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2.7/5 (130 Votes)

Der andere Mann

(Beichthaus.com Beichte 00034063)



Ich habe einen Mann im Chat kennengelernt. Wir skypten die Nächte durch. Ich muss sagen, dass meine Ehe seit Jahren nicht glücklich verläuft, nur Streitigkeiten und Schläge und vieles mehr. Ich habe nie den Absprung geschafft, der Kinder wegen, die jetzt erwachsen sind. Ich bin nach Hamburg gefahren und wollte den Menschen, der mir zugehört hat, nur umarmen. Es war aber Liebe auf den ersten Blick und wir hatten bei Weiten mehr. Ich fuhr nach Hause zurück und wollte die Trennung. Es hieß, ich könne mich nicht trennen, ich solle an die Kinder denken. Der Liebste aus Hamburg hat einen Schlaganfall bekommen, ich bin sofort hingefahren und habe meinen Job an der Uni an den Nagel gehangen. Ich habe die Wohnung gekündigt, all meine Sachen verkauft und verschenkt. Mein Mann wohnt seit einigen Monaten mit dem jüngsten Sohn (20) bei seiner Mutter. Ich fahre hin und her und bin mit meinem Leben bei meinem Mann nicht mehr zufrieden. Ich habe aber auch den Mann in Hamburg verletzt, nachdem ich ihm gesagt habe, dass wir keine Zukunft haben dürfen. Ich liebe diesen Menschen aber, und ich weiß nicht, ob mir Gott jemals verzeiht.



Beichte vom 06.10.2014, 16:02:57 Uhr

3.3/5 (173 Votes)

Schuhe statt Abtreibung

(Beichthaus.com Beichte 00033980)



Ich (w/28) hatte vor einigen Jahren eine Affäre mit einem verheirateten Mann. Das Ganze lief über ein Jahr lang. Bereits nach sechs Monaten hat er immer wieder erwähnt, er würde mit mir gerne ein Kind zeugen, was mich aufgrund meines ausgeprägten Kinderwunsches sehr gefreut hat. Auch kam er irgendwann mit der Erkenntnis, dass er sein künftiges Leben mit mir verbringen und sich somit von seiner Frau trennen wolle. Er hat sich sogar an Weihnachten und Silvester, als seine Kinder im Bett waren, aus dem Haus geschlichen und den Abend mit mir verbracht. Nun zu meiner Beichte: Als ich ihm das Messer auf die Brust gesetzt und auf eine direkte Trennung von seiner Frau bestanden habe, sagte er mir nach einem Jahr "Beziehung", dass er das nicht könne, weil es ihn finanziell ruinieren würde. Er fragte, ob ich endlich schwanger wäre. Aus einem mir unerklärlichen Impuls heraus habe ich diese Frage einfach mit "Ja" beantwortet. Ich beichte, dass ich hier gelogen habe, denn ich war zu keinem Zeitpunkt schwanger.

Ein paar Tage später hatte ich einen Umschlag mit 300 Euro im Briefkasten, die ich für eine Abtreibung verwenden sollte. Ich habe das Geld genommen, mir ein paar Schuhe gekauft und den Rest an eine Organisation für brandverletzte Kinder gespendet. Dann habe ich seine Sachen gepackt und per Post an seine Frau geschickt. Ich hatte lange ein schlechtes Gewissen, weil ich eine Schwangerschaft erfunden habe - heute bereue ich nichts mehr. Mittlerweile ist er getrennt, nachdem er die gleiche Nummer mit mehreren Frauen abgezogen hat. Er hat angefangen zu trinken und lebt nicht mehr in seinem tollen Haus, sondern in einer 50-Quadratmeter-Bude.



Beichte vom 20.09.2014, 09:13:34 Uhr

3.3/5 (158 Votes)

Das Fake-Profil auf der Sex-Plattform

(Beichthaus.com Beichte 00033901)



Ich bin im siebten Monat schwanger und habe ein Problem. Ich habe meinen Mann vor zwei Jahren mal beim Mailen mit einer anderen Frau erwischt - das Fenster war offen, als ich den Laptop zur Hand nahm. Er meinte natürlich, dass er damit aufhört und alles löschen würde. Nach langem Hin und Her verzieh ich ihm das und nahm es einfach hin, irgendwann fing ich auch wieder an, ihm zu vertrauen. In letzter Zeit wurde er jedoch sehr seltsam. Immer schick, das Handy wurde versteckt, wenn ich plötzlich in einen Raum kam, war er zitterig und nervös - gerade so, als würde er etwas verheimlichen. Tja, und dann habe ich herumgeschnüffelt und herausgefunden, dass er auf einer Sex-Plattform angemeldet ist. Dort habe ich dann ein Fake-Profil erstellt und mich ihm vorgestellt, inzwischen schreiben wir schon einige Tage miteinander und er hat meinem Fake-Ich auch gesagt, dass er Sex will. Von Frau und Kind hat er übrigens kein Wort erwähnt. Natürlich weiß ich, dass es doof von mir war, in seinen Sachen herumzuwühlen, aber was sollte ich denn sonst tun? Es hat sich ja als berechtigt erwiesen. Momentan bin ich echt am Ende.



Beichte vom 08.09.2014, 00:51:39 Uhr



AIRBNB
3.0/5 (177 Votes)

Chauffeur für den Kumpel

(Beichthaus.com Beichte 00033853)



Mein Kumpel (21) hat vor Kurzem seinen Führerschein verloren, nachdem er betrunken gefahren ist. Jetzt fragt er mich öfters, ob ich ihn irgendwo hinfahren kann. Manchmal nehme ich mir extra etwas vor, damit ich sagen kann, ich habe keine Zeit - oder ich lüge und sage, dass meine Eltern das Auto brauchen, weil ich keine Lust habe, ihn zu fahren. Er ist eigentlich sehr nett und hat aus seinem Fehler gelernt, aber ich fahre einfach ungern und irgendwie habe ich Angst, dass er mich nur noch öfters fragt, wenn ich ihm das Gefühl gebe, es mache mir nichts aus, ihn zu kutschieren.



Beichte vom 31.08.2014, 13:40:11 Uhr

3.0/5 (205 Votes)

Die Verteufelung des Fremdgehens

(Beichthaus.com Beichte 00033844)



Ich möchte beichten, dass sich meine Moralvorstellung bezüglich des Fremdgehens in der letzten Zeit drastisch verändert hat. Vorab weise ich darauf hin, dass es bisher kein Anzeichen gibt, dass sich dies auch auf mein Handeln auswirkt. Ich bin seit vielen Jahren glücklich verheiratet und bin, alles in allem, sehr zufrieden. Ich hatte bisher noch nie das Verlangen außereheliche Abenteuer zu suchen. Generell bin ich eher ein zurückhaltender Mensch und gerate auch so nicht an Versuchungen. Ich hatte auch nie Zweifel an der Treue meiner Frau. Und das ist auch sehr gut so, denn ich habe fremdgehen, betrügen, außerehelichen Sex, oder wie man es nennen will, immer extrem verabscheut und entsprechende Täter verurteilt. Doch jetzt ist ein Ereignis eingetreten, das diese Ansichten ins Wanken bringt. Für meine Partnerschaften war die Ehe meiner Eltern stets ein Vorbild. Die beiden waren ein super Team und führten eine schöne Ehe, bei der beide Partner sich gleichberechtigt um das Wohl der Familie kümmerten. Mein Vater war Ingenieur und arbeitete in einem Ingenieurbüro im Nachbarort, meine Mutter hat für die lokale Zeitung geschrieben. Dieser Tätigkeit konnte sie gut von zu Hause aus nachgehen. Sie war sehr belesen und gebildet und ich habe viel von ihr lernen können. Jedenfalls ist meine Mutter vor einiger Zeit gestorben. Es war nach einer längeren Krankheit und sie ist auch recht alt geworden. Kurz vor ihrem Tod hatte sie mir noch gesagt, dass sie ein erfülltes Leben hatte, nichts bereue und dass es in Ordnung sei, dass sie jetzt stirbt.

Ich war dabei, als mein Vater mit dem Pfarrer ihre Beerdigung vorbereitete und der Pfarrer hat sehr schöne Worte zu ihrer besonderen Partnerschaft und Ehe gefunden, was die Gäste sehr berührte. Die Vorbildrolle dieser Ehe für mich war mir nie so deutlich. Ein paar Monate später wollte mein Vater in eine kleinere Wohnung umziehen und ich habe ihm beim Aussortieren alter Sachen geholfen. Wir sind dabei auf alte Tagebücher meiner Mutter gestoßen und dadurch kam heraus, dass meine Mutter vor über zwanzig Jahren fremdgegangen war. Sie beschreibt, dass sie neugierig war, auf das, was es außer meinem Vater noch gab. Als diese Neugier immer weiter anwuchs, kam es dann dazu. Sie hat sich zwei Mal mit ihm getroffen und war von dem Erlebnis eher ernüchtert. Die Neugier war weg und sie hat das Ganze als eher unbedeutend bewertet, da es nichts mit ihrer eigentlichen Partnerschaft zu tun hatte, die dadurch in keinem Moment gefährdet war oder infrage gestellt wurde. Als mein Vater das gelesen hat, ist er total ausgeflippt und hat sie sogar beschimpft. Für ihn scheint das ein schwerwiegender Verrat zu sein, er möchte sich nicht im selben Grab wie sie beerdigen lassen und hat sogar beim Notar versucht, sich von einer Toten scheiden zu lassen. Vielleicht ist er sauer auf sie, weil er nicht damit gerechnet hat, alleine zurückzubleiben und sie ihn verlassen hat. Das wäre eine ganz normale Phase in der Trauerbewältigung. Aber das geht jetzt schon eine ganze Weile so, ihm scheint es wirklich ernst zu sein.

Das Schlimme für mich ist aber, dass ich ihn überhaupt nicht verstehen kann. Was kann denn diese Einmaligkeit an der Bedeutung von über vierzig Jahren Ehe verändern? Wieso stellt er deswegen alles infrage und verstößt sie derart, obwohl er noch kurz vorher gesagt hat, wie glücklich all die Jahre mit ihr waren und dass er sich kein besseres Leben hätte vorstellen können? Aber mal weitergedacht: Was wäre passiert, wenn er es damals erfahren hätte? Wenn ich darüber nachdenke, bin ich sehr froh, dass meine Mutter es für sich behalten hat. Und was wäre gewesen, wenn es noch ein weiteres Mal vorgekommen wäre? Die Partnerschaft und Familie hätte vermutlich genauso gut funktioniert und ich würde ihr auch das jetzt verzeihen. Vielleicht idealisiere ich meine Mutter nach ihrem Tod jetzt etwas zu sehr, aber ich komme immer deutlicher zu dem Schluss, dass die Bedeutung vom Fremdgehen total überbewertet und viel zu sehr verurteilt wird.



Beichte vom 29.08.2014, 16:45:18 Uhr


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