganzes Jahr weitergehen kann, das Geld würde schneller leer sein, als ich gucken könnte. Wirklich mit Geld umgehen konnte ich nie, es war einfach immer da und nie knapp. Von meinem Vater hatte ich keinen weiteren Cent zu erwarten. Einfach aus Langeweile begann ich dann mit dem echten Lebensstil eines Backpackers und kaufte mir einen alten Campervan. Meine Luxusartikel wie Laptop, Smartphone und Co. packte ich in ein Schließfach in Auckland und dann ging mein Trip los. Ohne großen Plan einfach aus der Großstadt raus, aufs Land bis irgendwo ein Backpacker-Hostel kommt. Es war die beste Entscheidung meines Lebens, ich lernte Unmengen an Leuten kennen, lernte mit einem Minimum an Geld auszukommen, arbeitete gemeinsam mit meinen neuen Freunden auf Plantagen und Feldern und lernte erstmals, was es überhaupt bedeutet, zu leben. Niemals vorher fühlte ich mich so lebendig wie in diesen Monaten. Es vergingen sechs Monate und ich war glücklich mit dem neuen Lebensstil.

Ich werde einen dieser Abende nie vergessen, ich war in Turangi in einem kleinen Backpacker-Hostel. Es hat geregnet und gestürmt und wir saßen zu viert gemeinsam mit dem Hostelbesitzer im Gemeinschaftsraum bei prasselndem Kaminfeuer und spielten Risiko. Er erwähnte einige Male, dass noch eine Gruppe für den Abend angemeldet war und er sich Sorgen machen würde, ob sie es bei dem Wetter hierher schaffen würden. Es war schon kurz nach 23 Uhr, als die Tür des Gemeinschaftsraumes aufging und drei junge Frauen hereinkamen. Die letzte Frau trug eine gelbe Regenjacke, eine blaue Regenhose, war komplett durchnässt und als unsere Blicke sich trafen, war es einen kurzen Moment so, als würde die Welt aufhören sich zu drehen. Sie hatte die süßesten roten Backen, die ich je gesehen hatte, das süßeste Lächeln der Welt und die tiefsten blauen Augen die man sich vorstellen kann. Schnell gesellten sie sich zu uns, und wie es der Zufall wollte, kam ich mit der eben beschriebenen Frau ins Gespräch. Ihr Name war Amy, sie kam aus den USA, war 23 Jahre alt und gerade mit dem College fertig. Wir verstanden uns auf Anhieb irgendwie richtig gut. Sie erzählte mir, sie würde eine Woche in Turangi sein, und wenn ich noch etwas da wäre, könnten wir ja auch gemeinsam etwas unternehmen. Ich nutzte natürlich die Chance, verlängerte heimlich extra meinen Aufenthalt und unternahm einige Ausflüge mit ihr und ihren Freundinnen. Ihre Freundinnen waren sichtlich genervt, dass sie ständig Zeit mit mir verbrachte, aber sie machte ihnen klar, dass sie nun einmal gerne Zeit mit mir verbringen würde. So etwas hatte ich noch nie erlebt, noch nie war eine Frau bzw. ein Mädchen an mir interessiert gewesen, ohne zu wissen, dass ich aus einer reichen Familie komme. Nach der wundervollen Woche machten wir aus, uns wiederzutreffen. An Silvester in der Hauptstadt zum Feiern.

Ab da fieberte ich vier Monate lang nur diesem einen Abend entgegen. Ich konnte nur noch daran denken, Amy wiederzusehen. Ich war zu diesem Zeitpunkt schon wahnsinnig verknallt in sie. Wie es nach der Zeit in Neuseeland weitergehen würde, war mir erst einmal egal, ich wollte einfach nur mit ihr zusammen sein. Wir trafen uns dann an Silvester wieder und verbrachten eine wunderschöne Nacht zusammen - ohne ihre Freundinnen. Am nächsten Morgen stand sie dann mit ihrem Rucksack vor meinem Zimmer und teilte mir mit, dass sie ihre Freundinnen hat sitzen lassen, und jetzt mit mir weiterreisen möchte. Im gleichen Atemzug drückte sie mir einen Kuss auf den Mund. Ich war total baff und konnte mein Glück nicht fassen. Ab diesem Tag waren wir quasi ein Paar. Wir reisten gemeinsam weiter durch das Land und ich erzählte ihr immer mehr von meiner Vergangenheit, dass wir viel Geld haben, meine schwere Kindheit und vieles mehr. Es näherte sich der Tag des Abschieds. Wir mussten beide langsam unsere Rückflüge buchen, um nach Hause zu fliegen. Hier fasste ich einen Entschluss mit weitreichenden Folgen. Ich beschloss, nicht mehr nach Hause zurückzukehren. Was hatte mir Deutschland noch zu bieten? Eine Familie, die ich nicht leiden kann, eine Zukunftsrolle, in die mich mein Vater zwängen will, und ein Haufen Geld, der aber nicht glücklich machen kann. Ich besprach mein Vorhaben mit Amy und sah, wie auch ihr ein riesiger Stein vom Herzen fiel, bei dem Gedanken, mich nicht verlieren zu müssen. Es würde natürlich alles sehr kompliziert werden, das war uns klar, aber wir wollten den Versuch einfach starten. Da ich für die USA erst eine Art Visa beantragen musste, führte mich mein Weg doch noch einmal nach Deutschland. Dort wohnte ich für zwei Wochen in einem Hotel, während ich meine Angelegenheiten regelte. Meiner Familie sagte ich natürlich nichts davon, dass ich wieder da wäre. Einen Tag passte ich ab, um ins Haus meines Vaters zurückzukehren - ich packte alle meine wichtigen Unterlagen ein, Abi-Zeugnis, verschiedene Bescheinigungen, Geburtsurkunde und was sonst noch so an wichtigen Dingen dort war. Ich hinterließ ihm nicht mehr als einen kleinen Zettel mit der Nachricht, dass es mir gut geht und dass er sich keine Sorgen machen soll - was er eh nicht tun würde - und dass ich nicht mehr wiederkommen würde. Dann schaute ich ein letztes Mal in die Villa hinein, in der ich so viel Leid erlitten hatte und in der keiner der Bewohner jemals glücklich war. Ich legte den Schlüssel neben den Zettel und zog die Tür ein letztes Mal ins Schloss.

Am gleichen Abend löste ich mein Sparkonto auf, auf dem sich noch gute 80.000 Euro befanden, ein nettes Startkapital für mein gemeinsames Leben mit Amy. Am nächsten Morgen um fünf Uhr ging mein Flug nach Boston, ein letztes Mal wollte ich mir etwas Luxus gönnen und buchte natürlich erste Klasse. In Boston lief dann alles wie geplant, erst einmal wohnte ich mit Amy gemeinsam bei ihren Eltern, was so auch abgesprochen war, bis wir uns dann nach zwei Monaten eine kleine Wohnung suchten. Da es mit meiner Greencard Probleme gab, waren wir sogar "gezwungen", etwas kurzfristig zu heiraten, was allerdings auch super geklappt hatte. Und um ehrlich zu sein, wusste ich damals sowieso schon, dass wir für immer zusammen sein werden. Inzwischen leben wir gemeinsam in einem kleinen Haus, ich habe hier studiert und arbeite bei einer Bank. Das Geld von meinem Sparkonto haben wir gut angelegt und kommen sehr gut aus. Wir sind nicht reich, aber uns geht es gut und wir sind verdammt glücklich. In sechs Monaten werde ich Papa, vielleicht etwas früh, aber ich freue mich unheimlich. Mit meinem Vater habe ich keinen Kontakt mehr, er hat ein paar Mal vergeblich versucht, mich auf dem Handy zu erreichen, allerdings habe ich die Nummer damals recht zügig gewechselt. Mit meiner Mutter habe ich seit einem Jahr wieder etwas mehr Kontakt und sie wird uns nächstes Jahr besuchen kommen, um dann auch ihren Enkel oder ihre Enkelin kennenzulernen. Schlussendlich bin ich froh, das für mich Richtige getan zu haben. Auch wenn ich damit meine Familie vielleicht verletzt habe, aber sie brachten mir gegenüber ja sowieso keine Wertschätzung auf.



Beichte vom 28.10.2014, 19:12:53 Uhr

4.0/5 (247 Votes)

Der Abwärtsstrudel meiner Schwester

(Beichthaus.com Beichte 00034197)



Meine jüngere Schwester ist kein besonders guter Mensch. Sie ist wirklich wunderschön, hat goldene Locken, ein Püppchengesicht und eine Hammerfigur. Ihr wurde von meinen Eltern so gut wie alles verziehen. Egal, ob sie ihnen Geld stahl, der Tatsache zum Trotz, dass sie um zehn schon zu Hause sein musste, jedes Wochenende erst gegen eins oder zwei vollkommen betrunken aufschlug, ob sie ihr Abi grandios versemmelte, weil es ihr wichtiger war, mit dem Schulschwarm gemeinsam im Pausenraum zu kiffen, ihn danach mit dem Mund zu beglücken und sich dabei noch erwischen zu lassen - meine Eltern sahen ihr alles nach. Ich hatte allerdings schon einen Mordsärger am Hals, wenn ich es nur wagte, am Wochenende mal etwas zu trinken, und sie das mitbekamen. So etwas resultierte meist in wochenlangem Hausarrest, wohingegen sie mal einen kurzen Anschnauzer bekam und am nächsten Tag alles Vergessen war. Selbst als sie im Suff mit gerade 18 Jahren Papas Auto ansetzte, und sich zwei Monate später oben ohne für das örtliche Käseblatt ablichten ließ, hatte das für sie keinerlei Konsequenzen. Bei mir machten meine Eltern allerdings ein riesiges Fass auf, weil ich es nach einem Semester wagte, mein Studienfach zu wechseln. Es gab Staatstrauer, mir wurde jegliche finanzielle Unterstützung gestrichen und ich war ein halbes Jahr lang zu Hause eine Art Persona non grata.

Meine Schwester verballerte allerdings mit zarten 19 erst einmal um die umgerechnet 6.000 Euro beim Work and Travel, was sie allerdings nach drei Monaten wieder abbrach, weil sie dort zu viel arbeiten musste. Mitgebracht hat sie dann die Syphilis und einen Haufen stylische Klamotten. Sie gammelte anschließend zwei komplette Jahre lang nur herum und versuchte sich in der Zeit als Model und freiberufliche Fotografin, was natürlich auch wieder grandios scheiterte. Meine Eltern überwiesen ihr monatlich trotzdem eine nicht geringe Summe. Irgendwann hatte unser Vater einen schweren Autounfall, lag eine Weile im Koma und starb schließlich an den Folgen. Meine Schwester kratzte das nicht. Mit der Begründung, sie könne Krankenhäuser und Beerdigungen nicht ertragen, hielt sie sich von alldem fern. Wir erbten gemeinsam eine 137qm große Eigentumswohnung und meine Mutter redete so lange auf mich ein, bis ich meine Schwester für lau und alleine darin wohnen ließ. Ich hätte ja alles, aber sie brauchte eben Unterstützung, da es mit der großen Modelkarriere immer noch nicht klappen wollte. Ich wohnte übrigens zu der Zeit in einer 30-qm-Studentenbutze.

Nach einiger Zeit angelte sich meine Schwester einen reichen, 21 Jahre älteren Bauunternehmer, den sie ausnahm wie eine Weihnachtsgans und ihn schließlich mit irgendeinem Schönling betrog. Natürlich war das Trara bei der anschließenden Trennung groß und meine Schwester zog wieder zurück in die Eigentumswohnung. Unsere Mutter drängte mich indessen, eine Verzichtserklärung für die Hälfte der Wohnung zu unterschreiben, gegen eine lächerliche monatliche Miete von 200 Euro, die mir meine Schwester zehn Jahre lang zahlen sollte. Als ich unserer Mutter entsetzt hochrechnete, dass das gerade einmal 24.000 Euro seien, und die Wohnung etwa 150.000 Euro wert sei, nannte sie mich kleinlich und geizig. Es sei auch in Vaters Sinne, dass das so geregelt würde, ich hätte da nicht viel zu melden. Meine Schwester machte in der Zeit Schulden ohne Ende, da sie der Meinung war, es werde sich schon der nächste reiche Typ finden lassen. Natürlich ging das Ganze schief, da die verfügbaren reichen Typen sie nur als Affäre wollten, kein Interesse an einer Goldgräberin hatten, oder Blender waren. Ihre Schulden waren bald so hoch, dass sie die Eigentumswohnung verkaufen musste. Unsere Mutter drängte mich wieder dazu, im Namen der Barmherzigkeit mit meiner Schwester die Verzichtserklärung zu unterschreiben. Ich ging jedoch im Gegenteil mit dem Testament zu meinem Anwalt, und bot, seiner Einschätzung der Rechtslage entsprechend, meiner Schwester genau die Hälfte des Schätzpreises abzüglich der Renovierungskosten in Höhe von 10.000 Euro für ihre hinterlassenen Schäden. Den Verkauf an andere Leute oder eine Mietnutzung durch Dritte würde ich gerichtlich unterbinden lassen. Unsere Mutter war vollkommen entsetzt - aber ich listete in einer E-Mail alle Gelegenheiten auf, wo meine Schwester bevorzugt worden war, inklusive der Tatsache, dass sie vollkommen mietfrei acht Jahre lang alleine in einer riesigen Wohnung gelebt hatte, die zur Hälfte mir gehört, während ich schön ohne jegliche elterliche Unterstützung mit zwei Jobs mein Studium und mein Wohnklo finanzieren musste.

Zu der Sache mit dem Studienfachwechsel und seinen Konsequenzen listete ich jeden der Jobs meiner Schwester auf, mit denen sie kläglich gescheitert war, und beschloss das ganze Pamphlet mit der Feststellung, dass sie es bis heute, mit Ende 20 nicht geschafft hatte, überhaupt einen vernünftigen Schulabschluss zu erreichen, geschweige denn irgendeine Berufsausbildung.
Das Einzige, was sie konnte, war gut aussehen. Ich schrieb auch, dass ich nach dem Kauf der Wohnung jegliche weiteren Hilfen für meine Schwester ablehnen würde und in höchstem Maße von meiner Familie enttäuscht war. Meine Mutter schrieb mir daraufhin nur zurück, sie würde mich enterben. Ich antwortete, ich würde freiwillig auf mein Viertel des Hauses verzichten, da ich es bei der unweigerlich drohenden Zwangsversteigerung sowieso billiger bekäme. Ich kaufte die Wohnung und hörte ab da zwei Jahre lang nichts mehr von den beiden. Vor zwei Wochen rief mich jedoch meine Mutter an, und sagte, sie könne einfach nicht mehr. Meine Schwester habe schon wieder Schulden, außerdem habe sie sich mit zwielichtigen Typen eingelassen, die ihr jetzt ans Leder wollten. Ich erklärte meiner Mutter kurz, dass das ganze Elend an ihrer eigenen inkonsequenten Erziehung lag, und ich keine Lust hatte, für ihre Fehler geradezustehen. Ich wollte meine eigene Familie, meinen Mann und meine Kinder nicht in den Abwärtsstrudel, den meine Schwester verursacht hatte, hereinziehen, denn bis jetzt war alles immer nur schlimmer statt besser geworden. Danach habe ich aufgelegt. Ich beichte, dass ich mit voller Absicht zwei mir zumindest familiär nahestehende Personen sich und ihren Problemen komplett selbst überlassen habe, und dass es mir relativ egal ist, was aus ihnen wird.



Beichte vom 27.10.2014, 15:27:38 Uhr


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