Es gibt eine Internetseite, welche regelmäßig Spiele, sogenannte "Bundles" anbietet. Häufig handelt es sich dabei um Indie-Games, aber es gibt auch immer mal Spiele von größeren Publishern. Das System ist einfach: Bezahle, soviel du willst! Und verteile das Geld, wie du möchtest, also zum Beispiel an Entwickler, Child’s Play Charity oder einen Tip an die Internetseite für das Bereitstellen des Services. Bezahlt man mehr, als den aktuellen Durchschnitt, gibt es meistens noch ein bis zwei Spiele obendrauf. Dazu bekommt man immer noch den Soundtrack, sofern dieser vorhanden ist, andere Extras, die Spiele sind DRM frei und es gibt einen Key um die Spiele bei einer bekannten Gaming-Plattform zu aktivieren. Alles in allem also eine super Sache.
Meine Beichte ist, dass ich mir immer einen großzügigen Rabatt gebe und das Bundle meist für 15-20 Dollar kaufe, je nachdem, wie gut ich die Spiele finde oder ob ich schon welche davon besitze. Ich fühle mich jedes Mal schlecht, da die Spiele, würde ich alles separat kaufen, sicherlich um die 70 Dollar kosten würden. Besonders leidtut es mir für die Entwickler der Spiele, die richtig gut sind und mich für etliche Stunden gut unterhalten. Es ist zwar nichts Verbotenes, aber die Entwickler bekommen nicht das, was sie verdienen.
Ich rechtfertige das immer dadurch, dass die anderen noch weniger bezahlen, denn der Durchschnitt ist meist bei knapp sieben Dollar. Außerdem würde ich einen Großteil der Spiele, gäbe es das Bundle nicht, gar nicht kaufen. Ich kaufe das Bundle auch, wenn mich die meisten Spiele nicht interessieren oder ich einige davon schon habe. Ungefähr ein Drittel der Spiele, die ich durch die Bundles erhalte, habe ich bis heute nicht einmal gespielt, da haben die Entwickler sogar Geld von mir bekommen, ohne, dass ich etwas davon habe. Letztendlich verdienen die Leute also dann doch an mir, denn ohne "pay what you want" würde ich keines dieser Spiele kaufen und auf diese Art verdienen sie wenigstens etwas. Schlecht fühle ich mich trotzdem.
Ich (m) gehe einmal im Monat zum Friseur und zahle dort 25 Euro. Ich finde das teuer. Deswegen werfe ich meiner Friseuse immer nur 20 Cent in ihr Sparschwein und verdecke dabei meine Hand, sodass nicht erkennbar ist, wie viel ich einwerfe.
Beichte vom 30.03.2013, 13:32:06 Uhr Ort: Rheinallee, Bonn
Ich (m) bin erst 25 Jahre alt, habe aber schon jetzt die Nase gestrichen voll von der Frauenwelt. Warum muss der Mann für alles bezahlen? Warum nicht einfach 50-50? Das wäre fair. Das ist Gleichberechtigung. Aber nein, diese Mannsweiber fordern nur. Es ist schon lange nicht mehr das zarte Geschlecht, tut aber gern so. Nicht mit mir liebe Ladys, jetzt drehe
ich den Spieß um. Ich werde jetzt auch nur noch nach Frauen Ausschau halten, die karrieremäßig mindestens auf der gleichen Höhe sind, im Leben vorwärtskommen und aus guten Familien stammen. Dabei ist es jetzt mittlerweile auch zweitrangig für mich, wie sie aussehen, Hauptsache Wohlstand und nicht Abzocke!
Ich (m/18) beichte hiermit, dass ich mir ständig überlege, wie ich meinem Vater noch mehr Unterhalt aus dem Kreuz leiern könnte. So hat, zum Beispiel, meine Mutter diesmal kein Weihnachtsgeld bekommen, weswegen sich ihr Einkommen verringert und er mehr zahlen müsste. Aber bevor hier Empörung auftritt, erkläre ich die Situation lieber etwas mehr. Mein Vater hat nie genug Unterhalt für mich gezahlt, obwohl er es hätte machen können. Er hat extra eine schlechtere Lohnklasse genommen, damit er nicht so viel zahlen muss und selbst das wenige hat er nie komplett bezahlt. Meine Mutter wollte sich dies jedoch nicht übers Jugendamt holen, weil sie nicht wollte, dass sich das Verhältnis zwischen mir und meinem Vater verschlechtert. Als ich, kurz bevor ich 18 wurde, Mist in der Schule gebaut habe, hat er dies als Anlass gesehen, als ich 18 wurde, die Zahlung einzustellen. Meine Entscheidung, auf einer anderen Schule weiterzumachen, stützt er nicht und will er auch nicht unterstützen, meinte er. Ich habe mich anwaltlich informiert und mir wurde gesagt, dass ich weiterhin einen Anspruch hätte. Seine Aussage war, dass es dann ja tolle Institutionen gibt, welche bei verschiedenen Meinungen entscheiden, wer recht hat. Als dann mein Anwalt ihm geschrieben hat und sein Anwalt ihm wohl gesagt hat, er hätte keine Chance, hat er die Zahlung wieder aufgenommen. Und was mich mit Schadenfreude erfüllt: er muss jetzt mehr zahlen als zuvor. Mit Schadenfreude erfüllt es mich auch, weil er daraufhin den Kontakt zu mir abgebrochen hat mit den Worten, er hätte nun keinen Sohn mehr. Wenn ihm das Geld wirklich so wichtig ist, dass er dafür seinen Sohn leugnet, hat er es auch verdient, so viel wie möglich zu zahlen. Schlecht fühle ich mich trotzdem öfter mal, wenn ich darüber nachdenke, wie sich unser Verhältnis entwickelt hat. Genau das, was meine Mutter immer verhindern wollte, aber für so ein Verhalten soll er so viel blechen wie möglich!
Beichte vom 27.02.2013, 23:37:34 Uhr Ort: Kantstraße, Berlin
Ich fahre täglich schwarz mit U-Bahn und Bus. Wenn ich kontrolliert werde, behaupte ich, ich hätte meine Marke Zuhause vergessen, zeige dann das Monatsticket eines Kommilitonen vor, der seine Verbundspassnummer nicht auf das Ticket schreibt und zahle die zwei Euro Bearbeitungsgebühr. Anschließend radiere ich meine Nummer wieder aus und gebe ihm das Ticket zurück. Ich mache das nicht, weil ich zu geizig bin, oder kein Geld für eine Fahrkarte habe, sondern aus Prinzip: Das Semesterticket in Nürnberg liegt 225 Prozent über dem bundesdeutschen Durchschnitt und inkludiert nicht die Semesterferien. Außerdem fährt unter der Woche die letzte U-Bahn um 0.30 Uhr und die Busverbindung zu mir ist auch mehr als beschränkt. Selber schuld, andere Städte bekommen auch anständige Preise hin, obwohl sie eine viel bessere Anbindung haben.
Beichte vom 17.11.2012, 14:15:31 Uhr Ort: Lange Gasse, Nürnberg