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Ich beichte, dass ich öfters auf dem Fahrrad ausraste, weil fast kein Autofahrer und nur wenige Fußgänger und andere Fahrradfahrer fähig sind, vorausschauend und sicher zu fahren. Ich fahre täglich etwa zwei Mal zur Uni und zurück, je 5 km, also 20 km täglich. Mindestens einmal pro Tag nimmt mir ein Auto die Vorfahrt, mindestens einmal am Tag tüdelt irgendeine Oma seelenruhig auf dem Fahrradweg, zu Fuß, und wundert sich dann noch, wenn ich meine Klingel benutze, weil das ja so unhöflich sei!
Inzwischen schreie ich auch schon mal Leute an, die mir aus dem Auto raus noch in die Augen starren und mir dann die Vorfahrt nehmen. Einem habe ich schon mal mit voller Wucht mit der Faust aufs Auto geschlagen, weil es da echt knapp wurde. Die Beichte dazu ist, dass ich extra spät gebremst habe, um die Situation ein bisschen mehr eskalieren zu lassen, als bei einer frühen Bremsung von mir. Ein anderes Mal habe ich eine Frau angeschrien, die mir auf dem Fahrrad entgegen kam und ständig auf dem Fahrradstreifen (einer für beide Richtungen) von links nach rechts gewechselt ist. Als ich gemerkt habe, dass sie sich für keine Seite entscheiden würde, habe ich eine Vollbremsung gemacht und bin ihr trotzdem noch reingekracht. "Verdammte Scheiße, das darf doch wohl nicht wahr sein! Hast du keine Augen im Kopf? Außerdem fährt man in Deutschland RECHTS!", gab es dann von mir. Von ihr nur verwirrtes Kopfschütteln und weg war ich.
Beichte vom 21.07.2011, 13:26:49 Uhr
Ort: Mannheim
pastor Beichthaus VIP
Jo - Ordnung muss sein! Aber ganz ehrlich: Das Miteinander in Deutschland lässt viel zu wünschen übrig. In jedem Bereich... Tatsache ist, dass Fahrradfahrer (-wege) viel zu wenig beachtet werden. Tatsache ist auch, das es viele rücksichtslose und aggressive Fahrradfahrer gibt. Beim Lesen der Beichte werde ich nicht das Gefühl los, dass du zu den letzteren gehörst...
22.07.2011, 07:14 Uhr