Ich bin Kellnerin in einem Sternelokal. Vor einigen Wochen veranstaltete der hiesige Gourmet Club bei uns wieder mal eine Weinprobe, bei der die besten Weine gewählt werden sollten. Einer davon war ein 40 Jahre alter Bordeaux, schweineteuer. Ich habe bei einem Discounter drei Flaschen Rotwein zu je 3,99 Euro gekauft, die Etiketten abgelöst und sie auf die Bordeauxflaschen aufgeklebt, deren Etiketten ich vorher abgelöst hatte. Vorsichtshalber habe ich keine Flaschen mit Schraubverschluss gekauft, sondern mit dem guten alten Korken. Bei der Weinprobe habe ich dann statt des teuren Bordeaux den Rotwein für 3,99 Euro ausgeschenkt. Die drei Flaschen Bordeaux haben wir uns dann zwei Tage später Zuhause mit drei Bekannten hinter die Binde gegossen. Der war wirklich gut! Der Wein für 3,99 Euro hat übrigens bei der Weinprobe den vierten Platz gemacht (von 15 teilnehmenden Weinen).
Mir wurde vor einiger Zeit am Kölner Hauptbahnhof mein Portemonnaie aus der hinteren Hosentasche geklaut. Es da zu tragen war zwar leichtsinnig, es von da zu klauen ist aber einfach asozial. Zum Glück waren nicht alle Papiere und nur 60 Euro darin. Nun zur Beichte: Heute war es endlich so weit, mein Racheplan gegen die Zunft der kleinkriminellen Taschendiebe ist aufgegangen. Seit dem Tag, als mir mein Portemonnaie geklaut wurde, trage ich es nämlich immer in einer Innentasche, in der hinteren Hosentasche trage ich ein billiges Portemonnaie aus dem Ein-Euro-Laden. Dieses habe ich noch mit ein paar Scheinen meines Monopoly-Spiels gefüllt, eine Visitenkarte der Polizei ins Kartenfach gesteckt und, damit es eine runde Sache wird, habe ich noch ein paar, seit dem Euro wertlose, spanische Münzen ins Kleingeldfach gepackt. Am heutigen Tage wurde mir dieses Portemonnaie dann endlich geklaut. Ich habe es sogar gemerkt und den Dieb wegrennen sehen. Ich habe mich echt tierisch gefreut, leider konnte ich sein Gesicht nicht sehen, als er sich seine "Beute" angesehen hat.
Beichte vom 01.11.2012, 15:42:54 Uhr Ort: Köln Hbf
Vor zwei Jahren habe ich mir meine damals nagelneue Jeans an einem abgestellten Fahrrad vor der Uni aufgerissen. Obwohl der Besitzer des Fahrrades sicher nichts dafür kann, habe ich dann das Schloss aufgebrochen und das Fahrrad in den Landwehrkanal geschmissen. Das fand ich so lustig, dass mir die Hose egal war. Vergebt mir!
Beichte vom 25.10.2012, 10:53:03 Uhr Ort: Straße des 17. Juni, Berlin
Ich bin "Computernotdienst" und verdiene damit meinen Lebensunterhalt neben dem Studium. Das Ganze läuft sehr gut, die Kunden sind äußerst zufrieden, weil meine Mitbewerber in unserer kaputten Welt es oft nicht einmal schaffen, ans Telefon zu gehen. Darüber hinaus bin ich günstiger als die Mitbewerber und mache meine Arbeit immer "fertig" und lasse Kunden nicht im Stich. Das führte dazu, dass ich mein Geschäft deutlich ausbauen konnte, die Preise an die Inflation anpassen und die unliebsamen Kunden auch gut aussortieren kann, ohne dass mir dadurch überlebenswichtige Aufträge flöten gehen. Jetzt zu meiner Beichte: Ich klaue den Kunden Hardware. Es gibt spezielle Konstellationen, bei denen es sich anbietet. Beispiel: Bestimmte PCs mit ihren integrierten TV-Karten, die gehen schnell kaputt. Wenn man die TV-Karten ausbaut, laufen die Kisten wieder. Das Problem ist mir persönlich seit fast einem Jahrzehnt bekannt und wird auch wohl nie behoben. Wenn ich also merke, dass der Kunde die TV-Karte die letzten fünf Jahre nicht benutzt hat, baue ich sie vorsorglich aus. Meist spreche ich das mit dem Kunden ab und "entsorge" sie dann. Manchmal baue ich sie aber auch aus, ohne Rücksprache zu halten. Ab und an habe ich eine dieser Karten dann an andere Kunden weiterverkauft. Oder wenn PCs kaputt sind und der Kunde den kaputten PC "vorsorglich mal behalten will", dann baue ich teilweise Komponenten aus, die ich dann weiterverkaufe, zum Beispiel RAM. Der ist zwar nicht sehr teuer, aber sehr klein und man braucht ihn oft. Eigentlich habe ich das gar nicht nötig, die Gründe sind mir selbst nicht immer klar. Ein kleiner Grund ist in jedem Fall, dass ich es zu schade finde, die noch funktionierenden Teile wegzuschmeißen. Dazu muss ich sagen, dass ich nie einem Kunden einen PC oder einen Laptop "madig" rede oder je geredet habe, weil ich ihn selbst "entsorgen" will. Es geht wirklich nur um die Dinge, die sich eben nicht mehr lohnen, zu reparieren.
Beichte vom 25.10.2012, 00:55:13 Uhr Ort: Karlstraße, Düsseldorf
Hiermit möchte ich beichten, dass ich (w/33) mit 14 Jahren mal in den örtlichen Kindergarten eingebrochen bin.
Der Gartenzaun ist niedrig, man kann bequem darüber steigen und im Sommer ist immer die Terrassentür offen, auch nachts. Eine einzige alte Dame, eine ehemalige Kindergärtnerin, wohnte direkt auf dem Grundstück des Kindergartens. Ansonsten war es vollkommen verlassen. Wie zu erwarten gab es nichts Interessantes im Kindergarten. Einzig ein paar Kisten mit Kakao habe ich mitgehen lassen. Heute tut mir das Ganze irgendwie leid. Ich beichte also, dass ich den armen Kindern ihren Kakao geklaut und weggesoffen habe.