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Die Verwandlung

(00029679)



Ich bin seit ungefähr 10 Jahren mit meiner Frau verheiratet. Unsere Ehe entwickelte sich sozusagen aus einer etwas aus dem Ruder gelaufenen Sandkastenliebe. Meine Frau ist zwar wirklich wunderschön, aber ihr Charakter hatte sich in letzter Zeit sehr ins Negative gewandelt, sie war aufbrausend, herrisch und selbstgerecht. Ich tat alles dafür, sie glücklich zu machen, aber sie auch nur in irgendeiner Weise zufriedenzustellen grenzte zuletzt an ein Wunder. Insgeheim hatte ich schon mit meiner Ehe abgeschlossen, aber ich hätte es wohl nicht übers Herz gebracht, unseren beiden Kindern eine Trennung zuzumuten, obwohl meine Frau auch ihnen gegenüber unfair und willkürlich handelte. Ich hege außerdem den begründeten Verdacht, dass sie mehrere Affären hatte. Dann kam jedoch der Tag, an dem sich sprichwörtlich Alles veränderte. Meine Frau hatte einen Unfall auf unserem Gestüt beim Einreiten eines jungen Hengstes, mit dem umzugehen ich ihr abgeraten hatte. Sie hörte jedoch wie in so vielen Dingen nicht auf mich, und so kam es dazu, dass das Tier ihr mit voller Wucht gegen den Kopf trat. Sie erlitt schwere Kopfverletzungen, und die Ärzte sagten mir, dass sie nur mit Glück überleben würde, und ich in diesem Fall mit Behinderungen und Persönlichkeitsveränderungen ihrerseits rechnen müsse. Es folgten mehrere Wochen Koma, aus dem sie schließlich mit partieller Amnesie erwachte.

Glücklicherweise konnte sie einigermaßen sprechen und sich bewegen, aber sie wusste nur noch schemenhaft wie ihre Lebensumstände gewesen waren. Am Anfang dachte ich, dass sich das zu meinem Vorteil das Sorgerecht für die Kinder betreffend nutzen ließ, wenn denn tatsächlich eine Scheidung bevor stünde. Mein Anwalt machte also alle Papiere fertig und ich fasste den Plan, sie ihr eines Tages in der Reha, wenn sie wieder soweit hergestellt war dass sie es verkraften konnte, zu überreichen. Ich kümmerte mich inzwischen um eine Bleibe für sie und darum, dass sie nach der Scheidung gut versorgt wäre. Mit diesen Gedanken fuhr ich zum ersten Besuch zu ihr in die Reha. Diesen Tag werde ich nie vergessen. Sie sah mich erst ganz lange nur an, dann lächelte sie zaghaft. Das war so verletzlich und zerbrechlich zugleich, dass es mir fast die Sprache verschlug, denn ich hatte so etwas bei ihr vorher fast noch nie gesehen. Sie nahm meine Hand und hielt sie die ganze Zeit während des Besuches, als ich ihr alles erzählte, an das sie sich nicht mehr richtig erinnern konnte. Als ich dann schließlich gehen musste, musste ich ihr versprechen, am nächsten Tag wiederzukommen. Ich wartete anschließend monatelang darauf, dass meine Frau zu ihrem alten Selbst zurück fand, doch das passierte nie. Sie weinte als ich beim dritten Besuch wieder gehen musste, so herzzerreißend, dass ihre Pflegerin uns noch eine halbe Stunde mehr Besuchszeit gab. Außerdem bemerkte ich bei ihr im Umgang mit unseren Kindern das erste Mal wirkliche Liebe und Fürsorge. Irgendwann verbrannte ich die Scheidungspapiere im Kamin. Mittlerweile lebt sie wieder bei uns und sie ist wirklich wie ausgewechselt. Vor den Pferden hat sie jetzt etwas Angst, auch wenn sie sich an den Tag des Unfalls und diesen selbst nicht erinnern kann. Sie kuschelt sich jetzt jede Nacht an mich und fragt mich regelmäßig vorm Einschlafen, ob ich für immer bei ihr bleibe, und wie sie so einen Mann wie mich verdient hat. Unser Liebesleben ist neu aufgeflammt und besser denn je. Ich habe ihr nie gesagt, dass sie vor dem Unfall in meinen Augen eine derart schlechte Mutter und Ehefrau war, dass ich die Scheidung erwogen habe. Ich konzentriere mich darauf, ihr Geschichten der glücklichen Zeiten zu erzählen, und diese auszuschmücken. Sie hat mit der Frau vor dem Unfall nur noch das Aussehen gemein, aber ihre neue, nette und liebevolle Version gefällt mir um Längen besser. Ich glaube, dass ich mit ihr jetzt doch tatsächlich mein Leben verbringen möchte.



Beichte vom 03.01.2012, 23:56:07 Uhr

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Beichthaus Bewohner Kommentare

krischan Beichthaus Bewohner

Wenn das so alles stimmt - herzlichen Glückwunsch! Das Pferd werden sich jetzt bestimmt einige ausborgen wollen...

+1

04.01.2012, 08:56 Uhr


Tontaubenzuechter Gemeindemitglied

Das ist das schönste was ich bisher hier gelesen habe. Wie ein Hollywooddrehbuch. Süß.

+3

04.01.2012, 08:56 Uhr


Bierathlet Gemeindemitglied

5 Punkte. Absolut schön die Geschichte. Herzlichen Glückwunsch!

+0

04.01.2012, 10:02 Uhr


wasdalos1337 Stammuser

schließe mich den anderen an - das schönste was man hier bis jetzt lesen konnte!

+0

04.01.2012, 10:06 Uhr


offline12345 Hausfreund

Was mich nachdenklich stimmt: Vor dem Unfall hatte der Beichter eine Scheidung der Kinder wegen "nicht über's Herz gebracht". Nach dem Unfall hat er nichts besseres zu tun, als den Anwalt "alle Papiere fertig" machen zu lassen? Für mich sieht das eher nach Flucht vor der Verantwortung (Pflege) aus, die sich dann glücklicherweise als unnötig herausgestellt hat. Und dafür gibt's keine Absolution.

+0

04.01.2012, 10:08 Uhr


SCM1986 Stammuser

Wie ein schoner Liebesfilm... Ich wunsch euch beiden viel Gluck fur das weitere Leben!

+0

04.01.2012, 10:09 Uhr


Blubberle Hausfreund

kann dich schon verstehen, dass du die Scheidung wolltest. Warum sollte man auch jemanden pflegen wollen, der sich wie das letzte Stück Scheiße benommen hat. So jemanden gegenüber hat man keinerlei Verantwortung. Dass ihr dann doch noch zueinander gefunden habt, freut mich allerdings für euch. Wozu willst du denn Absolution?

+0

04.01.2012, 10:14 Uhr


Samurai-187 Hausfreund

das hat wirklich potenzial für eine schöne schnulze. auch wenns das bestimmt schonmal gab. naja, ist wirklich toll dass es jetzt alles so gelaufen ist. alles gute!

+0

04.01.2012, 10:20 Uhr


ntz Stammuser

@offline: Ich habe es so verstanden, dass er nicht wollte, dass seine Frau das alleinige Sorgerecht bekommt, wie es in solchen Fällen immer gerne mal ist. Sie hätte mit einer eventuellen Behinderung sicherlich nicht so ganz große Chancen auf das alleinige Sorgerecht gehabt, daher hatte der Beichter wohl die Absicht, das als Sprungbrett für sich zu nutzen. Natürlich sind seine Motive ziemlich zweifelhaft, weil wir nur die Seite des Beichters kennen und er damit offensichtlichst über die Köpfe der Kinder hinweg entscheidet, allerdings ist diese Reaktion des Beichters menschlich absolut nachvollziehbar. Ansonsten muss ich aber sagen, dass es im letzten Teil der Beichte nicht so klingt, als wäre der Beichter ein herzloser, oder gar schlechter Mensch. Er ist wohl sehr sensibel und hätte vielleicht von vornherein eine ebenso sensible Partnerin gebraucht. Die Persönlichkeitsveränderung der Frau könnte durchaus permanenter Art sein, daher scheint dieses Problem jetzt behoben zu sein. Man kann den beiden jetzt einfach nur viel Glück wünschen.

+2

04.01.2012, 10:21 Uhr


Heritage Hausfreund

Das du nach dem Unfall die Scheidungspapiere hast vorbereiten lassen, war zwar nicht so toll, aber du hast sie verbrannt und deshalb kriegst du von mir die Absolution. Du hast zu deiner Frau gestanden und ihr zurück ins Leben geholfen. Seid froh, daß sie überlebt hat und genießt euer gemeinsames Leben. Dankt auch für jeden Tag, an dem ihr gesund seid, denn das ist nicht selbstverständlich. Ich weiß, wovon ich spreche, denn meine Lebensgefährtin hatte vor knapp 3 Monaten einen Schlaganfall. Sie kämpft sich jetzt in ein normales Leben zurück und ich helfe ihr dabei so gut ich kann. Wir hatten in den zurückliegenden 11 Jahren auch unsere Kriesen und haben uns fast getrennt, aber ínzwischen würde ich sie niemals mehr verlassen wollen, schon gar nicht wegen so einer bescheuerten Krankheit, auch wenn es viel Kraft braucht, das alles durchzustehen. Ich wünsche euch viel Glück und Gesundheit für eure Zukunft und haltet zusammen, was auch immer kommen mag.

+0

04.01.2012, 11:33 Uhr


Liberté_Toujours Beichthaus VIP

ich finde diese Geschichte ziemlich unheimlich- sie hinterlässt gleich in mehrfacher Hinsicht einen üblen Nachgeschmack bei mir, unter anderem aus den Gründen, die Offline genannt hat. Wie aus dem Hollywooddrehbuch ist diese Geschichte bestimmt nicht, eher eine tragische Lektion in Abhängigkeit und Resignation.

+0

04.01.2012, 11:35 Uhr


Master1990 Stammuser

@Offline, wenn sie ein Pflegefall geworden wäre, wie hätte sie dann die Scheidungspapiere unterschreiben sollen... Er wollte sie verlassen, jedoch wäre dann das Sorgerecht an sie gegangen wenn sie allerdings unzurechnungsfähig oder was auch immer ist, sieht die Lage für ihn besser aus, was ich hier nicht gutheißen möchte

+0

04.01.2012, 11:58 Uhr


pastor Beichthaus VIP

Eine herzergreifende Geschichte. Wenn sie sich so abgespielt hat wie geschildert. Du wolltest dich aber auch nicht deswegen scheiden lassen, weil deine Frau zum Pflegefall werden konnte - oder? Ich hoffe nicht. Und bin der Meinung, dass im Leben mancher Menschen etwas Gravierendes passieren muss, damit sie Einiges begreifen - und ändern - können...

+0

04.01.2012, 12:02 Uhr


ntz Stammuser

@liberté: Wo willst du denn hier ein Abhängigkeitsverhältnis, bzw. eine Resignation festgestellt haben, und vor allem bei wem? Bei der Frau des Beichters? Kannst du mir deine Gedankengänge eventuell erläutern?

+0

04.01.2012, 12:12 Uhr


MatzePeters Beichthaus Bewohner

Die Geschichte klingt wirklich nach Hollywood - aber egal, ich hatte so oder so ein Tränchen im Auge. Nach krischans Kommentar allerdings auch vor Lachen.

+0

04.01.2012, 12:14 Uhr


Ceemor Stammuser

Ich wuensche euch alles Glueck der Erde.

+0

04.01.2012, 12:38 Uhr


killerbienchen Stammuser

Da hatte das Schicksal wohl seine Hand im Spiel. Ich wünsche euch eine schöne Zukunft. Hoffentlich zerfrisst dich dieses kleine Geheimnis nicht irgendwann.

+0

04.01.2012, 13:56 Uhr


plarry Beichthaus VIP

Der Hengst hat sich ihr Verhalten halt einfach nicht bieten lassen und auch gleich dort hingetreten wo das Problem herkam.

+1

04.01.2012, 14:27 Uhr


Maduck Armer Sünder

Die Verwandlung? Einen anderen Titel als son krankes Buch von Kafka hättet ihr nicht wählen können? Danke an die Erinnerung an Schulzeiten. Die Geschichte ist aber wirklich schön, kann man nicht anders sagen.

+0

04.01.2012, 14:34 Uhr


B->kehrer Gemeindemitglied

Sehr gute Geschichte, die nicht besser enden können. Sei glücklich und genieße den Rest des Lebens mit Deiner Familie. @offline: ich glaube nicht, das sich einer vor der Verantwortung der Pflege drücken will, wenn er zwei Kinder hat. Das ist zwar Verantwortung genug aber ich denke, das die Pflege der Frau mit Hilfe akzeptabel gewesen wäre...wäre, aber so ist alles gut.

+0

04.01.2012, 14:42 Uhr


pfauenfeder Stammuser

äh ja. wenn ich ganz ehrlich sein soll, find ich die "geschichte" n bisschen zu weichgespült. ihr nicht zu sagen, dass sie ne zicke war, wozu? die meisten leute vergessen, dass man miteinander reden muss, damit alles weiter gehen kann. auch wenn ihr euch jetzt gut versteht und alles läuft, in deinem hinterkopf wird immer die alte version von ihr sein. ungelöste konflikte sind doch nur gift. andererseits, wenn sie es nicht mehr weiß... - aber für dich isses doof. und für die kinder, kommt drauf an, wie alt die sind.

+0

04.01.2012, 15:54 Uhr


Liberté_Toujours Beichthaus VIP

@ntz: Das kann ich gerne tun. Erstmal haben schon die Umstände der Scheidung auf mich genauso gewirkt, wie auf offline. Der Beichter schreibt erst, eine Scheidung wäre für ihn nie infrage gekommen, da er das den beiden Kindern nicht "zumuten" will. Es geschieht nicht viel mehr, bis der Unfall eintritt. Als klar wird, dass die Frau evtl ein Pflegefall sein wird, ist der erste Gedanke des Beichters, dies im Falle eines Sorgerechtsstreits auszunutzen "wenn tatsächlich eine Scheidung bevorstünde", was er aber wenige Zeilen zuvor selbst ausgeschlossen hat. Wie gesagt, für den Fall, dass eine Scheidung bevorstehen KÖNNTE, macht der Anwalt schonmal realiter die Papiere fertig. Ach, und wo die schonmal da sind, kann man sich ja doch scheiden lassen, obwohl es keinen finalen Streit, keinen großen Knall, keine Veränderung gab. Nur den Unfall, den der Beichter übrigens mit ziemlicher Gefühlskälte schildert (kein Wort von seiner Sorge um sie, nur, dass sie nicht auf ihn gehört hat und sein Plan, den Unfall für sich zu nutzen). Anschließend besucht er seine Frau also in der Reha, um ihr die Papiere zur Unterschrift vorzulegen und festzustellen, dass sich die ehemalige Furie in das zarte, zauberhafte Wesen seiner Träume verwandelt hat. Die Dinge, die ihm nebenbei noch auffallen, sind ihre plötzliche Hilflosigkeit, die Zerbrechlichkeit und die Tatsache, dass sie sich mit Händen und Füßen an die Person des Beichters klammert. Für mich besteht da ein Zusammenhang. Denn egal, ob die Frau von den Scheidungsabsichten des Beichters gewusst hat oder nicht, ist ihr mit Sicherheit klar geworden, dass sie ohne den Beichter für immer in einer Pflegeeinrichtung oder betreut hätte leben müssen (hier kommt das Abhängigkeitsverhältnis). Ich kann mir auch vorstellen, dass der Beichter beim ersten Treffen sehr distanziert war- immerhin wollte er die Scheidung einreichen- und das wird ebenso seine Wirkung erzielt haben. Für mich ist ziemlich sicher, dass diese Frau deshalb eine Sch...angst hatte, verlassen zu werden. Auch sind alle ihre Zuneigungsbekundungen geknüpft an diese Angst, z. B. dass der Beichter ihr versprechen muss, am nächsten Tag wiederzukommen oder immer bei ihr zu bleiben. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sie den Beichter trotzdem auch sehr liebt und vermutlich die ganze Zeit geliebt hat. Aber dass plötzlich ALLE ihre herrschsüchtigen und aufbrausenden Züge durch den Schlag auf den Kopf verloren hat, kann ich mir einfach nicht vorstellen, zumal dies ja auch alle die vom Beichter vorher unerwünschten Eigenschaften sind. Und hier kommt die Resignation ins Spiel: Indem sie sich an alle seine Vorstellungen von der perfekten Ehefrau angepasst hat, zum kleinen, perfekten Weibchen wird, ist es ihr gelungen, dass der Beichter bei ihr bleibt- Ihre Integrität und Identität haben jedoch erheblichen Schaden genommen. Für mich (zugegeben ziemlich idealistische Person) sieht das ganze aus, wie eine Art Abkommen: Die Frau muckt nicht auf und der Mann versorgt sie dafür und verlässt sie nicht. Nichtsdestotrotz kann für manche Menschen ein solches Leben trotzdem besser sein mag, als ein Einsames in einem Heim. Deshalb will ich mal dem Beichter trotzdem genug Liebesfähigkeit und Empathie unterstellen, seine Frau glücklich zu machen. Ich hoffe es jedenfalls.

+0

04.01.2012, 17:19 Uhr


DerLetzteLude Hausfreund

Intensive Geschichte, einfach schön - danke fürs teilen!

+0

04.01.2012, 17:24 Uhr


Letzter-Wille Gemeindemitglied

Kann mich hier den anderen nur anschließen. Das ist wirklich schön, und es freut mich, dass ihr jetzt ein so glückliches Leben führt bzw. führen werdet. Herzlichen Glückwunsch und ich ein wunderschönes Leben zusammen.

+0

04.01.2012, 18:12 Uhr


VcS Beichthaus VIP

Na toll, jetzt glauben wieder ein paar Leute mehr, dass sich Beziehungsprobleme auf magische Art und Weise selbst lösen...

+0

04.01.2012, 19:07 Uhr


soulseeker Stammuser

Klingt wie ein Konsalik-Roman ...

+0

04.01.2012, 19:29 Uhr


Ragnarok1987 Stammuser

@Liberté_Toujours Danke fürs Zusammenfassen, das is genau das auf den Punkt gebracht was mir vom ersten Punkt an seltsam vorkam. Und auch sonst klingt es irgendwie doch sehr konstruiert von wegen Persönlichkeitswandel durch einen zufälligen Treffer in die "A****lochneuronen" der Frau. Aber ich bin wohl nur ein alter verbitterter Mann der nicht an Wunder glauben möchte

+0

04.01.2012, 19:35 Uhr


lexy3000 Hausfreund

Wow, richtig herzzerreissend, auch wenn ein bitterer Beigeschmack mitklingt den offline12345 bereits erwähnt hat. Jeder hat eine zweite Chance verdient, Absolution.

+0

04.01.2012, 19:49 Uhr


lord-doofie Stammuser

Na zum Glück hat sie sich nicht in einen Käfer verwandelt.

+0

04.01.2012, 22:55 Uhr


bettyford Stammuser

Wahnsinn- wieso hör ich nicht die kleinste Geige der Welt? Ich finde diese Story dermaßen kitschig und konstruiert- naja, war wahrscheinlich Wunschdenken. Ne, unerträglich und feige

+0

04.01.2012, 23:06 Uhr


xPrinzessinx Stammuser

Öhmnöhömhömhömhömhöm ihr glaubt diesen Groschenroman aber jetzt nicht alle oder?! Das klingt wie Wendy für Erwachsene! Die Geschichte hat nicht eine Ecke. nicht eine Kante. Ich bin echt nicht unromantisch aber das hat so bestimmt nicht stattgefunden.

+0

04.01.2012, 23:34 Uhr


talibanturban Hausfreund

Ich bin kurz vor dem Heulen... das passiert mir fast nie.

+0

05.01.2012, 01:16 Uhr


ntz Stammuser

Was mir an dir gefällt ist, liberté, dass du zwischen den Zeilen liest und immer versuchst den wahren Kern hinter jeder Beichte zu ergründen. Manchmal hab ich jedoch den Eindruck, du interpretierst Manches falsch und Vieles ziemlich subjektiv eingefärbt, wie zwar fast alle hier, trotzdem steht dir das meiner Meinung nach nicht. Wir könnten beispielsweise dem Beichter hier durchaus unterstellen, dass er seine Frau, als sie drohte zum Pflegefall zu werden, verlassen wollte. Wir könnten aber auch der Frau auf Grund der Aussagen des Beichters durchaus eine gewisse soziale Inkompetenz und emotionale Kälte unterstellen. Die nebenbei gesagt übrigens nicht mal eben durch einen Tritt an die Zwölf geheilt wird, aber zu Persönlichkeitsveränderungen komme ich noch. Des Weiteren berichtet er sehr distanziert von dem Unfall, das hast du wirklich als Einzige(r) gut bemerkt, aber du deutest eventuell die Ursache dafür falsch: Menschen berichten sehr oft unemotional von gewissen Traumata, da sie diese gerne von ihrer Persönlichkeit abspalten. Oft verdrängen sie auch traumatische Erlebnisse völlig aus ihrer Erinnerung. Diesen Prozess der emotionalen Abspaltung könnten wir auch wiederum beim Beichter unterstellen. Die wahrscheinlichste Lösung für den Fall liegt übrigens weder in Resignation noch in der "Persönlichkeitsveränderung" der Frau. Höchstwahrscheinlich hat der Unfall, und die damit einhergehende partielle Amnesie einfach nur dazu geführt, die verhärteten Fronten zwischen den Ehepartnern aufzuweichen, und den eventuellen Teufelskreis aus gegenseitigem Bestrafungsverhalten zu unterbrechen. Die Frau des Beichters mag zwar durchaus Schäden im präfrontalen Cortex davongetragen haben, die dazu geführt haben könnten, dass ihr Aggressionspotential geringer geworden ist, aber dass sie sich, profan gesagt, von "Böse" zu "Gut" gewandelt hat, bezweifle ich sehr stark. Liberté, du siehst Frauen sehr oft in einer bloßen Opferrolle, die Sachlage ist aber selten so simpel. Frauen wie Männer sind gerade in Beziehungen sehr oft Opfer und Täter zugleich. Das sieht man wunderschön an den vielen "Ich bin meinem Freund bzw. meiner Freundin fremdgegangen weil, er bzw. sie die Socken rumliegen lassen hat/fett geworden ist/mich auch mies behandelt...". Trotzdem finde ich es wie gesagt gut, dass du immer versuchst hinter die Dinge zu blicken. Keep it up!

+2

05.01.2012, 12:05 Uhr


Liberté_Toujours Beichthaus VIP

@ ntz: Nunja, letztlich wissen wir alles, wie du ja in einem vorherigen Kommentar selbst eingeräumt hast, ohnehin nur aus der Perspektive des Beichters und die ist ziemlich begrenzt. Mag sein, dass ich an Stellen, die wenig informativ waren, etwas viel interpretiert habe (z. B. Ob die Schilderung des Unfalls jetzt echte Gefühlskälte oder Traumatisierung bedeuten kann)- an einer Sache halte ich allerdings fest: In dieser einen Beichte ist die Frau schon dann ein Opfer, wenn ihre Persönlichkeitsveränderungen auch nur ein bisschen daher herrühren, dass sie Angst hat, verlassen zu werden. Versteh mich nicht falsch, es ist nicht in Ordnung, seine herrischen, aggressiven, selbstgerechten... Züge auf Kosten der anderen auszuleben. Trotzdem kommen für mich nur zwei Möglichkeiten infrage: Dass entweder die Frau schon immer so war und diese Seiten zu ihrer Persönlichkeit gehören (sie das hat, was man im Volksmund "Haare auf den Zähnen" bezeichnet), was dem Beichter aber hätte auffallen müssen, wenn die Frau seine Sandkastenliebe war, oder (eher wahrscheinlich), dass sie im Laufe vieler Ehejahre so geworden ist. Ist Letzteres der Fall, vermute ich, dass Faktoren, die z.B. in einer problematischen Ehe liegen könnten, dazu geführt haben. Dazu gehören ganz bestimmt alle beide, nur, dass die Frau aufgrund der Umstände zu einem abhängigen und hilflosen Mündel des Beichters geworden ist, anstatt dass hier echte Probleme auf gleichberechtigter Ebene gelöst worden sind. Das ist es, was mich stört und es ist klar, dass der Beichter unter diesen Umständen sein Leben doch noch mit ihr teilen will. Das Ganze würde mich genauso stören, wenn die Rollen vertauscht gewesen wären und der Mann den Pferdetritt abbekommen hätte. Falls meine bisherigen Kommentare den Eindruck erweckt haben, ich hielte Frauen stets für Opfer und alle Männer per se für Täter, tut mir das leid, denn dem ist ganz bestimmt nicht so. Ich glaube an Gleichheit und Entscheidungsfreiheit des einzelnen (daher mein Username) und auch, dass Männer und Frauen gleichermaßen zu Tätern werden können. Allerdings ist es in diesem männerdominierten Forum meistens so, dass Frauen härter angegriffen und strenger beurteilt werden, weshalb ich mir manchmal den Spaß gönne, ein Gegengewicht zu Experten wie Toni montana, Rotschopf und diversen anderen zu bilden. So, ich denke, damit habe ich das Wichtigste abgedeckt- ach ja, und danke für die Blumen (-:

+1

05.01.2012, 14:43 Uhr


cake-o Beichthaus Bewohner

Eine der schrägsten Geschichten die ich bis jetzt hier gelesen habe... Mir kommts stellenweise schon arg konstruiert vor. Ich persönlich kann auch nachvollziehen dass er nach dem Unfall die Scheidungspapiere vorbereiten hat lassen - sich scheiden zu lassen wirft so ziemlich alles um. Veränderter Freundeskreis, neues Heim, anderer Tagesablauf, Unsicherheit bzgl. der Kinder - den Schritt muss man erst mal wagen. Ich würde mal sagen dass je länger die Ehe schon dauert die Chancen dass man es wirklich durchzieht stetig abnehmen. Hätte sich herausgestellt dass die Frau ein Pflegefall wird hätte er neben der zusätzlichen Belastung (Kinder alleine großziehen, trotzdem genug Geld verdienen, Haushalt schmeißen) noch sie als "Klotz am Bein" gehabt - den man mit der Zeit sicher zu hassen beginnt, wenn man ihm davor schon fast keine positiven Gefühle mehr entgegenbringen kann. In Anbetracht dieser veränderten Situation wäre die Scheidung wohl das geringere Übel gewesen, auch wenn sie davor für ihn nicht wirklich in Frage gekommen wäre.

+0

05.01.2012, 19:34 Uhr


plarry Beichthaus VIP

Nee Liberte, so kritisch würd ich es nicht mehr sehen. Und es gibt genug Fälle extremer Änderungen durch Unfälle. Du hast das oft bei Menschen die vor einem Unfall ziehmlich extrem waren, und einen hirnorganischen Schaden wegbekommen, z.B. partieller Hirnschlag. Die KÖNNEN nicht mehr wie vorher sein, geht organisch nicht mehr, können aber schon noch denken, und sind klug genug zu wissen daß sie mit der Art sowieso keine Chance mehr hätten. Wer will schon jemand halbbehinderten, der auch noch arrogant ist, undenkbar. Da ist Deine einzige Chance Dich zu öffnen, besser zu werden und Dich reinzuergeben. Das läuft dann teilweise auch automatisch ab, der interne Kosten- / Nutzenapparat schaltet einfach auf das nächstbeste akzeptable Verhalten um mit dem man am besten weiterkommt. Klar hat der Kerl sich vorher nicht getraut und nachher gleich Tatsachen schaffen wollen, könnte man es ihm verdenken? Und klar die Frau hat genau gewußt daß er gehen würde. Vorher lag es doch auch an beiden, ist doch keiner mehr schuld als der Andere. Und er doch auch nicht verpflichtet die Frau zu behalten. Ich kann verstehen daß der sich in dieser Situation nur schnellstmöglich von einer potentiellen Furie im Krankenbett absetzen wollte, und das hat sie auch bemerkt, und ist normal geworden. Klar ist das Zwang, Zwang durch die Umstände. Sollte sie lieber kratzbürstig bleiben?

+0

06.01.2012, 00:41 Uhr


Held_der_Menschheit Hausfreund

Ich sags ja immer wieder! Ab und zu muss den Frauen mal so richtig eine auf den Schädel gezimmert werden,damit sie wieder normal werden.

+0

06.01.2012, 13:41 Uhr


Dwarfhamster Armer Sünder

Oh wie schön. Sowas wünscht man sich doch. Alles Gute für euch

+0

06.01.2012, 15:50 Uhr


shemhamforash Stammuser

Ist das hart krass und ja, ich will mir das Pferd für die Hälfte meines Umfelds ausleihen.

+1

06.01.2012, 15:53 Uhr


Ashura Gemeindemitglied

Ich würde sagen, das war der Ordnungs Gong : D ! Find ich toll, das es sich so entwickelt und hoffen wir mal das die alte Persönlichekeit nicht wieder hervorbricht, das kann gut vorkommen, pass auf das sie sich nicht wieder den Kopf anschlägt o _ O !

+0

07.01.2012, 02:11 Uhr


Sexy_Warlock Stammuser

Will auch son Pferd.

+0

07.01.2012, 19:16 Uhr


master_joni Beichthaus Hipster

Klingt irgendwie fast ´n bissl zu kitschig, aber wenn´s stimmt dann passt ja wieder alles - hoffentlich! Und dass du dich scheiden lassen wolltest is nich erst nach dem Unfall gereift sondern lange vorher und von daher ein verständlicher Gedankengang! Sag´s ihr aber am besten nich...

+0

09.01.2012, 00:20 Uhr


flx Hausfreund

Wie Tontaubenzuechter schon in etwa schrieb: Das wäre schon nen super Grundgerüst für nen Drehbuch. Wenn die Geschichte so simmt, freut es mich für Dich. (Die Freude gibt bestimmt nen Jahr Fegefeuer.)

+0

09.01.2012, 16:29 Uhr


Schwarzwurzel Stammuser

Also deine Gedanken und Plände direkt nach Ihrem Unfall gefallen mir nicht so ganz, ziemlich egoistisch. Aber ich finds schön dass es bei euch bergauf geht, sieh es als Neuanfang.

+0

09.01.2012, 20:50 Uhr


Rainbowknight Hausfreund

Ich hab Gänsehaut. Alles Gute Dir und Deiner Familie

+0

11.01.2012, 12:57 Uhr


MrEstacado Hausfreund

Bei dem, was du über die Besuche sagst läuft es einem echt kalt den rücken runter. Kaum vorstellbar, echt. Sofern Alles auf Tatsachen beruht: Viel Glück!

+0

16.01.2012, 12:13 Uhr


bozza Armer Sünder

...ab und zu hilft ein kräftiger Schlag gegen den Hinterkopf offenbar also doch!

+0

27.01.2012, 13:36 Uhr


the-wheelspin Hausfreund

Na, dann ist ja alles klar bis auf eins: Was wird, wenn sich sich eines Tages wieder an ihr ehemaliges Ego erinnert?

+0

28.01.2012, 19:35 Uhr


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