Mein Vater soll endlich sterben

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Mein Vater soll endlich sterben
Ich (w/20), Medizinstudentin, habe vor rund einem Monat meinen leiblichen Vater kennengelernt. Er ist im Ausland wohnhaft und ein Freund von ihm hat mich gesucht und gefunden. Die Freude wehrte allerdings nur kurz, denn ich wurde dessen unterrichtet, dass mein Vater sterbenskrank ist und sein letzter Wunsch es wäre, mich wiederzusehen. Nach langem Zögern beschloss ich, diese Reise anzutreten und ihn zu besuchen. Es war echt grauenhaft, den Vater so schwer krank, gebunden an das Spitalbett, zu sehen. Die hygienischen Verhältnisse waren widerlich und auch er sah erschreckend aus. Ich schämte mich, mit ihm verwandt zu sein. Doch überspielte ich dieses Gefühl und gönnte ihm seinen letzten Wunsch, mich zu sehen. Mir war das sichtlich unangenehm, diese Seite der Familie kennenzulernen. Um die dreißig Menschen versammelten sich, um mich zu treffen.

Der Arzt erklärte mir, dass er Bauchspeicheldrüsenkrebs im Endstadion hat und zeigte mir auch die Aufnahmen. Ich muss sagen, ich habe erst gerade mit dem Studium angefangen, aber war doch sehr überrascht, wie groß der Tumor ist. Die Verwandten machten sich viele Hoffnungen, dass er das doch überleben könnte. Ich hoffe, er stirbt. Ich habe ihnen gesagt, dass er inoperabel ist, was auch stimmt, und dass es keine Chance gibt und dass sie ihn sterben lassen sollten. Ich habe jede Möglichkeit genutzt, um ihnen klar zu machen, dass sie ihn nicht noch länger leiden lassen sollten und es Zeit für ihn ist, zu sterben. Doch ich stieß nur auf taube Ohren. So hoffe ich jeden Tag, dass mein Vater stirbt. Ich fühle mich so schlecht deswegen. Darf man sich den Tod eines Anderen wünschen? Ich möchte mich nicht rechtfertigen, aber er sah so schlimm aus.

Beichthaus.com Beichte #00030842 vom 01.03.2013 um 11:37:36 Uhr in Cornberg (30 Kommentare).

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Kommentare der Beichthaus-Bewohner

Ninka

Ich kann dich gut verstehen. Als meine Mutter starb, war ich nach dem Schock auch erstmal erleichtert. Ihr Leben war auch nicht mehr das was man Leben nennen konnte und ich empfand es zwar für mich sehr schmerzhaft aber für sie erleichternd.

04.03.2013, 12:10 Uhr     melden


Butthurt

Absolution! Irgendwann ist halt mal Ende der Fahnenstange, und dann ist der Tod kein Schrecken mehr, sondern eine Erlösung.

04.03.2013, 12:11 Uhr     melden


azrael01

ähnliches habe ich auch durch. es war nur eine frage der zeit wann mein vater sterben wird. ich hatte nur den gedanken das er erlöst wird, der rest der familie nur das er noch möglichst lange bei uns bleibt. habe ich mal real drüber gesprochen wurde ich angefeindet. vergebung!

04.03.2013, 12:23 Uhr     melden


Silberwolf1 aus Köln, Deutschland

Also bei Krebs im Endstadium dürfte dein Vater vermutlich froh sein, wenn er endlich sterben darf. Es ist verständlich, dass die ihm nahestehenden Menschen ihn am leben halten wollen, aber letztenendes ist das purer Egoismus.

04.03.2013, 12:50 Uhr     melden


Vicco aus Deutschland

Du musst dir die Frage stellen, warum du seinen Tod wünschst: Weil er leidet, oder weil du dich für ihn schämst? Leider befürchte ich, dass es letzteres ist, du aber ersteres gerne vorschiebst, um dich nicht so niederträchtig fühlen zu müssen.

04.03.2013, 12:54 Uhr     melden


Berber83 aus Hamburg, Deutschland

Ich weiß ja nicht, aber irgendwie habe ich Deinem Duktus nach Zweifel an Deinen Motiven, wonach es Dir darum ginge, ihm Leid zu ersparen. Wegen Deiner weiteren Ausführungen ("Ich schämte mich, mit ihm verwandt zu sein." usw.)habe ich eher das Gefühl, Du bist erschrocken bzw. abgeturnt darüber, mit was für Leuten Du da verwandschaftlich in Verbindung stehst und wünscht Dir deshalb, dass diese Verbindung möglichst bald gekappt wird. Daraus würde ich Dir noch nicht mal einen Strick drehen wollen, dazu kann ich die Gesamtsituation auch zu wenig erfassen. Aber falls ich in etwa richtig liege, dann solltest Du als angehende Ärtztin womöglich noch an Deinen ethischen Leitlinien arbeiten.

04.03.2013, 13:01 Uhr     melden


MichaelGossen aus Potsdam, Deutschland

Warum soll man jemanden leiden lassen, nur um ihn 2-3 Wochen länger am Leben zu halten? Ich bin genetisch auch für Bauchspeicheldrüsenkrebs vorbelastet und hoffe, dass die Medizin in 10-15 Jahren endlich ein Wundermittelchen gefunden hat. Ein 16-Jähriger hat für diese Krebsart kürzlich zumindest einen Früherkennungs-Test entwickelt. Prominenteste Opfer waren Steve Jobs und Patrick Swayze.

04.03.2013, 13:16 Uhr     melden


Dogma02

Man kann seine Gefühle nur bedingt beeinflussen. Wenn du dich in seiner Gegenwart unwohl fühlst (warum auch immer), ist das eben so. Du hast ihm seinen letzten Wunsch erfüllt, also solltest du nicht so streng mit dir sein.

04.03.2013, 13:33 Uhr     melden


G.Now

Es ist eigentlich egal, was Du Dir wuenscht oder andere Angehoerige. Pancreaskrebs toetet einen definitiv, Dein Vater wird leider in Kuerze versterben. Ich finde es daher gut, dass Du ihn kennengelernt hast.

04.03.2013, 14:33 Uhr     melden


lord-doofie aus Deutschland

Du solltest eher beichten, dass du dich wegen deinem Vater schämst!

04.03.2013, 14:41 Uhr     melden


Whitie66 aus Deutschland

Keine Absolution, weil Du keine brauchst. Meine Mutter ist auch daran verstorben. Ich kann Dich wirklich menschlich sehr verstehen!

04.03.2013, 15:00 Uhr     melden


“Folge

MeinSenfDazu

Wenn es um die Erlösung des Leidens geht, kann ich deinen Wunsch nachvollziehen. Mein Vater ist auch an Krebs gestorben, und im Endstadium habe ich auch gewollt dass er bald seinen Frieden hat, weil ich ihn nicht mehr konnte leiden sehen. Ich weiß aber nicht, ob bei dir noch hinzukommt, dass du die Geschichte ganz einfach rasch vergessen willst. Weil deine Begegnung mit ihm und der großen Verwandtschaft eher ziemlich unangenehm war.

04.03.2013, 16:26 Uhr     melden


Typ1983

Absolution erteilt! Sicher hätte nicht jeder den Schritt gewagt ihn zu treffen. Und ja: Man "darf" sich unter solchen Umständen den Tod eines Menschen wünschen um es leichter für ihn zu machen.

04.03.2013, 16:27 Uhr     melden


OnkelGertrud

Unpassender Kommentar, aber: du bist Medizinstudentin und weißt nicht, dass es EndSTADIUM heißt?

04.03.2013, 16:47 Uhr     melden


Bücherwurm

Du bist 20 Jahre alt und hast Deinen Vater erst jetzt kennengelernt. Das heißt, Du warst im die letzten 20 Jahre sch...egal. Deshalb bist Du ihm zu nichts verpflichtet und niemand darf Dir Deine Gefühle vorschreiben. Er ist ein Fremder für Dich und kein "Vater".

04.03.2013, 16:56 Uhr     melden


patrikk

Du schämst dich also dafür, mit ihm verwandt zu sein, weil er sterbenskrank in einem heruntergekommenen Krankenhaus liegt? Du bist ja krass drauf...

04.03.2013, 18:21 Uhr     melden


Suane

Bin ich der einzige der sich über das Wort "Spital" aufregt?

05.03.2013, 00:39 Uhr     melden


Johnny_Pümmel

@Suane: Nein. Die Beichterin sagt sicher auch "Kina". Btw, wo liegt denn das Endstadion? Na ja, ICH werde da jedenfalls sowieso nicht hingehen, da kann man sich ja anscheinend mit Bauchspeicheldrüsenkrebs anstecken.

05.03.2013, 01:09 Uhr     melden


Extreme

Absolution ich hab selber mit angesehn wie meine mutter ( ich war 15) an Krebs gestorben ist so einen Tod wünscht man keinen und ich habe auch gehofft das es möglichst schnell zu ende geht.

05.03.2013, 09:10 Uhr     melden


Extreme

Absolution ich hab selber mit angesehn wie meine mutter ( ich war 15) an Krebs gestorben ist so einen Tod wünscht man keinen und ich habe auch gehofft das es möglichst schnell zu ende geht.

05.03.2013, 12:41 Uhr     melden


Verus

Okay, zweierlei. Erstens: Dass du nach all den Jahren, ohne den Mann der sich dein Vater nennen darf zu kennen, den du nie getroffen hast und der sich nie um dich gekümmert hat trotzdem seinem Wunsch entsprichst dich vor seinem Tod noch einmal zu sehen hat dir meinen allergrößten Respekt eingebracht! Das kann für dich nicht einfach gewesen sein, allein mit dem Wissen dass eure Zeit miteinander so begrenzt ist. Hut ab, meine Liebe! Zweitens: Ich kann deinen Wunsch nach dem Tod verstehen. Das heißt nicht, dass du ihn nicht liebst, das heißt nicht, dass du kein Mitleid mit ihm hast, im Gegenteil: Es erfordert viel mehr Liebe, Mitleid und Mut einem Menschen die Gnade eines würdevollen, friedlichen Todes zu gewähren anstatt ihn krampfhaft festhalten zu wollen und auf Teufel komm raus künstlich das letzte Quäntchen Leben aus ihm raus zu holen. Auch dafür: Meine Hochachtung. Jedes Tier in seinem Zustand würde man längst eingeschläfert haben und auch dein Vater hat ein Recht auf ein würdevolles, friedliches Ende ohne Leid. Ich wünsche dir und deiner Familie alles Gute.

05.03.2013, 15:47 Uhr     melden


29873

Du hast dich geschämt mit deinem Vater verwandt zu sein...? Aufgrund der hygienischen Verhältnisse...? Und dir war unangenehm, seine Familie kennen zu lernen? Und nun kümmert dich, dass dein Vater leiden könnte? Du bist einfach widerlich! Möge dein Vater lange leben, möge er aber nie erfahren was für eine Tochter er hatte...

05.03.2013, 18:12 Uhr     melden


benski

Als Medizinstudentin solltest Du aber schon wissen wo der Unterschied zwischen "Stadion" und "Stadium" liegt...

05.03.2013, 19:16 Uhr     melden


Honigbienchen

Es ist ok so zu empfinden. Musste so etwas auch schon einmal miterleben und kenne diese Gedanken.

06.03.2013, 03:09 Uhr     melden


Jansky

Du wünscht deinem Vater ja nich den Tod weil du ihn nicht magst, für ihn wärs ne Erlösung. Ich hoffe für dich und für deinen Vater, dass sein Leid bald zu Ende ist. Mein Beileid...

08.03.2013, 23:34 Uhr     melden


Amstel

Absolution! Ich fühle mit dir. Um deine Frage zu wünschen: Man wünscht keinen den Tod, man wünscht jemanden in diesem Fall Erlösung.

31.05.2013, 18:54 Uhr     melden


JohannesKrall aus Schweiz

Meine Schwester! Solange Du Deinem Vater den Tod nur wünschest, damit er durch den Tod von seinen Schmerzen erlöset wird, musst Du Dir kein schlechtes Gewissen machen! Vielmehr ist Dein Wunsch ein Ausdruck von Gnade, die Du ihm anheim geben willst. Willst Du ihn aber tot sehen, um an Dein Erbe zu kommen, so bete 350 Vaterunser und bereue bitterlich! Amen.

08.07.2014, 20:08 Uhr     melden


zartblut aus Osten

Mal abgesehen von dem was bereits alles gesagt wurde: du kannst einschätzen ob ein Tumor operabel ist oder nicht, bist dir allerdings nicht bewusst dass trauernde Menschen (sprich deines Vaters Familie) irrational sein können?

11.08.2014, 08:20 Uhr     melden


squashplayer

Warum schämst du dich für ihn? Diese Aussage verstehe ich nicht. Wie kann man sich für jemand schämen, der unter schlimmen Bedingungen erbärmlich dahinsiecht? Aber ja, ich finde man darf ihm den Tod wünschen, um sein Leiden zu beenden. Nur deine Wortwahl fand ich nicht ganz angemessen.

01.01.2015, 18:32 Uhr     melden


thinner aus Berlin, Deutschland

Du klingst wie eine Medizinstudentin aus dem Bilderbuch. Sachlich, logisch, empathielos. Das Zwischenmenschliche kommt in dem Studium einfach zu kurz. Oder man nimmt es nicht an.
Wirst Karriere machen.

17.06.2018, 00:03 Uhr     melden


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