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Beichten: 23.950 | User: 202.308 | Kommentare: 369.722
Neueste Kommentare

2.6/5 (186 Votes)

Das Mädchen mit dem Koffer

(Beichthaus.com Beichte 00033947)



Ich möchte beichten, dass ich oberflächlich bin. Ich habe letztens, als ich aus dem Zug gestiegen bin, ein Mädchen mit einem großen und allem Anschein nach auch genauso schweren Koffer gesehen. Ich habe mir dann vorgenommen, ihr auf jeden Fall bei den Treppen zu helfen - ihr wisst bestimmt, wieso. Aber dann, ich stand nur noch einen Meter weg, hat sie sich umgedreht und sie war doch nicht so von Schönheit gesegnet wie ich anfangs annahm, also habe ich mich sofort von meinem Vorhaben verabschiedet und bin weitergelaufen. Naja, man kann nicht alles haben. Hoffentlich passiert so etwas später trotzdem noch einmal - aber dieses Mal soll sie besser aussehen.



Beichte vom 15.09.2014, 21:30:21 Uhr

2.2/5 (244 Votes)

Vom Zugbegleiter und den Schwarzfahrern

(Beichthaus.com Beichte 00033928)



Ich arbeite seit fast drei Jahren als Zugbegleiter der Nordwestbahn und gestehe, dass ich mich insgeheim stets freue, Schwarzfahrern zu begegnen. Dass jemandem sein Job Spaß macht, ist ihm normalerweise ja nicht anzurechnen, allerdings stellt es für mich inzwischen eine kleine Herausforderung dar, die einsteigenden Fahrgäste so schnell wie möglich zu kontrollieren - dies sorgt für etwas Abwechslung in meinem ansonsten eher eintönigen Job. Wenn ich Glück habe, schaffe ich es dann manchmal zu Fahrgästen, die gerade dabei sind ihren Fahrschein herauszusuchen, um ihn am Stempler zu entwerten, oder die gerade zum Automaten oder zum Stempler laufen. Da der Zug dann ja schon angefahren ist, besitzen diese Fahrgäste also laut Paragraph 12 der Eisenbahnverkehrsordnung zu Beginn der Fahrt keinen gültigen Fahrtausweis, weswegen ich ihnen dann auch häufig ein erhöhtes Beförderungsentgelt ausstelle. Manche beklagen sich zwar darüber, dass sie noch gar keine Zeit gehabt hätten, die Fahrkarte abzustempeln, aber dann müssen sie halt zusehen, dass sie diese gleich beim Einstieg bereithalten und dann direkt stempeln oder zum Automaten gehen und nicht erst rumtrödeln: Schließlich fahren sie sonst zu Beginn der Fahrt schwarz, wenn der Zug anfährt.

Ehrlich gesagt habe ich auch keine Lust, lange mit den Fahrgästen darüber zu diskutieren. Ich finde, man kann denen ruhig mal einen Denkzettel verpassen, dass sie sich nächstes Mal mehr beeilen und etwas mehr darum kümmern und rechtzeitig darum bemühen, ein abgestempeltes Ticket vorzuzeigen. Es erst während der Kontrolle zu entwerten ist zu spät, auch wenn die Kontrolle gleich zu Beginn stattfindet. Manche Fahrgäste sind auch entsprechend etwas frech geworden, aber das ist schließlich nicht mehr meine Sache - selbst schuld. Ein paar fragen mich dann auch danach, ob ich mich auch als Personal ausweisen kann, aber ich höre selten auf sie. Ich meine, ich stehe doch mit meinem Apparat vor ihnen und ziehe mich immer schick an, da ist es doch unverschämt mir vorzuwerfen, dass ich ein Betrüger oder Scharlatan sei - und schließlich sehen die Fahrgäste dann ja auch auf ihrer Fahrpreisnacherhebung meine Kontrollnummer. Da brauche ich ihnen gar nicht meine Dienstmarke zu zeigen, immerhin gehen meine persönlichen Daten die gar nichts an, die brauchen auch nicht meinen Namen von der Marke erfahren. Zumal wir uns sowieso nicht mit einem Personalausweis oder Ähnlichem ausweisen müssen. Meinen Namen habe ich denen grundsätzlich auch nicht zu nennen, unsere Kontrollnummer reicht da bereits völlig aus. Manchmal tut es mir leid, dass ich darauf so wenig Rücksicht nehme, und ich sehe auch ein, dass ich da etwas überpenibel bin und mich etwas rücksichtsvoller gegenüber den Fahrgästen verhalten könnte. Es tut mir leid, dass mich die verdutzten und verärgerten Gesichter der überraschten Fahrgäste, die gerade zugestiegen sind, innerlich erfreuen, aber schließlich habe ich, strikt nach Vorschrift, recht.



Beichte vom 12.09.2014, 12:12:57 Uhr
Ort: Bahnhofstraße, 37671 Ottbergen

3.5/5 (250 Votes)

Der Wegwischer

(Beichthaus.com Beichte 00033792)



Auf der täglichen Heimfahrt mit der S-Bahn gibt es einen komischen Typen. Ich glaube, er fährt immer mit der gleichen S-Bahn - immer um die gleiche Uhrzeit. Er steht auch immer an der gleichen Tür und sitzt nie. Da mein Leben offensichtlich unregelmäßiger ist als seines, sehe ich ihn aber nur manchmal. Ich denke, dass er nicht geistig behindert ist, aber eine heftige Macke hat er auf jeden Fall: Wenn ihn jemand im Vorbeigehen berührt, schaut er denjenigen böse an und wischt dann mit der Hand die berührte Stelle ab - als ob das irgendwas bringen würde. Im Berufsverkehr hat er dann manchmal ganz schön viel zu wischen. Aber das Beste ist, wenn seine Station kommt und er aussteigt. Er wartet dann immer ungefähr fünf Sekunden und hofft wohl, dass jemand anderes auf den Türöffner drückt. Dann verlässt er die S-Bahn rückwärts und biegt noch rückwärts rechts ab. Dann startet er vorwärts den Weg. Er parkt quasi aus, wie man es mit einem Auto machen würde. Ich freue mich immer, wenn ich ihn sehe, weil ich weiß, dass die Show bald losgeht. Es tut mir leid, dass ich mich über die Zwangshandlungen eines psychisch gestörten Mannes amüsiere. Andererseits ändert es nichts, wenn ich das nicht täte. Ich lache ihn ja auch nicht aus, ich grinse nur in mich hinein.



Beichte vom 20.08.2014, 12:13:41 Uhr


3.8/5 (309 Votes)

Verzogene Kinder von verzogener Mutter

(Beichthaus.com Beichte 00033760)



Heute war ich (m/25) in der U-Bahn und schon an der Station fiel eine Mutter mit ihren beiden Kindern auf. Die beiden Kinder rissen Absperrband an der Haltestelle ab, was von der Mutter nur mit einem lustlosen "Hört doch mal auf" kommentiert wurde, auf das die Kinder nicht gehört haben. Dann, in der relativ leeren U-Bahn, sind die Kinder auf den Sitzen rumgesprungen, haben laut über die "fette Kuh" ein paar Sitze weiter gelacht und die Mutter schien es inzwischen aufgegeben zu haben, irgendwas zu unternehmen. Als einer dann mit seinem Handy ein Foto von mir gemacht hat und stolz zum anderen gesagt hat "Ich habe den Penner da fotografiert", reichte es mir. Ich nahm ein Kondom aus meiner Sporttasche, ging zu den Jungs, nahm das Handy weg und löschte die Fotos, bevor ich es im Umdrehen auf den Sitz geworfen habe. Die Mutter war nun aber doch energischer und beschimpfte mich wegen des für kurze Zeit in Beschlag genommenen Handys. Ich antwortete, dass ich auch die Polizei zum Löschen hätte holen können, aber dass mir leider die Zeit fehle. Dann habe ich gefragt, ob es sich um ihre Kinder handelt. Als sie diese Frage bejahte, antwortete ich ihr, dass sie sich bitte nicht mehr fortpflanzen soll, solange sie nicht auf ihre Kinder aufpassen kann - und überreichte ihr das Kondom. Im Nachhinein denke ich jedoch, dass ich überreagiert habe. Ich kannte ja die Lebensumstände der Dame nicht und war vielleicht zu hart. Aber zumindest waren sie und die beiden Kinder ab diesem Moment leise.



Beichte vom 14.08.2014, 00:41:40 Uhr

3.6/5 (293 Votes)

Blockierte Rolltreppen

(Beichthaus.com Beichte 00033671)



Ich ärgere mich immer maßlos darüber, wenn ich einen Zug verpasse, oder wegen verspäteter S-Bahnen wie ein Irrer zum Zug laufen muss, um diesen noch zu bekommen. Leider befinden sich S-Bahn und Fernverkehr im Frankfurter Flughafen nicht auf einer Ebene, sondern liegen knapp fünf Minuten auseinander. Dort muss ich jedenfalls häufiger umsteigen. Was den Weg noch "erschwert", sind die vielen Rolltreppen - und da insbesondere Leute, die sich nicht rechts die Treppe hochfahren lassen, sondern mit ihren dicken Hintern die gesamte Treppe und damit den Weg komplett versperren, sodass man sich links vorbeidrücken muss. Und dann muss man natürlich rennend und fluchend zum Zug hetzen! Meistens klappt das auch ganz gut, doch es gibt immer wieder Leute, die die Regel "rechts stehen, links gehen" nicht verstehen, und an denen man gar nicht vorbeikommt. Diesen Ignoranten ist es schlichtweg scheiß egal, ob man wegen ihnen den Zug verpasst oder nicht! Und gerade die Rolltreppe von der S-Bahn zum Fernbahnhof ist ellenlang! Man lässt sich gefühlte fünf Minuten hochfahren, während einem der ICE vor der Nase wegfährt!

Eines Tages passierte mir Folgendes: Ich rannte - wie immer eilig, weil die S-Bahn ein paar Minuten Verspätung hatte und ich die vorige Bahn wegen meines Schichtdienstes nicht mehr kriegen konnte - im Spurt die lange Rolltreppe hoch. Die Treppe war frei, bis auf eine Frau in Stewardessenkleidung von einer fremden Fluggesellschaft, die in der Mitte der Treppe mit zwei Koffern stand, welche sie vor sich stehen hatte. Die Tussi bemerkte mich, drehte sich um - und schob knapp fünf Sekunden, bevor ich sie erreichte, einen ihrer beiden Koffer von der rechten Seite auf die linke. Genau in meinen Weg! Ich habe eigentlich nicht groß nachgedacht, sondern ganz reflexartig ausgeholt und volle Kanne und voller Wut gegen ihren Dreckskoffer getreten! Erst hat sie dumm geguckt, dann hat sie mir wütend "Asshole!" hinterher gerufen. Ich war noch immer so geladen, dass ich mich umdrehte, drei Schritte auf sie zumachte, ihr vor die Füße spuckte und mit "Bitch!" antwortete. Meinen Zug habe ich noch bekommen - und mich super gefühlt!



Beichte vom 28.07.2014, 11:23:55 Uhr


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