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Beichten: 25.836 | User: 215.100 | Kommentare: 406.919
Neueste Kommentare

3.5/5 (101 Votes)

Sie könnte das ja mal machen...

(Beichthaus.com Beichte 00037863)



Angeregt durch die zwei Essens-Beichten, in denen es um falsche, mangelnde Kommunikation ging und nie direkt gesagt wurde, was man wirklich will, habe ich mich an meine Eltern erinnert, als ich noch dort wohnte: Wenn man mit ihnen im selben Raum war und etwas machen sollte (zum Beispiel den eben heimgebrachten Einkauf wegräumen), hat zum Beispiel mein Vater zu meiner Mutter gesagt: "Ich gehe mal dies und das machen. Und die Flaschen räumt dann Anna weg." Das habe ich natürlich gehört. Wenn ich aber nicht auf diese Beschissenste aller Aufforderungen gehört habe, war die Diskussion groß. Manchmal habe ich dann auch gesagt, dass man mich ja auch direkt ansprechen könne. Kommentar dazu war: "Hauptsache du hast es mitgekriegt." Ich finde so ein Verhalten so abwertend und bescheuert. Wenn man was von mir will, kann man mich ansprechen und dann mache ich auch mit. Aber wenn sich zwei Leute unterhalten, dann höre ich doch nicht die ganze Zeit zu, um irgendeinen versteckten Hinweis mitzubekommen!



Beichte vom 17.03.2016, 13:26:14 Uhr

3.3/5 (58 Votes)

Krieg zwischen Kollegen

(Beichthaus.com Beichte 00037807)



Ich möchte beichten, dass ich (m/25) mich am Leid anderer erfreue und ein kleiner gemeiner Sadist bin. Bestes aktuelles Beispiel: Meine Arbeitskollegin hat mich vor ein paar Wochen zu einem Liebesgeständnis gedrängt. Eigentlich wollte ich das komplette Thema aussitzen und die Zeit für mich spielen lassen, denn es gibt für mich eine wichtige Grundsatzregel, die ich nie brechen werde: Don't fuck the company. Aber sie hat die Lunte wohl gerochen und mich damals, nach der Arbeit, auf dem Firmenparkplatz zur Rede gestellt und doof von der Seite angemacht. Ich konnte nicht anders, als mit der Wahrheit rauszurücken, den Gesichtsausdruck dabei werde ich die nächste Zeit nicht so schnell vergessen. Wie man sich denken kann, ist seitdem das kollegiale Verhältnis mehr als zerrüttet. Früher hat man sich oft unterhalten, Späßchen gemacht und sich dabei gut verstanden. Aber nach dieser Aktion herrschten pure Ignoranz und Schweigen von ihrer Seite aus. Am Anfang war das für mich sehr befremdlich und ich wusste nicht, wie ich mich richtig verhalten sollte, aber nach einer Weile habe ich das Spielchen einfach mitgespielt.

Ich habe mich seitdem weder mit ihr unterhalten, noch gegrüßt oder mich verabschiedet - die komplette Kommunikation wurde von mir auf null heruntergefahren. Man hat gemerkt, dass sie die ganze Sache von Tag zu Tag immer mehr gestört und genervt hat. Mich hat das jedoch bestärkt und mich zusätzlich angespornt, mein Verhalten zu perfektionieren. Das dicke Ende kommt ja bekanntlich zum Schluss und so war es dann auch. Nachdem ich von meinem Kurzurlaub Mitte dieser Woche zurückgekommen bin, war sie plötzlich weg. Mein Chef hat mich dann zu einem Gespräch gebeten und mir unter Augenzwinkern mitgeteilt, dass sie aufgrund eines "internen Strukturwechsels" in ein anderes Büro gezogen ist. Seit diesem Vorfall komme ich aus dem Grinsen leider nicht mehr heraus, denn im anderen Büro ist es die Hölle. Also liebe R., falls du das lesen solltest: Du hast mich mit deiner ganzen Aktion in die Ecke gedrängt und mir keine andere Wahl gelassen. Deine unbedarfte Vorgehensweise auf dem Parkplatz kam einer Kriegserklärung gleich, denn ich führe eigentlich ungerne persönliche Angriffskriege. Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Spaß im anderen Büro, schauen wir mal, wie lange du dort durchhältst.



Beichte vom 12.03.2016, 12:53:50 Uhr

2.6/5 (151 Votes)

Chapeau und Kudos

(Beichthaus.com Beichte 00037693)



Seit einiger Zeit lese ich im Netz, wenn jemand Anerkennung bekommt, immer öfter die Begriffe Chapeau oder Kudos. In manchen Foren breitet sich das wie ein Lauffeuer aus. Einer verwendet diese Begriffe und in zig anderen Threads verwendet das Herdenvieh diese auch. Oftmals sogar ohne die Bedeutung zu kennen und daher auch in völlig falschem Zusammenhang. Menschen, die solche Begriffe verwenden, egal ob im richtigen Zusammenhang oder im falschen, kann ich ich nicht ernst nehmen. Außerdem habe ich eine Abneigung gegen einen gewissen Typ junger Menschen entwickelt, welche bei mir für einen Posten vorstellig werden. Wenn die Frauen die Haare zu einem Knödel zusammengedreht haben, oder die Männer einen Vollbart tragen, ist meine erste Frage nach der Begrüßung, ob sie denn einen Kamm bzw. einen Rasierapparat zu Hause haben?

Meist kommt nur eine stotternde Antwort und ich erkläre den Kandidaten dann, dass das Vorstellungsgespräch an dieser Stelle beendet ist und die Person einen neuen Termin ausmachen soll: Ohne Haarknödel auf dem Kopf oder ohne Bart im Gesicht. Wenn die Person das ablehnt, sage ich unumwunden, dass es zu keinem weiteren Gespräch bzw. keiner Anstellung kommen wird. Denn solche Menschen kann ich auch nicht ernst nehmen und in meiner Firma auch nicht brauchen. Ich bitte um Absolution für meine Vorurteile, aber gewisse Dinge kann ich einfach nicht leiden!



Beichte vom 25.02.2016, 08:11:36 Uhr

3.1/5 (86 Votes)

Verdacht auf Läuse

(Beichthaus.com Beichte 00037621)



Vor einigen Wochen warnte uns ein befreundetes Pärchen vor Kopfläusen, denn sie hatten bei ihren beiden Söhnen welche gefunden, nachdem in der Klasse ihres älteren Sohnes Läuse aufgetreten waren. Und wie sicherlich viele wissen, verbreiten sich diese Biester, vor allem unter Kindern, recht schnell. Ich besorgte daraufhin einen Nissenkamm und durchsuchte meine Kinder und mich gründlichst, zumal der jüngere Sohn unserer Freunde und unser Sohn in der gleichen Kindergartengruppe sind. Aber ich fand trotz penibler Sucht weder Läuse noch Nissen in unserer Familie. Noch am gleichen Wochenende - unsere Freunde hatten zwei Tage zuvor bereits ihre Läusekur gemacht - waren meine Tochter und ich kurz zu Besuch, ich saß dort auf dem Sofa, deren kleinen Sohn auch mal kurz auf meinem Schoß.

Jetzt endlich zu meiner Beichte: Am andern Tag fand ich bei einer nachträglichen Routineuntersuchung meiner Haare eine Laus. Ich habe sie zermalmt, weggeworfen und niemandem etwas gesagt. Normalerweise sollte man nach dem Auffinden auch nur einer Laus sofort eine Haarkur mit einem Mittel aus der Apotheke machen. Ich hatte aber echt keine Lust darauf und fand sonst, auch nach Durchgehen des gesamten Haares mit dem Nissenkamm, nichts! Stattdessen schwieg ich über das Auffinden jener Laus, untersuchte auch meine Kinder immer wieder gründlich. Und nur, wenn ich jetzt noch daran denke, muss ich mich umgehend am Kopf kratzen.



Beichte vom 17.02.2016, 11:43:38 Uhr

3.1/5 (128 Votes)

Meine Familie besteht aus Rassisten

(Beichthaus.com Beichte 00037565)



Ich (w) beichte, dass ich die Hälfte meiner eigenen Familie seit der Flüchtlingsdebatte nicht mehr leiden kann. Alles begann damit, dass wir zu meinem Geburtstag in einem Restaurant zu Gast waren, meine Cousine einen über den Durst trank und anfing, übelste Hetzen vom Zaun zu brechen. Ihre Eltern stiegen mit ein. Ich hatte sie immer sehr lieb, aber seit diesem Abend kann ich sie nicht mehr ernst nehmen. Sie kommen auch eher aus der unteren Gesellschaftsschicht, haben wohl so eine Art "Neid" auf alle, die es in ihren Augen "leichter" haben, an Geld zu kommen und überhaupt kein Verständnis für solche Dinge. Das ist für sie alle so weit weg.

Es tut mir so weh. Seitdem stiegen auch andere Familienmitglieder auf diesen Zug auf. Zwei meiner Cousins schicken mir ständig solche hetzerischen Bildchen, auf die ich gar nicht reagiere. Sie sehen sich eben im Recht und denken gar nicht daran, dass sie sich mit solchen Meinungen bei jemandem ins Aus katapultieren können. Seitdem möchte ich sie alle nicht mehr sehen. Ich bin nicht ausnahmslos Pro-Asyl. Ich sehe sehr wohl, dass Deutschland an seine Grenzen kommt, teils total überfordert ist und mit einer reinen "Wir-schaffen-das-schon-irgendwie"-Mentalität niemandem geholfen ist. Das ist jedoch noch lange kein Grund, auf die ganzen erfundenen Vergewaltigungs-Geschichten hereinzufallen, erlogene Propaganda zu teilen oder sich so verdammt bildungsresistent zu geben.

Manche "Helden" meiner Kindheit haben es also geschafft, binnen weniger Sätze meinen gesamten Respekt zu verlieren. Ich beichte nun, dass ich meinen (in meiner Familie sehr angesehenen) Job in einem Krankenhaus gekündigt habe und jetzt Sanitäterin in einer Flüchtlingsunterkunft bin. Ich habe da auch schon einige Freunde gefunden. Manchmal fühle ich mich auch heuchlerisch, dass ich das nur gemacht habe, um mich meiner Familie gegenüber klar zu positionieren und primär weniger, um den Menschen da zu helfen. Auch wenn ich derart egoistische Gründe hatte, diesen Job anzutreten, genieße ich ihn mittlerweile sehr. Auf dem Geburtstag meiner Großmutter werde ich wieder auf einige meiner idiotischen Verwandten treffen. Da werde ich einerseits die Bombe mit meinem neuen Job platzen lassen und außerdem habe ich mit einem Freund verabredet, dass er mich begleiten wird und meinen neuen festen Freund spielen soll.

Er ist Deutscher (mit tunesischem Migrationshintergrund) und arbeitet in der Flüchtlingsunterkunft als Übersetzer. Oh, wir freuen uns beide schon darauf, diese dummen Gesichter zu sehen. Vergebt mir mein egoistisches Verhalten und diese kindische Aktion, aber ich habe dieses dringende Bedürfnis, mich von dem gemeinen Mob meiner Familie abzugrenzen!



Beichte vom 10.02.2016, 01:50:48 Uhr


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