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2.8/5 (223 Votes)

Verdorbene Weihnachtsfreude

(Beichthaus.com Beichte 00034532)



Ich beichte, dass ich meinen Nachbarn eine essenzielle Information verschweige. Die Information habe ich direkt von meinem Vermieter und sie würde ihnen ihr Rentnerleben im Moment wirklich vereinfachen. Ihnen wurden nämlich nach dreißig Jahren wegen Eigenbedarf gekündigt. Sie haben prozessiert und verloren - und müssen nun bis Ende Januar eine Wohnung finden. Sie finden aber keine in der Nähe und das macht sie wirklich fertig, weil sie Angst haben auf der Straße zu enden, wenn sie nicht rechtzeitig eine Wohnung finden. Da ich mich allerdings Ende Januar im Prüfungszeitraum befinde und auf eingehaltene Ruhezeiten angewiesen bin, habe ich höflich bei meinem Vermieter angefragt, ob man die lauten Arbeiten entsprechend koordinieren könne. Das ging auch alles klar und er meinte auch, dass er sowieso noch bezweifelt, dass die Rentner pünktlich ausziehen und es ihm auch egal wäre, wenn die da noch einen oder zwei Monate länger drin blieben, da ihm seine Tochter dann sowieso keine Miete zahlen wird. Das alles habe ich den Nachbarn aber verschwiegen, weil sie etwas ziemlich Unpassendes zu mir gesagt haben.

Wir haben eigentlich ein gutes Verhältnis, daher habe ich ihnen erzählt, dass ich mich dieses Jahr wegen eines Todesfalls in der engsten Familie nicht auf Weihnachten freue. Antwort: "Ach, du musst den Verwandten einfach loslassen, das kann man nun nicht mehr ändern!" Und das geht gar nicht! So etwas Kaltes hätte ich von denen gar nicht erwartet. Natürlich weiß ich, dass ich loslassen muss, aber soll ich mich deshalb wie ein Kind auf Weihnachten freuen? Das erste Weihnachtsfest nach 29 Jahren, das ich ohne diesen Verwandten erleben muss? Es ist auch mein erster Todesfall, den ich miterlebt habe, vielleicht komme ich deshalb auch einfach nicht damit zurecht, dass für andere Menschen der Tod von nahen Angehörigen nicht besonders schlimm zu sein scheint. Ich jedoch habe Angst, meinen nahen Verwandten zu vergessen, auch wenn das nie passieren wird. Aber mich nun auf ein Fest freuen, das doch nie wieder so sein wird wie früher? Nein, das kriege ich nicht hin. Und wegen der emotionalen Kälte meiner eigentlich netten Nachbarn, die selbst nicht wissen, wo sie einen Monat nach Weihnachten leben werden, verschweige ich ihnen, dass sie sich im Prinzip keine Sorgen machen müssen. Zumal Räumungsklagen, wie mir aus dem Privatfernsehen bekannt ist, wohl auch einige Zeit dauern und sie bis dahin sicherlich eine passende Wohnung in der Nähe gefunden haben werden. Ich habe trotzdem ein schlechtes Gewissen dabei, weil ich diese Information unterschlage.



Beichte vom 07.12.2014, 08:47:13 Uhr

3.1/5 (114 Votes)

Das erste Auto

(Beichthaus.com Beichte 00034523)



Ich muss mir etwas von der Seele schreiben. Ich habe mit 20 Jahren mein erstes Auto bekommen - mein Vater hat den Großteil des Kaufpreises bezahlt, den Rest habe ich durch mein Erspartes dazugegeben. Ich war damals noch Auszubildende, also hatte ich nicht übermäßig viel Geld. Das Auto war zu diesem Zeitpunkt recht alt, hatte aber wenige Kilometer und schien auch ansonsten gut in Schuss. Leider war in weiterer Folge ständig irgendetwas kaputt. Meist waren das Kleinigkeiten, die zu reparieren waren, aber dennoch hat mich das unglaublich genervt.

Ich habe die Kiste wirklich oft zum Teufel gewünscht und ständig von einem schnittigen BMW oder Audi mit weit mehr PS und besserer Ausstattung geträumt, obwohl ich mir das als Auszubildende nie hätte leisten können. Ich habe manchmal richtig über mein Auto abgelästert. Seit einiger Zeit bin ich ausgelernt und habe mir mittlerweile mein Traumauto gekauft. Jedoch fühle ich mich meinem Vater gegenüber so unglaublich undankbar! Es tut mir von Herzen leid, dass ich das Auto aus Wut oft so schlechtgemacht habe, dass es mir die Tränen in die Augen treibt - denn mein Vater kommt aus einer zerrütteten, armen Familie und hätte in meinem Alter von so etwas nur träumen können!

Mein lieber, gutherziger, großzügiger Papa hat sein Leben lang geschuftet und sich eine Bilderbuchkarriere aufgebaut, durch die er jetzt so gut verdient, dass er mir den Großteil meines ersten Autos finanziert hat. Und das bedeutet mir viel! Ich versuche, so gut es geht, alles wieder gutzumachen. Aber was er mir im Laufe meines Lebens Gutes getan hat, das kann ich ihm nie im Leben zurückzahlen! Ich überlege mir bei jedem Geburtstag, zu jedem Weihnachtsfest, ganz genau was ich ihm schenke und es macht mir eine ungeheure Freude, ihn glücklich zu sehen. Also lieber Papa: Ich danke dir von Herzen, dass du mir zwei Drittel meines ersten Autos bezahlt hast, meine Undankbarkeit tut mir im Nachhinein unfassbar leid! Ich bitte um Absolution dafür, dass ich das Auto so schlechtgemacht habe, denn andere haben es bei Weitem nicht so gut wie ich!



Beichte vom 06.12.2014, 14:10:28 Uhr

2.6/5 (77 Votes)

Die mündliche Prüfung

(Beichthaus.com Beichte 00034518)



Ich muss beichten, dass ich auch ewig nach dem Abitur noch einen Groll gegen einen ehemaligen Lehrer hege, obwohl es mir leidtut, dass ich immer so nachtragend bin. Es war damals so, dass er uns vor den Abschlussklausuren versicherte, er leite uns in den mündlichen Abiprüfungen insofern auf den richtigen Weg - durch gezielte Fragen und Anmerkungen - dass zumindest keiner mit seiner Note unterm Strich liegen sollte. Wir verstanden uns in dem recht kleinen Kurs sehr gut, von daher kam dann wahrscheinlich auch diese Aussage. Wenn einer also auf dem Holzweg war, sollte das geändert werden. Am Tag der Prüfung kam zwischendurch immer ein Nicken, ein "Okay" oder "Richtig", sodass ich letztendlich mit einem ganz guten Gefühl aus der Prüfung ging. Dass das keine super Note werden würde, war mir klar, ich rechnete aber mit etwas im mittleren Bereich.

Dann, ein paar Stunden später der Schock: Ich lag als Einzige des Kurses mit dem Ergebnis unter dem Strich! Ich habe zwar am Ende das Abitur geschafft, und das gar nicht schlecht, aber von der angepriesenen Hilfe des Lehrers konnte ja nun wirklich überhaupt nicht die Rede sein. Das hat mich nachhaltig sehr enttäuscht, weil ich glaube, dass da auch eine Portion persönliche Sympathie bzw. Aversion bei den Ergebnissen dabei war, da sich das bei den normalen Klausurnoten teils genauso abspielte. Ich bin dann nicht zu dem Abschlusstreffen des Kurses gegangen, weil ich so wütend und traurig war. Das bereue ich heute, der vielen lieben Leute wegen, die mit mir die Kursbank gedrückt haben. Für den Lehrer hoffe ich, dass es solche Versprechen gar nicht mehr oder aber nur für alle gibt.



Beichte vom 06.12.2014, 10:55:23 Uhr

3.3/5 (100 Votes)

Selbst verschuldete Fehlgeburt

(Beichthaus.com Beichte 00034515)



Eine gute Freundin, die ich (m/25) seit dem Sandkasten kenne, hatte vor drei Wochen eine Fehlgeburt. Ihr geht es natürlich mies. Ich bin für sie da, genauso wie andere Freunde von uns. Wir hören ihr zu, nehmen sie in den Arm. Doch irgendwie habe ich immer den Gedanken im Kopf, dass meine Freundin die Fehlgeburt zu einem großen Teil selbst verschuldet hat! Sie ist seit einigen Jahren Binge-Eaterin (140 Kilo schwer und 178 cm groß), hat Depressionen und kümmert sich nicht mehr richtig um sich selbst. Sie ist auch verschuldet. Der Vater des Kindes wohnt in Norddeutschland, wir in Bayern. Sie hat ihn über Skype kennengelernt und er hat sie um sehr viel Geld gebracht, belogen und betrogen. Sie ist in Behandlung bei einem Psychologen, hat einen Berufsbetreuer. Wir, ihre Freunde, helfen ihr oft und gerne. Ihre Familie ist leider zerrüttet.

Sie hat sich jedoch geweigert, Folsäure zu nehmen. Sie hat sich nicht an den Essensplan gehalten. Sie hat nur ganz unregelmäßig gespritzt - sie hatte Schwangerschaftsdiabetes - und aß total unregelmäßig. Manchmal aß sie zwei Tage lang gar nichts und dann so viel auf einmal, dass ein Außenstehender echt geschockt ist. Das ist ja grundsätzlich schon ungesund, aber eben vor allem wenn man schwanger ist. Wir haben sie ständig daran erinnert, aber dann wurde sie bockig. Einerseits denke ich, dass der liebe Gott einfach sagte: "Es soll jetzt nicht sein. Du bist erst 25, werde in Ruhe gesund und finde dann deinen Herzbuben, mit dem du glückliche Kinder haben wirst." Und andererseits denke ich, hätte sie das getan, was der Arzt gesagt hat, wäre Krümelchen vielleicht auf die Welt gekommen - so hat es nie die Chance dazubekommen. Ich zeige ihr das natürlich nicht und bin immer für sie da - aber ich schäme mich, dass ich diese Gedanken habe.



Beichte vom 05.12.2014, 19:03:35 Uhr

3.1/5 (155 Votes)

Kein Mitleid mit den Patienten

(Beichthaus.com Beichte 00034510)



Ich (m/29) arbeite schon seit einigen Jahren in einem Gesundheitsberuf. Ich hatte noch nie ein zartes Gemüt und Blut oder abstehende Gliedmaßen, Tote etc. machen mir nichts aus. In meiner Ausbildungszeit hatte ich "Kontakt" zu einem 18-jährigen Patienten. Da ich immer recht neugierig bin und immer alles wissen möchte, fragte ich so gleich die Stationsschwester, warum der Junge sich wie ein 1-jähriges Kind benimmt, das nur brabbelt und sabbert. Entgegen meiner Erwartung, dass dieser eine Behinderung hat, antwortete sie, dass er mit Drogen gedealt hatte. Dabei wurde er von der Polizei erwischt und sollte vor Gericht gestellt werden. Dazu kam es nur nie, da sich der junge Mann vorher mittels einer Insulinüberdosis das Leben nehmen wollte. Er hatte es wohl falsch dosiert und sich "nur" das Gehirn zerschossen, seitdem sei er so, wie er ist.

Zu meiner Beichte: Ich hatte damals schon zum Ausdruck gebracht, dass ich mit solchen Leuten kein Mitleid habe, egal wie alt sie sind. Das heißt jetzt nicht, dass ich kein Mitleid mit deren Angehörigen, Freunden etc. habe, nur ist meine Schmerzgrenze sowieso schon sehr hoch, bevor mir ein fremdes Schicksal an die Nieren geht. Außerdem zeige ich nicht jedem x-Beliebigen, wie sehr mir die Sache manchmal am Arsch vorbeigeht, wenn es selbst verschuldete Sachen sind. Viele empfinden es als krank oder gestört von mir, dass ich solche Ansichten habe wie im eben genannten Beispiel aus meinem Leben. Ich schäme mich sehr dafür, aber kann es irgendwie auch nicht ändern. Vielleicht bin ich auch einfach nur ein Mensch, der wenig Emotionen zeigt.

PS: Ich erledige meine Arbeit immer professionell, egal wer da "liegt." Also es braucht keiner Angst zu haben, dass Patienten zu schaden kommen oder schlecht behandelt werden, nur weil ich kein Mitleid empfinde.



Beichte vom 05.12.2014, 12:42:14 Uhr
Ort: Goetheallee, 22765 Hamburg


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