Ich arbeite im Schlachthof und meine Hauptaufgabe ist es, die Rinder und Schweine nach der Tötung zu zerlegen. Dabei fließt natürlich viel Blut. Man darf nicht zimperlich sein, wenn Gedärme und Eingeweide entnommen werden. Und es muss auch so manche andere Arbeit getan werden, die ich jetzt, mit Rücksicht auf zartbesaitete Zeitgenossen, nicht näher beschreiben will. Ich habe damit kein Problem, finde es auch eine sinnvolle und ehrenwerte Tätigkeit, die ich gern ausübe.
Das Problem ist, dass ich vor drei Monaten ein Mädchen kennengelernt habe, unglaublich hübsch und süß und charmant, ich bin hin und weg und kann nicht fassen, dass ich jemanden wie sie abkriege. Sie ist auch verliebt in mich, wir passen auch wirklich gut zusammen. Sie ist allerdings Veganerin und isst demzufolge kein Fleisch, keinen Fisch, keine Eier - weiß der Teufel, was noch alles, weil bei der Produktion angeblich ein Tier beteiligt gewesen sei, das dabei fürchterliche Qualen erduldet habe. Alle Bienen müssen ihrer Ansicht nach psychotherapeutisch behandelt werden, weil sie bei der Entnahme von Honig aus dem Bienenstock ein posttraumatisches Belastungssyndrom erlitten haben. Sie ist auch Tierschützerin, und zwar von der kompromisslosen Sorte. Wenn das Gespräch auf "Massentierhaltung" kommt, flippt sie aus.
Ich esse auch schon kein Fleisch mehr, zumindest wenn sie dabei ist, und wenn es sein muss, werde ich auch keine Eier und keinen Honig mehr essen, wenn sie nur bei mir bleibt. Ich schimpfe auch laut mit ihr über alle Metzger, Bauern und Fleisch- und Wurstverkäuferinnen. Ich habe ihr nicht gesagt, welchen Beruf ich ausübe, sonst wäre sofort der Ofen aus. Ich sagte ihr, ich würde im Lager arbeiten. Ich suche schon nach einer anderen Stelle, aber bis dahin muss ich durchhalten. Bitte vergebt mir meine Heuchelei, aber was soll ich denn machen?
Seit einiger Zeit schreibe ich (m/19) eine Art Frauentagenbuch. Jeden Abend setze ich mich vor dem PC und denke nach, ob ich an diesem Tag eine hübsche Unbekannte gesehen habe. Falls ja, notiere ich alles, was in jenem Moment geschah. Wo ich die Frau sah, was sie gerade machte, was sie anhatte, was für eine Frisur, wie viel Schminke und so weiter.
Und es ist auch so, dass ich fast jeden Tag irgendwo eine attraktive Frau oder auch Teenagerin treffe. Das bedeutet auch Schreibarbeit. Um mir eine Geschichte deshalb so umfassend wie möglich zu merken, verhalte ich mich deshalb etwas auffällig. Sehe ich zum Beispiel eine gut aussehende Frau vor mir im Zug, versuche ich eine Situation zu provozieren, um zu sehen, wie sie reagiert. Ich lasse eine Flasche fallen oder rede laut am Smartphone vor mir her. Wichtig ist, dass die Frau auf meine Szenarien reagiert. Möchte ja, wenn möglich, in dieser kurzen Zeit auch etwas über ihren Charakter erfahren. Persönlich, und sagen wir auch normal, die entsprechenden Damen anzusprechen, dazu wäre ich nicht fähig. Denn erstens hätte ich Angst vor eine Blamage und zweitens denke ich, dass attraktive Frauen sowieso unerreichbar sind und ich sie so niemals richtig kennenlerne. Deshalb begnüge ich mich hiermit. Manchmal plagen mich die Gedanken und ich frage mich, ob dieses Tagebuch noch weiterzuführen sinnvoll ist. Denn ich gebe auch zu, ich bin ein hoffnungsloser Romantiker. Und irgendwo möchte ich meine unerfüllten Träume doch noch lebendig halten. Deshalb mache ich mit meinem Frauentagebuch weiter.
Ich (m/22) möchte beichten, dass ich ein mieser, rauchender Freund war. Aber zuerst zum Rauchen:
Ich rauche seit circa drei Jahren. Nicht besonders viel, also vielleicht fünf bis sechs Zigaretten am Tag, aber dafür besonders gerne. Nun ja, als ich vor zwei Jahren mit meiner Freundin (22) zusammengekommen bin, wusste ich bereits zuvor durch andere Quellen, wie abscheulich sie das Rauchen findet. Um die gerade aufsprudelnde Beziehung nicht zu gefährden, habe ich ihr nie von meiner Liebe zum Tabak erzählt und es als guten Anreiz genommen, das Rauchen aufzugeben.
Leider hat das nie geklappt und so habe ich zwei Jahre lang heimlich geraucht, ohne dass sie je was davon mitbekommen hat. Ich kenne die besten Tricks, um nicht nach Zigaretten zu riechen, und könnte da mittlerweile ein Buch drüber schreiben. Die Beziehung gibt es zwar nicht mehr, aber das hatte andere Gründe. Es tut mir leid, diese Frau mit Nikotin betrogen zu haben, aber irgendwie ist es auch ein bisschen witzig.
Beichte vom 16.05.2013, 15:12:15 Uhr Ort: Bahnhofstraße 33102 Paderborn
Ich bin ein 22 Jahre alter Student und immer noch Jungfrau. Niemand in meinem Freundeskreis weiß das, da ich nicht wie ein Freak oder Nerd aussehe, oder mich wie einer verhalte. Ich bin ein Junge, der vom Aussehen her eigentlich ganz normal ist, ich bin schlank und gewöhnlich gekleidet. Bei Unterhaltungen über das Thema Sex tue ich immer so, als ob mein letztes Mal schon länger her ist, oder humorisiere meine Antworten wie zum Beispiel, dass ich noch Jungfrau sei, oder ob man vom Küssen wirklich schwanger wird. Vor allem wenn ein Kumpel oder eine Kommilitonin sich über die Typen lustig macht, die voll freakig aussehen und bestimmt noch ungeküsst sind, denke ich immer: wenn die nur wüssten, dass die mit einer Jungfrau befreundet sind. Die Wahrheit ist, dass es mir verdammt peinlich wäre, wenn meine Freunde erfahren würden, dass ich noch Jungfrau bin. In der heutigen Zeit, in der dreizehnjährige schon Sex haben, komme ich mir vor wie ein Freak und ich bin mir echt nicht sicher, was meine Freunde von mir denken, falls sie dies erfahren sollten. Es kommt mir wirklich so vor, als ob ich der Einzige im Studiengang bin, der noch nie Sex hatte.
Vor einigen Jahren, als ich meinen ersten Job verloren habe, bin ich in eine tiefe Onlinespielsucht gefallen.
Es soll keine Ausrede sein, aber ich habe für diesen Betrieb drei Jahre meines Lebens geopfert, war auf Dauermontage, also sechs Tage die Woche und am Wochenende habe ich teilweise auch noch mit gearbeitet. Ich wollte mich auf diese Art hocharbeiten und hatte viel Vertrauen seitens der Firmenleitung, bis ich hinterrücks verraten und fristlos entlassen wurde. Um Neujahr herum hatte ich auch meine damalige Freundin verloren, die zurück zu ihrem Ex ist. Jedenfalls habe ich mich dann in ein Onlinespiel vergraben. Damals spielte ich Ragnarok Online und hatte, nur wegen dem Style, zwei weibliche Charaktere. Eine Assassine und eine Priesterin. Das Problem war zu damaliger Zeit, dass man in dem Spiel ohne Equipment nur sehr schlecht vorankam, oder teilweise auch gar nicht. Über die Gilde lernte ich dann einen Jungen kennen, der Waffen für eine Assassine hatte und genau das war anfangs mein Ziel. Die Waffen hatten einen enormen Wert und sind auch nicht, wie zum Beispiel in WoW, seelengebunden und somit frei handelbar. Um sein Vertrauen zu bekommen, habe ich mich weiterhin als Frau ausgegeben. Ich habe diesem Jungen etwas vorgespielt und ihn richtig verarscht. Ich habe mich als weibliche Person ausgegeben, habe ihm Bilder einer wildfremden Frau geschickt und es damit auch noch richtig übertrieben. Er hatte sich in mich verliebt, wir hatten mehrmals Cybersex und wir haben sogar in dem Spiel geheiratet. Denn damals wurde das Wedding-System frisch eingeführt. Der Junge war richtig in mich verschossen, also in die Frau, die ich ihm vorspielte. Er hat nie irgendwelche Zweifel geäußert und auch nie nach einer Telefonnummer oder so gefragt. Ich habe das so lange ausgenutzt, bis ich keinen Bock mehr auf das Spiel hatte, und habe es dann noch nicht mal fertiggebracht, ihm die Wahrheit zu sagen und bin einfach Offline geblieben.
Eine Freundin von mir sagte einmal, dass ich aufs Karma achten soll. Wenn ich jemanden etwas Böses antue, werde ich dies doppelt oder dreifach zurück bekommen. Jetzt weiß ich, dass es Karma gibt. Meine letzten drei Beziehungen waren die pure Verarsche und Retourkutsche. Ich wurde selbst von Frauen ausgenutzt, die einfach nur Aufmerksamkeit wollten, und zum Schluss sind alle drei zu ihren Ex-Freunden zurück gegangen. Die Letzte hat mich mit ihrem Ex betrogen, ist jetzt schwanger von ihm und wird ihn noch dieses Jahr heiraten. Es spielt keine Rolle, wie es mir damit geht, denn heute weiß ich, dass ich es verdient habe. Derzeit bereue ich es zutiefst, diesen Jungen so verarscht zu haben, denn an sich war er ein lieber Bursche und er hatte das nicht verdient. Wenn ich heute Kontakt zu ihm herstellen könnte, würde ich mich persönlich bei ihm entschuldigen. Nan-Barad, so hieß er im Spiel, seinen richtigen Namen habe ich vergessen. Falls du dies lesen solltest und dir eine "Sarabis aka Jennifer" bekannt vorkommen sollte. Es tut mir leid.