Glotzen aber nicht helfen
Beichthaus.com Beichte #00030603 vom 20.12.2012 um 18:37:15 Uhr in Münster (Brandhoveweg) (22 Kommentare).
Beichthaus.com Beichte #00030603 vom 20.12.2012 um 18:37:15 Uhr in Münster (Brandhoveweg) (22 Kommentare).
Hilfe bekommt, wer um Hilfe bittet. Verdanken hast du das den Leuten, die obwohl alt, gebrechlich und/oder behindert sehr unwirsch reagieren, wenn man ihnen Hilfe anbietet. Aus dem Grund biete ich auch niemand mehr meinen Sitz an und lege auch meine Tasche auf den Nachbarsitz. Wer sich setzen möchte oder Hilfe will, der soll den Mund aufmachen. Die Kinder, die vom Beckenrand auf die Schwimmbahnen springen sind übrigens auch für alle Schwimmer ein Ärgernis. Die können ruhig in den Spaßbadbereich verduften. Und sag mal: wäre es nicht möglich, eure Schwimmtermine auf Zeiten zu verlegen, in denen nicht die ganze Stadt auf den Beinen ist?
21.12.2012, 07:52 Uhr melden
Wohlstand, Rücksichtlosigkeit, stressfreie Kindererziehung, Ellenbogengesellschaft, mangelnde Hilfsbereitschaft - das sind einige der Stichwörter... Warum sollte man unbedingt seinen Mund aufmachen, wie das im ersten Kommentar vorgeschlagen wird? Wahre Hilfe ist die, die vom Herzen kommt. Die meisten Menschen sind doch nicht blind und können sehen, was vor sich geht, und ihre Hilfe von alleine anbieten. Aber bei dir bauen sich auch Aggressionen auf... Kein gutes Signal... Alles halb so schlimm, heute geht die Welt ja unter... Amen.
21.12.2012, 08:02 Uhr melden
@pastor: Es herrscht kein Mangel an Hilfsbereitschaft. Aber offenbar bestehen unterschiedliche Vorstellungen bei uns beiden, wer wem die Hilfe aufzwingt/anbietet oder wer sie von wem anfordert.
21.12.2012, 08:17 Uhr melden
@Anton: Offensichtlich bestehen unterschiedliche Vorstellungen bei uns - mir wäre es z.B. nicht durch den Kopf gegangen, meine Tasche so hinzustellen, damit mich jemand unbedingt drum bittet, ich möge sie wegnehmen, damit er sich hinsetzen kann...
21.12.2012, 08:58 Uhr melden
Ich kan Anton auch nicht ganz zustimmen. Wenn ich erkenne, dass jemand ganz offensichtlich Hilfe benötigt, dann mache ich das doch. Sicherlich muss man nicht jedem im Bus seinen freien Platz aufzwingen, aber wenn man merkt, eine Person (älter, Schwanger, auf Krücken, was auch immer) hätte das schon nötig, dann kan man das tun. Es ist einfach der Wandel der Gesellschaft, dass sich der Großteil nur noch um sich selbst kümmert und in seiner eigenen Welt lebt.
21.12.2012, 09:01 Uhr melden
Jeder kann dazu beitragen die Welt etwas angenehmer zu gestalten. Man sollte immer daran denken, dass garantiert jeder von uns Zeiten erleben wird, in denen man selbst auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen ist.
21.12.2012, 09:26 Uhr melden
Ohja, die böse böse Gesellschaft. @jenska, hast du Belege für diesen sogenannten "Wandel"?
21.12.2012, 09:38 Uhr melden
@sos444, Hast du eigentlich die Beichte gelesen? Kommst du gelegentlich mal unter Menschen? An jeder Ecke findest du die Belege dafür, du musst nur mal mit offenen Augen durch die Welt gehen. Die Beichte schildert doch einen kleinen Teil davon.
21.12.2012, 09:43 Uhr melden
@Beichterin: Für eine Sozialarbeiterin fehlt Dir die soziale Kompetenz. Dass bei Behinderten oder Hilfebedürftigen im Allgemeinen oft weggeschaut wird ist leider traurige Tatsache, da muss ich Dir zustimmen. Aber mit Deinen Verurteilungen gehst Du zu weit. Busfahrer müssen nunmal auch einen Zeitplan einhalten. Weisst Du denn, wieviel andere Fahrgäste einen Pflegefall zuhause haben und dem Busfahrer dankbar sind, wenn er den Zeitplan einigermassen einhält und nicht um die Kurven schleicht? Würdest Du auch ein behindertes Kind malträtieren wollen, weil es - wie die anderen - knapp neben einen Badegast ins Wasser springt, die Gehbehinderung von diesem aber nicht vom Beckenrand aus zu erkennen war? Was das Türaufhalten betrifft - gerade hier helfen die allermeisten. Es können nicht 10 gleichzeitig die Tür aufhalten, einer tut es und 9 gucken nunmal zu. Du leidest unter Weltschmerz.
21.12.2012, 09:46 Uhr melden
Ich habe das Gefühl, dass du nicht beichten willst, sondern nach Zustimmung und Anerkennung suchst. Verwehrt.
21.12.2012, 12:09 Uhr melden
Liebe Beichterin, ich arbeite selbst in diesem Bereich und kann deine Einstellung zwar nachvollziehen, aber nicht ganz teilen. Ein Problem ist, wie Anton schon sagte, das man echt oft angefahren wird, wenn man Hilfe anbietet und manche Menschen deswegen sehr verschreckt sind. In der Regel hilft immer Mumnd aufmachen. Freundlich nach Hilfe fragen! Dann helfen dir die Menschen auch. Nur sprechenden Menschen kann geholfen werden. (Die vollen Öffis werden sich allerdings nie ändern, tatsächlich immer eine Qual. Aber mit "Können sie mal bitte die Tür aufhalten?"wirst du bestimmt jemanden finden.)
Was ich echt schlimm an deiner Beichte finde, ist dass du dich an den Kindern dafür rächen willst. Die können am wenigsten dafür, denn sie wissen es nicht besser. In einem ruhigen ernsten Ton mit ihnen sprechen hilft zu 80 Prozent. Bei den anderen 20 Prozent ist sowieso alle Mühe vergebens, da sie generell jedem auf den Nerv gehen.
Also, fang einfach mal an, deinen Mund freundlich und bestimmt aufzumachen. Wirst sehen, das ist gar nicht so schwer.
21.12.2012, 12:09 Uhr melden
Auch ich muss AntonGorodezky recht geben: Oft genug bin ich blöde angeschnauzt worden, weil ich helfen wollte. Vor einigen Jahren war mal ein alter Mann mit Krückstock bei Glatteis ausgerutscht, ich fragte ihn, ob alles okay sei und ob er Hilfe bräuchte. Zum Dank schlug er mir mit seinem Stock auf den Hintern. Wer Hilfe braucht, kann wirklich danach fragen, dann helfe ich auch. Ab und zu, wenn es heikel aussieht, frage ich zwar immer noch, aber sonst lass ich es.
21.12.2012, 12:59 Uhr melden
Ich glaube, dass in deinem konkreten Fall viele nicht helfen, weil sie sehen, dass du dieser Frau zur Seite stehst und es dein Job ist, ihr zu helfen. Vielleicht sehe ich es auch falsch, aber ich kann es mir nur so erklären.
21.12.2012, 13:01 Uhr melden
stimme dir zu. ich hasse das auch.
wenn ich irgendwo helfen kann, tu ich es.
21.12.2012, 15:52 Uhr melden
Ich kann QueenOfNothing nur zustimmen. Die meisten Leute wissen durchaus, dass sie helfen sollten, sind aber entweder zu faul geworden oder denken sich: was geht's mich an. Ein Phänomen, dass ich auch an mir selbst beobachtet habe. Wenn du FREUNDLICH und vor allem gezielt jemanden ansprichst, wird man dir die Hilfe bestimmt nicht versagen. Den Kindern (und Jugendlichen) werden heute solche Werte oftmals nicht mehr vermittelt, da musst du selber tätig werden. Gerade mit Kindern kann man sehr gut reden, wenn man nett und ruhig auftritt und sie nicht von oben herab behandelt.
21.12.2012, 16:55 Uhr melden
Viele Menschen reagieren aus Unsicherheit mit Ignoranz. Ich kann aber nicht ganz glauben, dass du es ausschließlich mit "Glotzern" zu tun hast. Ich erlebe sehr viel Hilfsbereitschaft in öffentlichen Verkehrsmitteln, egal ob ich einen Kinderwagen oder einen Rollstuhl schiebe. Auch meine Oma sagt, dass ihr immer jemand mit ihrem Rollator behilflich ist, meistens sogar Jugendliche.
21.12.2012, 20:49 Uhr melden
Also ich bin prinzipiell unhilfsbereit. Tür aufhalten geht noch, aber irgendwo mit anfassen und sich dreckig machen, oder im Bus aufstehen fällt mir nicht im Traum ein. Sowas wird heutzutage als selbstverständlich vorausgesetzt und ein Dankeschön gibts auch nicht. Allerdings gehöre ich nicht zur Gafferfraktion. Ich spiel dann immer mit meinem Handy und tu so als ob mich das nichts angeht. Die meisten fragen dann gar nicht erst.
22.12.2012, 00:54 Uhr melden
Psychobold: Dein Kommentar und Dein Nick passen zusammen wie die Faust aufs Auge!
22.12.2012, 10:47 Uhr melden
In meiner Stadt (Graz) habe ich es noch nie erlebt, dass ein Busfahrer NICHT extra ausgestiegen ist, die Rollstuhlrampe runtergeklappt und dem Behinderten beim rein- und rausfahren geholfen hat. Anscheinend ist das noch nicht überall eine Normalität. Im Allgemeinen sind die Leute recht hilfsbereit und es findet sich immer jemand, der gerne die Hand ausstreckt. Vielleicht bist du zu sehr auf das Negative fixiert und siehst deshalb in erster Linie das.
22.12.2012, 11:35 Uhr melden
Jenska, ich weiß nicht was du beruflich machst, in meinem arbeite ich wissenschaftlich. Deswegen ist ein Erlebnisbericht und dein persönliches Gefühl kein Beleg. Ich habe nicht das Gefühl, dass früher alles besser war.
22.12.2012, 11:54 Uhr melden
@MeinSenfDazu: Graz ist nun auch extrem freundlich. Ich war dort drei Jahre und kenne keine deutsche Stadt, wo die Menschen so höflich und zuvorkommend sind. Ansonsten hätte ich das gleiche wie Monet vermutet: Die Leute würden teilweise schon helfen, aber trauen sich nicht, es anzubieten - weil sie befürchten, aufdringlich oder herablassend zu wirken.
23.12.2012, 03:00 Uhr melden
meine rede!
03.01.2013, 12:21 Uhr melden
Allein für das "Bloß nicht helfen" am Ende hätte ich euch nicht geholfen!!
Wie ich diesen Satz hasse!!
Ich wollte einmal einer Frau helfen, doch es ging nicht, da es voll im Laden war und ich selber zwei Taschen trug, die ich eigentlich nicht einfach hinlegen konnte- trotzdem war ich gerade dabei, die Taschen doch auf dem Boden zu legen.
Das Helfen war mir in dem Moment wichtiger.
Während ich dies tat,
schnauzt die mich dann voll an, genau mit dem Satz "Bloß nicht helfen"
Habe ihr dann nurnoch hinterher rufen können, das ich es wollte, doch nachdem ich den Satz von ihr bekam, kann sie sich selbst helfen!
Das möchte man helfen und dann bekommt man son Satz!
16.04.2014, 08:34 Uhr melden
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